Der Schreiner mit dem Torriecher

Mit dem MSV Duisburg reiste der Bottroper Werner Kubek (oben, 2. v.r.) auch in die USA, wo dieses Foto entstand.
Mit dem MSV Duisburg reiste der Bottroper Werner Kubek (oben, 2. v.r.) auch in die USA, wo dieses Foto entstand.
Foto: WAZ
Der Bottroper erlebte die Glanzzeiten beim MSV Duisburg. Später spielte er für Rot-Weiß Oberhausen

Bottrop..  Es gibt Ereignisse, die man nie vergisst. Bei Werner Kubek sind es zwei Spieltage in der Fußball-Bundesliga. Begegnungen in München und in Frankfurt. Der Meidericher SV mit Stürmer Kubek wies nämlich in der 1. Spielzeit der neuen Fußball-Bundesliga die „1860er“ vor 50 Jahren zunächst sehr eindrucksvoll in die Schranken. Der Bottroper Kubek mit einem Doppelpack und Werner „Eia“ Krämer waren beim 3:0-Erfolg die Torschützen bei den Zebras, die damals von Rudi Gutendorf trainiert wurden.

Leiter des Bottroper Bauhofes

VfB Bottrop, Meidericher SV und RWO, das waren einige der Stationen als Fußballspieler des gebürtigen Bottropers, der das Handwerk eines Schreiner erlernt hatte und in Diensten der Kommune stand. Mit der A-Lizenz setzte er später als Trainer seine erfolgreiche Laufbahn fort.

Der agile Angreifer, der 1964 sogar mit dem MSV den Titel des Deutsche Vizemeisters errang, hat überall, wo er er einst kickte, angenehme Spuren hinterlassen. Nicht nur auf dem Rasen als Spieler. Der kickende Handwerker wurde nach seiner aktiven Bundesligazeit sogar Leiter des Bottroper Bauhofes. Ab und zu schaut der ehemalige Bundesligaspieler jedoch bei Rhenania Bottrop und Blau-Weiß Fuhlenbrock vorbei. „Ansonst habe ich keine Kontakte mehr zum Fußball,” erzählt der Mann, der kürzlich seinen 75. Geburtstag feierte.

Bevor Werner Kubek die Lizenz als Trainer für die Bundesliga erwarb, lernte er drei der Großen aus der Zunft kennen: Den Ex-Schalker Herbert Burdenski, erster Torschütze nach dem 2. Weltkrieg in der Nationalmannschaft, „Fischken” Multhaupt, der ihn zum MSV holte, und Rudi Gutendorf, mit dem er 1964 in Meiderich die Deutsche Vizemeisterschaft feierte.

Bei den Rot-Weißen aus Oberhausen trainierte der vielseitige Spieler danach unter Nandor Lengyel, Willibald Hahn, Werner Stahl, Adi Preißler und Günther Brocker. Als Werner Kubek zu RWO kam, war er als bundesligaerfahrener Akteur dort in schweren Regionalligazeiten willkommen. Sieben Jahre blieb der Bottroper ein Kleeblatt.

Dieter „Pitter” Danzberg, der mit ihm beim MSV und bei RWO in einer Mannschaft spielte, meinte einmal: „Werner war trotz seiner Körpergröße von nur 1,68 Meter ein ganz Großer, wendig, schnell, stark am Ball, zweikampfstark, ein guter Techniker, dazu fair.” Auch 1968/69 zählte der Bottroper zum Kader der Kleeblätter.

Knieverletzung bringt das Aus

Endlich waren die Rot-Weißen am Ziel aller Wünsche. Die Regionalligajahre waren endlich vorbei – RWO holte die Westmeisterschaft und war nach dem 0:0 in der Aufstiegsrunde gegen den punktegleichen Freiburger FC nun Erstligist. Die Aufsteigermannschaft von damals: Wolfgang Scheid, Hermann-Josef Wilbertz, Friedhelm Kobluhn, Dieter Hentschel, Friedhelm Dick, Werner Ohm, Günther Karbowiak, Lothar Kobluhn, Hugo Dausmann, Dieter Brozulat, Franz Krauthausen, Rainer Laskowski, Jürgen Jäger, Georg Müller, Heinz Poll, Hannes Fritsche, Werner Kubek, Udo Redmann, Dieter „Pitter“ Danzberg, Trainer Adi Preißler, Co-Trainer Kalli Feldkamp.

Nach einer schweren Knieverletzung war 1971 für Kubek jedoch Schluss mit Erstligafußball. Es schlossen sich vier Jahre als Spielertrainer mit vielen Erfolgen an. Als Trainer wirkte er bei der Spielvereinigung Sterkrade Nord, Vorwärts Bottrop, Rhenania Bottrop und bei TuS Buschhausen. Aber so ganz hat sich Werner Kubek nun doch nicht vom Fußball verabschiedet: „Ich verfolge alle Vereine, bei denen ich gespielt oder die ich trainiert habe. Dazu zählt auch RWO.”

Eine besondere Beziehung hat der ehemalige Bundesligaspieler zur SpVgg Vreden. „Das war eine so schöne Zeit“, gerät der Bottroper ins Schwärmen: „Die Jungs waren einfach gut und es hat einen Riesenspaß gemacht, mit und in dieser Mannschaft zu spielen.“

Das Klutenstadion, ehemalige Spielstätte der Blau-Gelben in Vreden, sei immer „proppevoll“ gewesen, erinnert sich Kubek an die großen Besucherzahlen. „Die Zuschauer hingen sogar in den Bäumen, um ihre Mannschaft zu sehen“, lächelt er.

Im Oktober 1963 hatte er für den Meidericher SV unter Trainer Rudi Gutendorf sein Bundesliga-Debüt gegeben: Mit zwei Toren gegen 1860 München und die Torwart-Legende Petar Radenkovic hatte er sich in der Elite-Liga eingeführt und mit einer 1:5-Niederlage im Trikot von RWO bei Eintracht Frankfurt – (drei Tore von Jürgen Grabowski) verabschiedete sich Kubek im März 1970 aus dem Erstliga-Geschehen. Ereignisse, die der Kicker, der 16 Mal Bundesligaluft schnupperte, nie vergisst.

 
 

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