Jan Gaspari überrascht mit Titelgewinn

Überzeugende Leistungen: Jan Gasparie war bei den Deutschen Meisterschaften nicht zu bremsen.
Überzeugende Leistungen: Jan Gasparie war bei den Deutschen Meisterschaften nicht zu bremsen.
Foto: Helga Ackermann/Billardmagazin Touch

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Bad Wildungen sorgte ein junger Bottroper im Karambol für die ganz große Überraschung. Der 14-jährige Jan Gaspari kämpfte sich am kleinen Billard ungeschlagen ins Finale und setzte sich dort gegen den haushohen Favoriten Simon Blondeel vom DBC Bochum mit 30:19 in 28 Aufnahmen durch.

„Ich bin erst 14 und das waren meine ersten Deutschen Meisterschaften. Ich habe gewonnen und dabei einen bärenstarken Gegner besiegt. Das ist ein tolles Gefühl“, erklärte der Bottroper nach seinem Titelgewinn. Der kam zwar überraschend, war nach zwei intensiven Tagen in der Bad Wildungen Ense-Halle aber hochverdient. Gaspari, der erst vor drei Jahren zum Billardsport fand, hatte sich im Vorfeld der Deutschen Meisterschaften kein großes Ziel gesetzt. Er hatte sich durch den zweiten Platz bei den Westfalenmeisterschaften für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert und ließ dann alles auf sich zukommen: „Für mich war allein wichtig, dabei zu sein. Ob es für mich zu einer Medaille reichen würde, darüber habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht.“

Gaspari von Atmosphäre beeindruckt

Die besondere Turnieratmosphäre der Deutschen Meisterschaften beeindruckte den Bottroper sofort. Rund 300 Talente gingen in Bad Wildungen in allen gängigen Spielformen an den Start. „Der ganze Ablauf war spannend. Die Meisterschaften haben irre Spaß gemacht“, so Gaspari, der in seiner Disziplin gleich gut ins Turnier startete. Im ersten Gruppenspiel setzte er sich gegen Aaron Bichler vom BC Landau durch. Gaspari siegte nach 40 Aufnahmen sicher mit 25:12. Im zweiten Spiel gegen Jakub Dziedzic (BC Wedel) meisterte der Bottroper dann auch die ersten kleinen Schwierigkeiten. „Ich bin eigentlich ganz gut ins Spiel gestartet, hab dann aber auch ziemlich nachgelassen“, kommentierte er den ungefährdeten 22:15-Erfolg.

Ein erstes Ausrufezeichen setzte er dann im dritten Spiel gegen Morris Rommel aus Neustadt. Was vor allem ihn selbst schwer überraschte: „Das ist mir noch nie gelungen, nicht einmal im Training.“ Gaspari hatte die Partie mit einer beeindruckenden Zehner-Serie in der 18. Aufnahme beendet (25:16). Das Halbfinale hatte er damit souverän erreicht.

Leichtigkeit verfliegt im Halbfinale

Die Leichtigkeit der Vorrunde ging Gaspari in seinem Halbfinalspiel gegen Nico Burkhardt (Neustadt) zunächst verloren. Die Aussicht auf den Einzug ins Endspiel erschwerte die Konzentration auf die Aufgabe. „Ich bin wirklich sehr schwer ins Spiel gekommen“, so Gaspari, der früh einem Rückstand hinterherlaufen musste. Eine Spielpause leitete dann die Wende ein. Gaspari wurde sicherer, zog an seinem Gegner vorbei und beendete die Partie in der 37. Aufnahme mit einem deutlichen 30:16-Erfolg.

Am zweiten Halbfinaltisch machte Titelfavorit Simon Blondeel seine Ambitionen deutlich. Der Bochumer setzte sich mit einem Schnitt von 2,307 in nur 13 Aufnahmen gegen Morris Rommel durch (30:12). „Ich wusste vorher schon, dass Simon ein Klassespieler ist. Ich hatte vor längerer Zeit mal ein Trainingsspiel gegen ihn bestritten“, so Gaspari. Der 14-Jährige rechnete sich für das Endspiel auch keine großen Chancen aus, machte dann aber intuitiv genau das Richtige: „Ich bin das ganze Spiel über sehr ruhig geblieben, habe mich nicht ablenken lassen und habe mich auf jede Aufnahme konzentriert.“

Die Anfangsphase des Finals verlief ausgeglichen. Gaspari ging mit einer 7:6-Führung in die neunte Aufnahme und legte eine Siebener-Serie hin. Der große Favorit war beeindruckt, ein Wirkungstreffer, von dem sich der Bochumer nicht mehr erholte. Gaspari setzte in der 28. Aufnahme ein Schlussstrich unter das Finale und feierte mit dem 30:19-Sieg den verdienten Gewinn der Deutschen Meisterschaften.

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