Paul Holz spielte für die Erzfeinde

Erst spielte Paul Holz für den FC Schalke 04 und traf im neuen Westfalenstadion der Borussen, später streifte er das Trikot der Dortmunder Rivalen über.
Erst spielte Paul Holz für den FC Schalke 04 und traf im neuen Westfalenstadion der Borussen, später streifte er das Trikot der Dortmunder Rivalen über.
Foto: imago/Werner Otto
Sein fußballerisches Handwerk erlernte Paul Holz beim SV Rhenania Bottrop, dann wurde der FC Schalke 04 auf ihn aufmerksam. Kurios: Erst spielte Holz für die Königsblauen und erzielte das erste Tor eines Schalkers im neu eingeweihten Westfalenstadion, später stand er für den Rivalen aus Dortmund auf dem Platz.

Bottrop..  2009 trug Paul Holz letztmalig das Trikot seiner Bottroper Rhenanen. Es war das Trikot der damaligen Traditionsmannschaft des Bottroper Klubs. Gegner der Rhenanen war die Traditionself der Schalker Knappen. Für Paul Holz schloss sich damit ein Kreis.

Beim Jugendländerspiel entdeckt

Entdeckt wurde Paul Holz, der 1952 in Bottrop geboren wurde, vom damaligen Schalke-Präsidenten Günter Siebert. Der sah sich ein Länderspiel der Jugendnationalmannschaft an, in der auch Holz am Ball war. Siebert, der oft ein „feines Näschen“ für Nachwuchstalente bewiesen hatte, lockte den jungen Bottroper 1971 zu den Königsblauen. Hier begann die fußballerische Karriere, die Jahre später einmal beim Oberligisten 1. FC Bocholt enden sollte.

Im Hannoveraner Niedersachsen-Stadion kam der damals 19-Jährige am ersten Spieltag der Saison 1971/72 zu seinem ersten Bundesligaeinsatz; er wurde zur zweiten Halbzeit für Hartmut Huhse eingewechselt. Die 96er wurden damals, so erinnert sich Paul Holz noch heute, mit 5:1 besiegt. Danach kam der Bottroper in seiner ersten Profi-Saison zwar nur zu sechs weiteren Einsätzen, konnte aber in diesem Jahr mit den Königsblauen die Vizemeisterschaft und den Pokalsieg feiern.

Im WM-Jahr 1974, als in Dortmund das neue Stadion eingeweiht wurde, war Paul Holz ebenfalls mit seinen Knappen dabei. Schalke trat damals zum Benefizspiel ohne Gage an, ging es doch darum, dem wirtschaftlich angeschlagenen BVB zu helfen. „Ich war der erste Schalker, der in dem neuen Stadion gegen den BVB traf“, erzählt Holz gerne mit einem Lächeln im Gesicht. Der Revierrivale Borussia wurde mit 3:0 bezwungen.

Als Hannes Bongartz verpflichtet wurde, war für den Ex-Rhenanen kein Platz mehr im Schalker Team, er wechselte daher für ein Jahr zum Reviernachbarn VfL Bochum. Aber auch dort wurde er nicht glücklich. „Mit Trainer Heinz Höher kam ich einfach nicht zurecht. Dann stieg der VfL auch noch ab und ich nahm ein Angebot der 96er an,“ berichtet Holz.

In Niedersachsen musste der Bottroper jedoch ebenfalls den Abstieg in die 2. Liga miterleben. Nach einem halben Jahr 2. Bundesliga kehrte der ehemalige Jugendnationalspieler wieder zum VfL Bochum zurück. 1979 erfolgte erneut ein Vereinswechsel. Diesmal zog sich der Bottroper jedoch das schwarz-gelbe Trikot an. Zwei Jahre, von 1979 bis 1981, kickte Holz bei den Borussen und absolvierte dort 60 Spiele. In seiner Karriere kam Holz auf 213 Bundesligaspiele und schoss dabei 22 Tore.

Schließlich lockte der 1. FC Bocholt. Hier schnürte der langjährige Fußballprofi noch bis 1989 die Schuhe in der Oberliga. Von 1989 bis 1991 wechselte der Ex-Rhenanen als Spielertrainer zum damaligen Verbandsligisten VfL Rhade.

Bald zog sich Paul Holz ganz aus dem Fußballgeschäft zurück. „Trainer, nein danke. Als Trainer ist man immer für alles verantwortlich. Daher beschloss ich, meine Fußballschuhe an den berühmten Nagel zu hängen“. Wohl nicht ganz, denn ab und zu zieht er sich noch das Trikot der Altherren-Mannschaft des Bocholter Vorort-Clubs DJK Stenern an.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen