Respektvoller und fairer Umgang

Bei den Bambini und den F-Jugendlichen führt der Kreisjugendausschuss des Fußballkreises Oberhausen/Bottrop in der neuen Saison die Fairplay-Liga ein. Foto : Birgit Schweizer in Bottrop
Bei den Bambini und den F-Jugendlichen führt der Kreisjugendausschuss des Fußballkreises Oberhausen/Bottrop in der neuen Saison die Fairplay-Liga ein. Foto : Birgit Schweizer in Bottrop
Foto: WAZ

Bottrop..  Den falsche Ehrgeiz von Eltern, die ihrem eigenen Fußball-Nachwuchs auf dem Platz primitiv hinterherbrüllen und zuweilen sogar zu groben Unsportlichkeiten gegenüber ihren Gegenspielern auffordern, den will eigentlich niemand am Randes eines Jugendfußballspiels sehen. Daher führt der Kreisjugendausschuss des Fußballkreises 10 in der neuen Saison bei den Bambini und den F-Jugendfußballern ein neues Regelwerk ein: die Fairplay-Liga.

„Wir werden kurz vor der Saison für die Trainer und Betreuer einen Kurzlehrgang durchführen und sie entsprechend informieren und schulen“, so der Kreisjugendvorsitzende Dieter Wilms, der das Regelwerk der Fairplay-Liga nicht als neue Erfindung sieht, sondern eher als Bestätigung dessen, wie der Umgang bei den kleinsten Kickern auf dem Platz und am Spielfeldrand eigentlich schon immer sein müsste: respektvoll und fair.

Drei Regelbereiche enthält die Fairplay-Liga. Zum einen die Schiedsrichter-Regel, die besagt, dass es während eines Spiels eben keinen Schiedsrichter gibt. Die Kinder sollen selbst entscheiden und damit lernen, Verantwortung für sich selbst und Mitverantwortung für andere zu übernehmen. Idealerweise lernen sie dabei Entscheidungen zu treffen und zu akzeptieren. Für jeden der drei Regebereiche hat ein Prominenter die Patenschaft übernommen. Bei der Schiedsrichterregel ist es Herbert Fandel, ehemaliger DFB-/FIFA-Referee und Vorsitzende r der DFB-Schiedsrichterkommission). „Dank der Fairplay-Liga lernen Kinder, mit den Regeln selbstständig umzugehen. Ich halte dies für eine großartige Geschichte, da es die ganz kleinen Kinder betrifft. Das Konzept hat mich einfach überzeugt“, so Fandel.

Der zweite Regelbereich ist die Trainerregel, die besagt, dass die Trainer das Spiel aus der Coachingzone begleiten. Die Trainer sollen sich als Partner im sportlichen Wettkampf verstehen und Vorbilder im Sinne der Kinder sein. Zudem sollen sie nur die nötigsten Anweisungen geben und den Kindern bei der Regulierung des Spiels helfen. Patin der Trainer-Regel ist die ehemalige DFB-Nationalspielerin und jetzige DFB-Nachwuchstrainerin Silke Rottenberg, die meint: „Erfolgreich ist der, der es schafft, den Kindern das beizubringen, wonach sie streben. Ohne Erfolgsdruck und in einer Sprache, die Kinder verstehen“.

Zu guter Letzt gibt es die Fan-Regel, die besagt, dass sich die Fans (und auch die Eltern) in einem angemessenen Abstand zum Spielfeld aufhalten sollen. Diese so genannte Fan-Zone ist rund 15 m vom Spielfeld entfernt, und damit soll die direkte Ansprache an die Kinder von außen unterbunden werden, getreu dem Motto „Anfeuern ja - Steuern nein!“ Prof. Gunter A. Pilz, Fan- und Gewaltforscher an der Uni Hannover, sieht als Pate diese Regel so: „Dieser Geist des Fairplay muss vorgelebt und erlebt werden. Die Fairplay-Liga bietet genau den richtigen Ansatz.“

 
 

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