Bottroper Billard-Cracks starten im Vietnam

Christian Rudolph von der Bottroper Billard-Akademie startet am Freitag ins Turnier.
Christian Rudolph von der Bottroper Billard-Akademie startet am Freitag ins Turnier.
Foto: Felix Hoffmann
Christian Rudolph und Dustin Jäschke starten beim Premieren-Weltcup im Vietnam. Die Bottroper betreten Neuland und fürchten die örtlichen Witterungsbedingungen.

Bottrop..  Um 21.30 Uhr ging am Samstagabend der Flieger. Fast 24 Stunden sollte der nachfolgende Trip andauern. Zwischenstopp Dubai, Endstation Vietnam. Mit an Bord: Christian Rudolph und Dustin Jäschke. Sie traten die lange Reise nach Asien aber nicht etwa mit Urlaubsgedanken an – vielmehr treibt sie der sportliche Ehrgeiz in den fernen Osten. In Ho-Chi-Minh-Stadt, der mit über sieben Million Einwohnern größten Stadt Vietnams, gehen die beiden Billard-Cracks der Bottroper Billard-Akademie auf die Jagd nach Weltcup-Punkten.

Jäschke, der in der Szene als riesiges Talent gehandelt wird, startet bereits am heutigen Mittwoch ins Premierenturnier – nie zuvor fand ein Dreiband-Billard-Weltcup auf vietnamesischem Boden statt. Der junge Bottroper steigt in der Qualifikationsphase ein und misst sich in Gruppe K mit dem Türken Can Capak und dem einheimischen Tran Thanh Tu Nguyen. Übersteht Jäschke die Gruppenphase, so nimmt er einen Platz unter den letzten 32 Teilnehmern ein.

In diesem elitären Feld befindet sich bereits Christian Rudolph, der eine Wildcard zugeteilt bekam und erst am Freitag in die dann beginnende K.O.-Phase einsteigt. Der Routinier konnte in seiner langjährigen Laufbahn bereits etliche Titel und herausragende Platzierungen einheimsen. 1996 und 1998 krönte er sich zum Weltmeister, zuletzt errang er 2015 den Titel des Deutschen Einzelmeisters. Allein schon die Trophäensammlung sollte vermuten lassen, dass Rudolph mit einigen Ambitionen ins Turnier startet. Allerdings backt der 51-Jährige vor dem Auftakt eher kleine Brötchen. „Die Erwartung an mich selbst ist diesmal nicht allzu groß“, so Rudolph. Den Grund liefern anhaltende körperliche Probleme, seit geraumer Zeit plagt der Bottroper sich mit Beschwerden im Halswirbelsäulenbereich herum. Zwar standen zuletzt regelmäßig Physiotherapie und Fitnessstudio auf dem Programm, bei voller Stärke wähnt Rudolph sich selbst aber noch nicht. „Allerdings kann auch mit wenig Training einiges möglich sein“, glaubt der gebürtige Kölner. Letztlich will er sich darüber, wie weit die Reise für ihn sportlich geht, aber überraschen lassen.

Rudolph betritt Neuland

Grundsätzlich sei aber der gesamte Trip eine einzige Wundertüte, schließlich fehlte ihm der Vietnam bislang noch als Reiseziel. „Ich war zwar schon in einigen asiatischen Ländern, aber noch nicht in diesem“, so Rudolph. „Auch die Sache mit den Temperaturen könnte abenteuerlich werden.“ Angesagt sind vor Ort in der gesamten Woche bis zu 33 Grad, eine hohe Luftfeuchtigkeit inklusive. Bleibt zu hoffen, dass Jäschke und Rudolph am Tisch nicht schon vorzeitig ins Schwitzen geraten.

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