Absage ist Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen

Die Hallenstadtmeisterschaften der Castrop-Rauxeler Juniorenfußballer können wohl nicht stattfinden, nachdem der veranstaltende Stadtsportverband (SSV) dem Verein Eintracht Ickern die Ausrichtung untersagt hat. Im Interview spricht Sascha Schöner, Jugendleiter der Eintracht, über diese Entscheidung.

Castrop-Rauxel... Herr Schöner, können Sie die Entscheidung des SSV nachvollziehen?

Natürlich sind auf unserer Seite Fehler gemacht worden. Der SSV wollte jetzt ein Exempel statuieren. Allerdings finde ich die Konsequenzen dieser Entscheidung sehr weitreichend - für die Kinder und Jugendlichen, die auf ihre Hallenstadtmeisterschaft verzichten müssen, und für uns als Verein, dem ja auch ein Imageschaden entsteht.

Wie konnte es denn überhaupt dazu kommen, dass die Eintracht nicht auf die Mahnungen des SSV reagiert hat und auch die letzte Frist kommentarlos hat verstreichen lassen?

Da gab es bei uns auch intern ein Kommunikationsproblem. Für die Zahlungen ist unser Vorstand zuständig. Mir war lange Zeit gar nicht bekannt, dass es diese Forderungen gab. Nachdem mich der Vorsitzende der SSV-Sportjugend, Ulli Müller, Ende Oktober über das Problem informiert hat, habe ich die Zahlungen wenig später aus dem Etat der Jugendabteilung geleistet.

Auch Zahlungen an die Sportjugend sollen noch nicht beglichen sein. Hat die Eintracht nicht die nötigen finanziellen Mittel?

Das ist eher nicht das Problem. Wir sprechen ja nicht von allzu hohen Summen, um die es sich hier handelt. Man muss aber auch sehen, dass wir im Sommer nach der Auflösung der Spielgemeinschaft mit dem SV Yeni Genclik einen Umbruch hatten. Alles wurde neu strukturiert. Das mag dazu beigetragen haben, dass vorübergehend auch in finanziellen Dingen der Überblick verloren ging.

Sehen Sie noch eine Möglichkeit, die Junioren-Hallenstadtmeisterschaften für dieses Jahr zu retten, möglicherweise mit einem anderen Verein?

Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich jetzt noch ein anderer Ausrichter findet, da Eintracht Ickern ja der einzige Bewerber war. Wir wären auf jeden Fall nach wie vor bereit, die Veranstaltung auszurichten. Ich werde noch ein Gespräch mit dem Bürgermeister suchen und ihn fragen, ob er schlichtend eingreifen kann.

Jörg Laumann