Auf die andere Seite des Teiches

Foto: hg pressefotografie gbr

Auf der anderen Seite des großen Teichs, nämlich in den USA, ist vieles anders. Auch die Rolle des Sports ist mit der in Deutschland nicht zu vergleichen. Der Castrop-Rauxeler will davon profitieren.

Er verbindet Tennissport und Studium. Seit elf Jahren schwingt der 21-jährige mittlerweile den Racket für den TC GW Frohlinde, doch der nächste Schritt seiner Tennislaufbahn wird ein ganz wichtiger sein. Christoph Hopfe tritt im September ein Studium an der University of Wisconsin - Green Bay an, welches ihm durch den Tennissport ermöglicht wird.

Das Studium ist nämlich mit einem Sport-Stipendium verbunden, dass einen Teil der sehr hohen Studiengebühren abdeckt: „Dort sind Summen von 30000 Dollar im Jahr keine Seltenheit. Ohne die Zuschüsse der Universität wäre die ganze Sache nicht möglich“, erklärt Hopfe.

Diese Mittel zu erhalten, ist also das Ziel vieler Kandidaten und entsprechend hart ist auch der Auswahlprozess: „Das ganze ist über die Organisation Sports-Scholarship gelaufen. Ich musste an einem von ihr ausgerichteten Sichtungsturnier teilnehmen und habe mich im Anschluss einem Test unterzogen, der meine Chancen auf den Erhalt eines Stipendiums ermitteln sollte. Im Anschluss wurden dann sämtliche sportlichen und schulischen Daten zusammen mit Videos in einem Profil angelegt. Dieses können sämtliche Coaches der Universitäten einsehen und sich so geeignete Bewerber aussuchen“, erläutert Hopfe das Auswahlverfahren.

Dabei muss der Frohlinder einen guten Eindruck hinterlassen haben, denn gleich mehrere Universitäten wollten sich den Europastädter angeln: „Meine Wahl ist schließlich auf Wisconsin gefallen, da ich dort einfach die beste Kombination aus Sport und Lehre vorfinde“. Gerade in diesem Bereich besteht der wohl größte Unterschied zwischen den USA und Deutschland.

Bis zum Bachelor

Während der Sport und die Ausbildung hierzulande weitgehend getrennt voneinander sind, ist die Kombination in den USA der Normalfall: „Es ist dort möglich, sportlich auf hohem Niveau aktiv zu sein und gleichzeitig die Lehre nicht zu vernachlässigen. Das Trainingspensum, das mir dort bevorsteht, wäre mit einem erfolgreichen Studium in Deutschland nicht vereinbar“, erklärt der Frohlinder.

Vier bis fünf Trainingseinheiten stehen nämlich auf dem Programm und ab Februar beginnt dann die Saison gegen andere Universitäts-Teams des Landes gespielt wird. Das Niveau ist schon beachtlich: „Wir werden dort in der höchsten von drei Divisions antreten und uns mit hochklassigen Gegnern messen. Auf einem solchen Niveau habe ich noch nie gespielt, will aber unbedingt wissen, was ich mit einem professionellen Training leisten kann.“.

Wie lange Christoph Hopfe die Möglichkeit dazu hat, ist abhängig von seinen Leistungen: „Das Stipendium läuft zunächst für ein Jahr und wird dann entweder angepasst oder nicht verlängert. Ich hoffe, dass ich die drei Jahre bis zu meinem Bachelor-Abschluss im Fach International Business bleiben kann -- vorausgesetzt, mir liegt die ganze Sache“, so Christoph Hopfe.

Wohnen wird er direkt auf dem Campus der Universität, zusammen mit zwei Fußballspielern des Universitätsteams: „Mit ihnen hatte ich schon Kontakt und freue mich, sie näher kennenzulernen. Es wird sicher ein interessantes Erlebnis. Nächste Woche geht’s los“, so der Auswanderer auf Zeit.

Zurück nach Frohlinde

Zu seinem Club in Deutschland, dem TC GW Frohlinde, bleibt der Kontakt natürlich bestehen: „Die Jungs aus dem Verein unterstützen mich in meinem Vorhaben, weil sie wissen, dass die Ausbildung dort hervorragend ist. Außerdem habe ich vor, im nächsten Sommer während meiner Zeit in der Heimat, wieder für Frohlinde zu spielen“, fügt Hopfe hinzu.

 
 

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