Ein Tor gegen Schalke 04

Jürgen Sekula ist ein “Rot-Weißer”. Schon als kleiner Junge stand der Bottroper zusammen mit seinem Vater im Stadion an der Hafenstraße in der berüchtigten Fankurve. Einige Jahre später trug der junge Bottroper selbst das Trikot mit dem RWE-Logo auf der Brust.

Als Achtjähriger kam Jürgen Sekula zunächst zu den Bottroper Fortunen. Bald empfahl er sich durch Balltechnik, Spielübersicht, Schnelligkeit und Trainingsfleiß für höhere Aufgaben. Er spielte in der Kreis- und Niederrheinauswahl. Und schon klopften die großen Vereine aus der Umgebung an: Rot-Weiß-Essen, MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf. Doch der Fortune entschied sich 1975 für die Rot-Weißen. Hier traf er auch auf einen weiteren Bottroper: Rainer Mesek aus Fuhlenbrock.

Eingeschworene Gemeinschaft

Die RWE-Jugend um Trainer Heinz Redepennig eilte damals von Erfolg zu Erfolg. Die A-Jugend wurde Niederrheinmeister, Westdeutscher Meister und stand schließlich 1976 im Endspiel um die Deutsche Jugendmeisterschaft. Den Titel des Niederrhein-Meisters holte sich das rot-weiße Jugendteam in einer Art Heimspiel, wie Jürgen Sekula berichtet. Die RWE-Mannschaft errang den wichtigen Sieg auf dem Weg ins Endspiel im altehrwürdigen Bottroper Jahnstadion.

Die Essener Mannschaft war nach Ansicht des 1958 in Bottrop geborenen Fußballers eine eingeschworene Gemeinschaft. Großen Anteil daran hatten Mannschaftsbetreuer Reinhold Meier und die Väter der Spieler. Sie unterstützten die Elf während der Auswärtsspiele in Stuttgart, Köln und Koblenz. Dann kam das Endspiel. Es wurde am 25. Juli 1976 im Herner Stadion am Schloss Strünkede ausgetragen. Gegner war der Deutsche Vizemeister des Jahres 1975, Schalke 04. Die Königsblauen um Trainer Uli Maslo wollten es diesmal wissen. Doch das Bottroper Duo in Diensten von Rot-Weiß Essen erwischte einen guten Tag. Jürgen Sekula gelang vor über 23 000 Zuschauern sogar der Essener Führungstreffer. Aber die A-Jugend von der Hafenstraße hatte den Schalkern Uli Bittcher, Thomas Lander und Dörmann nichts mehr entgegenzusetzen und wurde mit 1:5 nach Hause geschickt. Eigentlich unverständlich, denn im Team standen neben Jürgen Sekula und Rainer Mesek so bekannte Akteure wie Frank Mill, Jürgen Kaminski, Wolfgang Patzke und Burghard Steiner. An das Endspiel um die Deutsche Jugendmeisterschaft mit anschließender Feier im Gelsenkirchener Hotel Maritim erinnert sich Jürgen Sekula immer noch sehr gerne.

Nach der Jugend-DM absolvierte der Bottroper zunächst eine Verwaltungslehre in Essen. Er trainierte in dieser Zeit mit den Profi, kickte aus Zeitgründen in der 1. Amateurmannschaft. 1979 gelang ihm der Sprung in die Zweitligamannschaft. Auch hier ein Einstand nach Maß: Im Berliner Olympiastadion traf RWE auf Tennis Borussia. Nach einem Eckball bugsierte Jürgen Sekula das “Runde” ins “Eckige”, Essen gewann mit 4:3. In den nächsten vier Jahren absolvierte Jürgen Sekula 35 Spiele für den Zweitligisten und schoss dabei vier Tore. Dem RWE-Kader in den 1980-er Jahren gehörten u. a. auch Thomas Lander und Helmut Gorka an, die Sekula noch aus seiner A-Jugendzeit kannte. Damals trugen die Beiden jedoch Königsblau.

Ab 1982 orientierte sich Jürgen Sekula neu. Er wechselte ins Bottroper Jahnstadion, wo ihm 1991 mit dem VfB der Aufstieg in die Verbandsliga gelang. Nach seiner aktiven Zeit übernahm Sekula das Amt des Trainers unter anderem in Wulfen und seinem Heimatverein Fortuna Bottrop an. Im Februar 2007 zog er sich jedoch ganz aus dem “Fußball-Lehrergeschäft” zurück.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen