Orientierungslauf von Adler 07 feiert Jubiläum

Ein Blick zurück ins Jahre 1988: Die Teilnehmer es 3. Volksorientierungslaufs  stürzen auf die Kartenwäscheleine am Stadtgarten zu.
Ein Blick zurück ins Jahre 1988: Die Teilnehmer es 3. Volksorientierungslaufs stürzen auf die Kartenwäscheleine am Stadtgarten zu.
Foto: Ernst-Günther Schweizer
Am Sonntag lädt die DJK Adler 07 zur 30. Auflage des traditionellen Volkslaufs. Gastläufer lernen: Beim Bewältigen des Parcours nützt es nichts, nur schnell zu sein.

Bottrop..  Der Volks-Orientierungslauf von Adler 07 feiert am Sonntag seinen 30. Geburtstag, unter anderem gibt es einen Prominentenlauf. Die WAZ sprach mit Organisator Dieter Schlaefke über die Traditionsveranstaltung, die selbst Läufer aus Frankreich und den Niederlanden anlockt.


Herr Schlaefke, am Sonntag steigt der 30. Volks-Orientierungslauf der DJK Adler 07. Eine Veranstaltung mit Tradition also. Im November gibt es dann wieder die Orientierungslauf-Stadtmeisterschaft. Wie unterscheiden sich die beiden Veranstaltungen eigentlich?
Schlaefke: Der Volkslauf ist eine Breitensportveranstaltung und er war zu Beginn auch vornehmlich an die Bottroper Bevölkerung gerichtet, um die Sportart Orientierungslauf kennenzulernen. Mittlerweile kommen die Teilnehmer auch aus dem französischen Colmar und aus der näheren Umgebung wie Duisburg, Haltern oder Wuppertal. Selbst einige Niederländer sind immer wieder am Start. Die Stadtmeisterschaft ist dagegen leistungsorientiert ausgerichtet, die Strecken sind noch ein wenig fordernder. Allerdings war die Stadtmeisterschaft in der Vergangenheit viel größer, weil viele unserer Läufer noch in Bottrop gelebt haben. Heute sind unsere Leistungsträger aus beruflichen Gründen in der ganzen Republik verteilt. Deshalb haben wir mittlerweile eine offene Stadtmeisterschaft, damit sich die Veranstaltung weiter lohnt.


Der aktive Kern der Adler-Orientierungsläufer ist also kleiner geworden?

Früher waren wir einmal 40 Läufer, heute sind wir noch 20 Aktive. Das ist noch genug, um an Wettbewerben teilzunehmen. Aber wir versuchen, die Orientierungslauf-Tradition in Bottrop zu erhalten. Die Spaziergänger im Wald haben sich daran gewöhnt, dass ihnen Läufer mit bunten Karten entgegen kommen.


Worauf kommt es überhaupt beim Orientierungslauf an?
Die Sportler sollen eine Strecke mit verschiedenen Anlaufstellen mit Hilfe einer speziellen Karte und einem Kompass möglichst schnell absolvieren. Hört sich leicht an und der ein oder andere Läufer guckt anfangs lächelnd auf die gelaufenen Zeiten, sind diese für seine Verhältnisse doch eher langsam. Aber das täuscht: Beim Orientierungslauf läuft es manchmal wie in der bekannten Fabel von Hase und Igel: Wer langsamer, dafür aber mit Übersicht läuft, kommt schneller ins Ziel als die hastigen Läufer. Ich muss sehen: Wo bin ich? Wo muss ich hin? Und ist die offensichtlichste Route auch wirklich die schnellste? Es bringt nicht viel, nur schnell zu sein. Diese Erfahrungen hat schon der ein oder andere Gastläufer bei uns gemacht (lacht).


Gäste gibt es auch bei der 30. Auflage wieder, wie auch schon beim 20. und 10. Volksorientierungslauf. Wie haben die Laien sich in der Vergangenheit geschlagen?
Das war immer sehr unterschiedlich. Aber der Prominentenlauf ist immer eine tolle Veranstaltung, um den Lauf ein bisschen bekannter zu machen. Spaß hatten die Teilnehmer alle in den vergangenen Jahrzehnten, es gibt am Sonntag ja auch einige Zweittäter. Unter anderem starten ab 11 Uhr OB Bernd Tischler, unser Adler-Vorsitzender Dieter Wenzel und Stadtkämmerer Willi Loeven vom Schulhof der Janusz-Korczak-Gesamtschule aus zur Suche nach den 15 Streckenposten im Prosperpark und in der Nachbarschaft.


Die anspruchsvollere Schleife für erfahrene Orientierungsläufer gibt es dann im Batenbrockpark. Wie ist das Feld dort bestückt?
Wir erwarten 130 Teilnehmer. Über zweimal zwei Kilometer, 2,8 Kilometer oder 3,5 Kilometer wird im Doppelsprint gestartet. Beide Schleifen beinhalten als Kern ein Parkgelände, den Prosperpark und den Batenbrockpark. Mit je 26 Teilnehmern sind die drei Herrenbahnen gleichmäßig besetzt, die Damen bevorzugen die mittlere Distanz. In den Eliteklassen dürften Esther Doetsch und Roman Schulte-Zurhausen gute Chancen auf die oberste Treppchenstufe haben. In der Altersklasse 35 wird sich Alexander Lubina der Konkurrenz der Hommenbrüder Sven und Lars und mehrerer Läufer aus Dortmund erwehren. Als ältester Teilnehmer hat sich der 84-jährige Karl-Heinz Mols aus Köln angemeldet. Treuester Teilnehmer ist der 56-jährige Dortmunder Achim Glowka. Er steht beim 30. Volks-Orientierungslauf auch zum 30. Mal am Start.


Klingt nach einer Art Klassentreffen der Adler-Orientierer, das sind viele bekannte Namen aus den vergangenen Jahrzehnten.
Stimmt. Auch inzwischen weiter entfernt wohnende Mitglieder starten am Sonntag, so dass die Bottroper mit 28 Läufern die zahlenmäßig stärkste Vereinsgruppe stellen. So muss es bei einem runden Geburtstag ja auch sein.

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