Paradiesische Zustände

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Mit der Jugend gehen am Samstag die ersten Starter auf die Plätze. Erwachsene folgen am 29. Juni

Bottrop..  Ruhig war es am gestrigen Morgen auf der Platzanlage des TC Blau-Gelb Eigen. Die Asche der neun Plätze am Schlangeholt war unberührt, es herrschte bedächtige Stille. Noch. Morgen beginnen im Eigen die Tennis-Stadtmeisterschaften, und dann ist es vorbei mit der Ruhe. Drei Wochen lang werden die Plätze rundum besetzt sein, werden sich Bottrops Tenniscracks gegenüberstehen. 685 Spieler haben ihr Kommen zugesagt – ein Teilnehmerrekord. Und das in Zeiten, in denen andere Städte ihre Stadtmeisterschaften auch für Starter aus der Umgebung öffnen oder die Veranstaltung längst haben sterben lassen. Nicht so im 3000 vereinsspielerstarken Bottrop, in dem der sportliche Vergleich mit der Filzkugel noch immer einer der Höhepunkte des Sportjahres ist und in dem sich die Vereine um die Ausrichtung bewerben müssen – statt zwangsverpflichtet zu werden. Paradiesische Zustände also. „Man merkt auch in diesem Jahr: Das Turnier ist auch für die Breite da, nicht nur für die Spitze“, sagt Michael Amft, der Vorsitzende des Gastgebervereins Blau-Gelb Eigen.

Belegen lässt sich diese Aussage mit der Verdoppelung der Teilnehmer in der offenen B-Klasse auf 71. Hier schlagen die Spieler in den Leistungsklassen 15 bis 23 auf (ja, die Stadtmeisterschaften bleiben ein LK-Turnier) und müssen so nicht die Befürchtung haben, gleich auf einen ambitionierten Stadtmeisterschaftsfavoriten zu treffen. Die tummeln sich in der A-Klasse. Und die heißen auch in diesem Jahr bei den Männern wieder Christian Schmitke, Jan-Rudolf Möller und Matthias Merkel. Alle drei spielen in der Verbandsliga beim TC Waldhof, Schmittke könnte mit einem erneuten Finalsieg gar den dritten Triumph in Folge feiern.

Ganz alleine auf dem Thron des Favoriten sitzt Daniela Kalthoff bei den Damen. Die Regionalligaspielerin des Lintorfer TC startet für ihren Heimatverein VfL Grafenwald.

Interessant zugehen wird es auch bei den Herren 40, ist dies doch eines der größten Teilnehmerfelder des Turniers. Hier zählen die letztjährigen Finalisten Anton Radev (TC Blau-Gelb Eigen) und Michael Schön (TC Eigen Stadtwald) zu den Favoriten, aber auch Jürgen Bannasch (TC Eigen Stadtwald) wird ein Wörtchen um den Finalsieg mitreden wollen. Auch das Doppelturnier in dieser Klasse verspricht alles andere als Langeweile, rücken doch spielstarke Akteure nach und so können sich die letztjährigen Sieger Anton Radev/Michael Amft nicht mehr als alleinige Favoriten fühlen.

Klar, dass keine Stadtmeisterschaft ohne Renate Czekalla vom TC Vonderort starten kann. Die Dauersiegerin hält die Konkurrenz seit Jahren auf Abstand und geht auch diesmal bei den Damen 50 als Favoritin auf den Platz. Dass der demografische Wandel nun auch im Bottroper Tennis angekommen ist, belegt das erstmalige Zustandekommen der Herren 70. Hier ist Hermann Ridder (RW Bottrop) an Position eins gesetzt.

Am 14. Juli werden dann die Finale gespielt. Klar, dass die Veranstalter bis dahin auf gutes Wetter hoffen. „Wir wollen das Turnier möglichst straff durchziehen. Bei schlechtem Wetter haben wir drei Hallenplätze, aber die sind natürlich keine langfristige Alternative“, sagt Michael Amft.

 
 

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