Der erste Grieche der Bundesliga

Elias "Maik" Galakos begann seine Fußball-Karriere beimVfB Bottrop.
Elias "Maik" Galakos begann seine Fußball-Karriere beimVfB Bottrop.
Foto: WAZ
Ein in Bottrop aufgewachsener Grieche sorgte einst für mächtig viel Wirbel in Fußballdeutschland. Es war Maik Galakos, der in Bottrop zur Schule ging und seine Karriere beim VfB Bottrop begann.

Bottrop..  Ein in Bottrop aufgewachsener Grieche sorgte einst für mächtig viel Wirbel in Fußballdeutschland. Sogar der damalige Bundesfinanzminister Hans Apel schaltete sich 1974 ein, als es um die Verpflichtung von Maik Galakos ging, der bei den Düsseldorfer Fortunen einfach kein Glück hatte. Nur zwei Spiele – der erste Einsatz dauerte gerade einmal 18 Minuten – absolvierte der in Piräus geborene und in Bottrop aufgewachsene Kicker im Team aus der Landeshauptstadt, dann lockte ein Angebot aus seiner Geburtsstadt in Griechenland.

Daraufhin war der 1951 geborene Maik Galakos nämlich in seine griechische Heimat zu Olympiakos Piräus gewechselt, doch St. Pauli hatte den Fußballstar wiederum an die Elbe gelockt. Olympiakos zögerte allerdings mit der Freigabe. Galakos flog zwar nach Hamburg und wurde dort auch als Neuerwerbung vorgestellt. Doch der Vertrag war längst noch nicht unterzeichnet. Auch auf dem offiziellen Mannschaftsfoto war Galakos, der erste Grieche in der Bundesliga, bereits zu sehen.

Auch Dortmund klopfte an

Eine Freigabe erfolgte jedoch nicht. Da bat der St. Pauli-Vorstand seinen prominenten Fan, Bundesminister Hans Apel (1932 – 2011), um Hilfe. Der ließ über die griechische Botschaft wissen, dass man doch bitte keine „Atmosphäre entstehen lassen soll, die die freundschaftlichen Fußballbeziehungen zwischen Griechenland und Deutschland in Schwierigkeit bringen könnte“. Apels Appell blieb ohne Wirkung, Olympiakos lehnte sogar ein 600 000-Mark-Angebot der Kitzkicker ab und Galakos flog wieder nach Piräus zurück.

Maik Galakos war in den 1970er-Jahren ohnehin ein vielumworbener Kicker, denn auch Borussia Dortmund wollte damals den Mittelfeldspieler, der seine Karriere beim VfB Bottrop begann, verpflichten. Aber alle Versuche, den 30-fachen Nationalspieler wieder nach Deutschland zu holen, scheiterten. So blieb Maik Galakos in seiner Heimat, kickte weiterhin für Olympiakos, wo er für sieben Jahre unter Vertrag stand und neben zwei Griechischen Meisterschaften (1980, 1981) auch zweimal den Pokal gewinnen konnte (1975, 1981).

1981 wechselte Galakos zum Erzrivalen Panathinaikos Athen und gewann hier 1984 noch einmal die Meisterschaft sowie zwei Pokalsiege (1982, 1984). Seine aktive Laufbahn beendete Galakos 1985 nach 255 Erstligaeinsätzen.

Trainer von Panathinaikos Athen

Trainerlegende Max Merkel kolportierte einst die folgende Galakos-Geschichte: „Trainer Alketas Panagulias meinte einmal in einem Gespräch mit seinem Mittelfeldstar: ,Hör mal, die Deutschen haben dir doch nur deshalb keinen Vertrag gegeben, weil du körperlich zu schwach bist. Seitdem lernen die Griechen die Körperschule“, lästerte Merkel weiter. „Sie treffen jetzt Rippen und Nieren besser als den Ball.“ Maik Galakos, der Bottroper Grieche, konnte seine Fußballkünste noch einmal 1980 einem internationalen Publikum zeigen, denn er gehörte dem Team an, das in Italien an der Europameisterschaft teilnahm. Nach seiner Zeit als Spieler übernahm Galakos bei verschiedenen griechischen Vereinen das Traineramt. Sein bedeutendster Verein war dabei Panathinaikos Athen. Bottrop, dort wo er als Schüler seine fußballerische Laufbahn begann, blieb er jedoch immer verbunden.

 
 

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