Trotz Landgraf-Comeback reicht es nicht zum Sieg

Björn Goldmann
Bottrops Mohamed Bouterfas mit dem Schussversuch.
Bottrops Mohamed Bouterfas mit dem Schussversuch.
Foto: WAZ FotoPool
Trotz gutem Einsatz verlor der VfB Bottrop 1:3 gegen Bocholt. Rhenania holt in Vogelheim den ersten Punkt

Nur drei Minuten lang schwebte der VfB Bottrop auf Wolke sieben und musste sich am Ende 1:3 geschglagen geben. Die Nullnummer des SV Rhenania beim Voegelheimer SV bedeutete für den zweiten Bottroper Landesligisten den ersten Punktgewinn.

VfB Bottrop –
1. FC Bocholt 1:3 (0:0)

In der 61. Minute ging so manchem Bottroper Zuschauer das Herz auf. Plötzlich war die VfB-Welt rosarot gefärbt und im Jahnstadion blitzte immer wieder ein verträumtes Lächeln auf den Gesichtern auf. Gerade hatte Deniz Yesil sein Team per Foulelfmeter in Führung gebracht. Gegen haushoch überlegene Bocholter. Und dann gab auch er sein Comeback: Willi Landgraf, die in Bottrop lebende Zweitligalegende. Nach mehreren Monaten streifte der 45-Jährige wieder das schwarze VfB-Trikot über und trat aufs Spielfeld. Doch nach nur wenigen Minuten konnten die Bottroper Fans die rosarote Brille wieder absetzen, denn nur 180 Sekunden später glich Bocholts Mike Welter mit einem sehenswerten Distanzschuss zum 1:1 aus. Zugegeben: Es war ein verdienter Treffer, hatten die Bocholter in dieser Partie doch ihre Favoritenstellung direkt untermauert und von Anfang an mächtig Druck gemacht. Nur mit dem Abschluss wollte es nicht so recht klappen, was aber auch an VfB-Keeper Marco Rinski lag, der so manchen vielversprechenden Angriff des Tabellenvierten entschärfte. In der 49. Minute hatte er den Ball mit einem Wahnsinnsreflex noch von der Linie gekratzt und den voreiligen Jubel der zahlreichen Bocholter Fans somit schnell verstummen lassen. Es war nur eine seiner vielen Rettungsaktionen. Auch in der 68. Minute konnte er die Kugel noch geistesgegenwärtig umklammern, als sie vom Innenpfosten Richtung Tornetz trudelte. Beim Gegentreffer zum 1:2 war dann aber auch Rinski machtlos – und Mevlüt Ata richtig sauer. War dieser Treffer aus Sicht des VfB-Trainer doch eine spielentscheidende Szene. „Dem Tor war eindeutig ein Foulspiel von Bocholt vorausgegangen. Der Treffer hätte niemals zählen dürfen!“ Der Treffer zum 3:1 für die Bocholter fiel schließlich in der 90. Minute.

Nein, auf Schiedsrichter Waldemar Kowollik war Ata im Anschluss nicht mehr gut zu sprechen. „Die Jungs haben gut dagegengehalten und eine tolle zweite Halbzeit gespielt. Schade, aber an den Entscheidungen des Schiedsrichters kann man nichts ändern.“

Enttäuscht war auch Willi Landgraf, doch positiv überrascht war er ebenso. „Ein Kompliment an die Jungs für diese kämpferische Leistung. Wenn Bocholt wirklich einer der Topfavoriten der Liga ist, dann braucht sich der VfB nicht zu verstecken“, so der Ex-Profi. Unter der Woche hatte VfB-Trainer Ata ihn zum Kurzeinsatz überreden können. Es soll nicht der letzte gewesen sein. „Prinzipiell kann man auf dieses Spiel aufbauen. Ich werde jetzt wieder häufiger beim Training vorbeischauen.“

Vogelheimer SV –
SV Rhenania Bottrop 0:0

Aufatmen beim SV Rhenania. Das torlose Remis brachte den ersten Punkt in der neuen Liga. „Und es war ein gewonnener Punkt“, urteilte Rhenania-Trainer Oliver Dirr erleichtert. Immerhin musste sich sein Team ab der 64. Minute in Unterzahl gegen einen selbstbewusst nach vorne drängenden Gegner behaupten. Mit Erfolg, die Rhenanen ließen bis zum Schlusspfiff keine Torchance mehr zu.

Allerdings konnte das auch über den Vogelheimer SV gesagt werden. Denn offensiv lief bei den Gästen aus Bottrop weiterhin nicht viel zusammen. Verkehrte Welt, war es in der Aufstiegssaison doch genau andersherum. Da wackelte es hinten manchmal bedenklich, doch vorne knallte es dafür im gegnerischen Gebälk umso mehr. „Dafür gibt es natürlich mehrere Gründe. Einer ist, dass die Abwehrspieler sind in der Landesliga eben auch besser sind als in der Bezirkliga“, so Dirr.

Nun gilt es, den rotgesperrten Andre Schittko (64., Foulspiel) zu ersetzen und jene Spieler vermehrt aufs Spiel zu stellen, die verletzt waren oder im Urlaub weilten. „Unsere Ersatzspieler brauchen Spielpraxis. Ich werde deshalb versuchen, unter der Woche noch ein Freundschaftsspiel zu organisieren.“