Tabellenführerbesieger

Björn Goldmann/Birgitt Schuknecht
Fabian Blanik (Mitte) und der VfB setzten sich mit 1:0 gegen Arminia Klosterhardt durch.
Fabian Blanik (Mitte) und der VfB setzten sich mit 1:0 gegen Arminia Klosterhardt durch.
Foto: WAZ FotoPool
Da hat sich der Wetteinsatz für Rhenania-Trainer Oliver Dirr doch gelohnt. Rhenania Bottrop schlägt als erstes Team den Tabellenführer aus Bocholt. Der VfB Bottrop jubelt ebenfalls beim Sieg über den Nachbarn Arminia Klosterhardt.

Rhenania Bottrop –
1. FC Bocholt 1:0 (0:0)

Mindestens 14 Menschen haben den selbstbewussten Äußerungen Dirrs nicht nur Glauben geschenkt, sondern auch Taten folgen lassen. „Große Klappe, viel dahinter“, verkündete Rhenanias Coach nach dem umjubelten Erfolg. „Aber das viel dahinter kam von der Mannschaft, die heute eine taktische Meisterleistung geboten hat. Das war noch mal eine Steigerung gegenüber Schonnebeck.“ Dirr zeigte sich bestens vorbereitet: Mit dem Schlusspfiff zog er sich den Pulli aus und präsentierte ein T-Shirt mit dem Schriftzug „Tabellenführerbesieger“.

Die Bocholter zeigten nur selten, wie sie an die Spitze der Landesliga gekommen sind. In der ersten Halbzeit versuchten sie, die gut agierende Defensive der Rhenanen mit langen Bällen in Schwierigkeiten zu bringen. Die beste Möglichkeit ergab sich aber bei einem zu kurzen Abschlag von SVR-Keeper Dominik Wrobel. Den daraus resultierenden Torschuss von Jan Wienholt aus 20 Metern lenkte Wrobel bravourös zur Ecke. Es folgte ein weiterer Eckstoß und Wrobel stellte erneut sein Können unter Beweis (23. Minute).

Bocholt zog seine Konsequenzen und spielte nach dem Seitenwechsel mehr über die Außenbahnen; entscheidend durchsetzen konnte sich der FC nicht. Die Rhenania wurde indes immer mutiger und eroberte sich mehrfach den Ball. In der 65. Minute testete Pascal Pfeifer Bocholts Schlussmann Maik Welling. Nur eine Minute später wurde Kanoglu durch ein Foul gestoppt; den Freistoß legte sich Kevin Lachs zurecht und er beförderte den Ball aus 22 Metern durch die Mauer ins Tor. Es folgten ein paar bange Minuten für die Gastgeber, als Bocholt innerhalb von drei Minuten zu drei guten Chancen kam; einmal musste der Pfosten retten. Die Rhenanen atmeten ein paar Mal durch, dann war die Ordnung wiederhergestellt. Bocholt drängte ohne Durchschlagskraft. Die Hausherren konterten mit guten Möglichkeiten für Pfeifer (88.) und Niko Adorf (90.). Dass sie ungenutzt blieben, nahm nach dem Abpfiff niemand übel. „Trainer, die wollten den Tipp nicht kaputtmachen“, kam es von den SVR-Fans.

VfB Bottrop –
DJK Arminia Klosterhardt 1:0 (0:0)

Die Spieler in den schwarzen Trikots versammelten sich laut jubelnd an der Eckfahne, Mevlüt Ata sprang seinem Co-Trainer Christian Müller in die Arme – als der VfB Bottrop im heimischem Jahnstadion mit 1:0 in Führung gegangen war, war die kleine Sensation perfekt. Nur noch fünf Minuten waren zu spielen, dann war es amtlich: Der VfB sicherte sich die drei Punkte gegen den haushohen Favoriten aus der Nachbarschaft und ging damit als Gewinner aus einem Spiel hervor, das eigentlich keinen Sieger verdient hatte.

Chancen waren Mangelware, der VfB konnte lange Zeit nicht mehr als einen guten Freistoßversuch von Burak Öktem vorweisen, den Oberhausens Keeper Cedric Scheffler aber noch aus dem Winkel fischte. Immer wieder gestikulierte auch Klosterhardts Trainer Michael Lorenz an der Seitenlinie. Der ehemalige Kicker von Rot-Weiss Essen hätte wohl am liebsten selbst mitgemischt, denn auch sein Team brachte vorne kaum nennenswerte Möglichkeiten zustande.

So war es schließlich Samet Sadiklar, der in der 85. Minute den einzig schönen Angriff des Tages mit einem satten Schuss aus zehn Metern und dem Siegtreffer vollendete. Der Sieg des Glücklichen. „Das war mehr als wir erwartet, ja sogar mehr als wir uns erhofft hatten“, freute sich VfB-Co-Trainer Christian Müller. Nach dem letztwöchigen 1:6 gegen Schonnebeck war die Priorität der Schwarz-Weißen, erst einmal keinen Gegentreffer zu kassieren. „Tano De Haan und Kevin Wagener haben hinten einen tollen Job gemacht“, lobte auch VfB-Trainer Mevlüt Ata. Mit 15 Punkten liegen die Bottroper nun auf dem neunten Tabellenrang und blicken nun auf die Partie gegen Viktoria Buchholz.