Jürgen Sekula - für einen Moment der Held von RWE

Jürgen Sekula (rechts) ist mit Matthias Schipper (ehemals Schalke 04) noch einmal an den Austragungsort des Finalspiels von 1976 zurückgekehrt.
Jürgen Sekula (rechts) ist mit Matthias Schipper (ehemals Schalke 04) noch einmal an den Austragungsort des Finalspiels von 1976 zurückgekehrt.
Foto: FW
Am 23. Juli 1976 trafen die Jugendteams von Rot-Weiss Essen und Schalke 04 in Herne aufeinander. Jürgen Sekula erinnert sich an sein Tor für RWE im Finale um die Meisterschaft.

Bottrop..  Vor 40 Jahren stand der Bottroper Jürgen Sekula letztmalig auf dem gepflegten Rasen des Herner Stadions am Schloss Strünkede. Mittlerweile ist er Obmann der Altherren-Abteilung vom VfB Bottrop. Doch 1976 trug Sekula nicht etwa schwarz-weiss: Er spielte im Dress von Rot-Weiss Essen. Gemeinsam mit drei weiteren Bottroper Kickern bildete er das Gerüst von RWE.

Mit dem Traditionsklub von der Hafenstraße bestritt Sekula am 23. Juli 1976 das Endspiel um die Deutsche Jugendmeisterschaft in Herne. Gegner war damals der FC Schalke 04. „Wir waren eine eingeschworene Gemeinschaft, aber die Schalker spielten seit Jahren zusammen und waren der Favorit“, erinnert sich Sekula heute zurück. Im Finale traf der damals gerade 18-jährige Bottroper etwa auf Matthias Schipper. „Er war der Abwehrchef bei Schalke. Ein eisenharter Recke.“

Altehrwürdige Tribünen

40 Jahre später treffen die ehemaligen Kontrahenten in Herne wieder aufeinander, diesmal allerdings in friedlicher Absicht. Nach einer freundschaftlichen Begrüßung geht es ins Stadion. Schipper erkennt sofort: „Hier hat sich seit dem Finale aber kaum etwas verändert“. Noch immer kennzeichnen altehrwürdige Tribünen die Spielstätte. Sekula pflichtet ihm bei: „Nur die Tore sind neu“. Ein Grinsen kann sich der 58-Jährige dabei nicht verkneifen, denn an jenem Sommertag markierte Sekula einen Treffer, an den er sich noch heute gerne erinnert.

Der Bottroper schlendert über den Rasen. Vor dem südlichen Tor hält er inne. „Es war die sechste Minute. Das Leder flog nach einer Ecke in den Strafraum und landete auf meinem Kopf. Peter Sandhofe im Tor der Schalker hatte keine Chance“, beschreibt Sekula seinen Treffer zum 1:0 für RWE. Für wenige Minuten war er der Held der Essener. Dann drehten die Schalker auf, siegten vor 23 000 Zuschauern schließlich mit 5:1. „Sie waren besser. Doch dieses Tor kann mir keiner nehmen“, so Sekula.

Der Bottroper lief für RWE später 35 Mal in der zweiten Liga auf. Fast täglich ging es für ihn zum Training an die Hafenstraße. „Ich habe aber irgendwann gemerkt, dass es einfach nicht reicht. Daher habe ich den Traum vom Profikicker aufgegeben.“ Sekula kickte fortan für den VfB Bottrop und wurde bei der Stadt angestellt. Die Zeit bei RWE möchte er aber nicht missen: „Es war wirklich schön.“

Schipper, der immerhin auf 220 Erst- und Zweitligapartien kam und in der Traditionself des S04 kickt, wird von Sekula zum vom VfB veranstalteten Miko-Pokal eingeladen. Der Schalker grinst: „Klar helfen wir. Unter Nachbarn tut man das doch gerne.“

 
 

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