Bottroper Bergmann (27) postet Gesundes in seinem Food-Blog

Guten Appetit: Daniel Molitor alias „Health Nut“ mit seiner Spezialität: dem Health-Nut-Burger.
Guten Appetit: Daniel Molitor alias „Health Nut“ mit seiner Spezialität: dem Health-Nut-Burger.
Foto: Heinrich Jung
Ein gesunder Burger? Ja, das geht. Der Bottroper Bergmann Daniel Molitor bietet als "Health Nut" regelmäßig seine sportlichen Rezepte auf Facebook an.

Bottrop.. Vor wenigen Stunden war sein Gesicht noch mit Kohlenstaub bedeckt. Mit schwerem Gerät war er in den Stollen unterwegs, um die Förderbänder zu modernisieren. Siebte Sohle, 1159 Meter – tiefer geht es auf Prosper in Bottrop nicht.

Jetzt steht Daniel Molitor in seiner Küche. Nicht länger unter Tage, sondern einige Meter über dem Straßenpflaster, erster Stock in einem Mehrfamilienhaus. „Darauf habe ich mich die ganze Schicht gefreut“, sagt der RAG-Elektriker und blickt erwartungsvoll in die Pfanne. Sechs Frikadellen brutzeln darin um die Wette. Die Hauptzutat seines „Health-Nut-Burgers“.

Daniel Molitor entschuldigt sich für den Rucola („Der ist nicht ganz so doll“) und schichtet zwei Buletten samt Käse auf eine Ananasscheibe („Es muss nicht immer dickes Brot sein“). Ein Rote-Bete-Meerrettich-Gemisch aus Polen darauf, Zwiebeln, Tomate und eine Ananasscheibe als Deckel – fertig. Guten Appetit wünscht der 27-Jährige und beißt in seine Eigenkreation. Die Süße der Ananas, der etwas bittere Geschmack des Rucola-Salats und der saftige Eigengeschmack des brotlosen Rinderhacks – ja, das hat was. „Eine interessante Zusammensetzung, die irgendwie doch harmoniert“, sagt Molitor zufrieden.

Alles selbst mit Freundin Michelle ausprobiert und für gut befunden

Es sind Rezepte wie diese, mit denen sich Daniel Molitor als "Health Nut" eine treue Fangemeinde im sozialen Netzwerk Facebook aufgebaut hat. Knapp 3000 Fans hat der Bottroper derzeit und bietet diesen regelmäßig Rezepte und Kochtipps. Chicken Poree Salad, gefüllte Champignons (vegetarisch), Falafeln mit buntem Gemüse oder mediterraner Hacksalat mit Gurkenspaghetti – alles selbst mit Freundin Michelle ausprobiert und für gut befunden.

Was seine Seite von anderen Food-Blogs unterscheidet? Der sportliche Aspekt, denn Molitor ist Mitglied der Funktionellen Fitness-Gruppe „Hartmetall Ruhrpott“ des KSC Bottrop und richtet das Augenmerk auf Nahrung, die den Körper nach einer schweißtreibenden Trainingseinheit unterstützt und nicht mit zu vielen Kalorien belastet. Proteine rauf, Kohlenhydrate runter! So einfach ist das Erfolgsrezept.

Einmal wöchentlich „Pause“

Neu ist diese Erkenntnis freilich nicht, aber der Bottroper lenkt seine Aufmerksamkeit auf den Genuss abseits von Eiweißshakes und Aminosäuren. Raffiniert abnehmen, Körper und Seele nicht peinigen – das ist der Weg, den Molitor eingeschlagen hat. Einst war er wie viele seiner Facebook-Fans – ein Sportler, der im Fitnessstudio viel trainierte und nur wenig Erfolg am eigenen Körper sah. „Es konnte nicht am Fitnesstraining liegen, ich war ja fleißig. Also blieb die Ernährung“, erinnert sich der 27-Jährige. Die Tiefkühlpizzen verschwanden, Molitor kochte selbst. „Ich habe mich vielmehr mit Essen beschäftigt und die Rezepte auf Facebook gepostet. Zunächst noch unter eigenem Namen, dann als „Health Nut“.

Als er einst im USA-Urlaub am frühen Nachmittag Bier und Zigarette ablehnte, bezeichnete ihn ein Amerikaner so. Health Nut – am ehesten kann man dies wohl mit „Gesundheitsfreak“ übersetzen. Die Bezeichnung fiel ihm an einem Sonntagmittag wieder ein, schnell entwarf er ein Logo, bündelte seine bisherigen Rezepte und ging als eben jene „Health Nut“ ins Netz. Etwas mehr als 150 Rezepte hat er bisher online gestellt. Aber nicht alles aus der Pfanne schafft es ins Internet. „Letztens habe ich in Kokosmilch eingelegten Tofu gemacht, dazu gab es sogenannte Konjac-Nudeln. Wenig Kohlenhydrate und kaum Kalorien. Doch das hat einfach gruselig geschmeckt“, sagt der Hobbykoch lachend.

Morgens darf es auch mal ein Croissant mit Nutella sein

Ganz auf Kohlenhydrate verzichten möchte er aber nicht. Es ist schließlich keine Diät, die er macht, sondern eine Ernährungsumstellung. „Der Körper braucht Nahrung, sonst baut er zuerst Muskeln ab. Außerdem mache ich einmal wöchentlich Pause. Dann darf es morgens auch mal ein Croissant mit Nutella und abends eine Currywurst mit Pommes sein.“

Erfolgsmeldungen bekommt er regelmäßig („Mein Azubi hat in zwei Monaten 13 Kilo abgenommen“) und eine Zukunft als Ernährungsberater/Fitnesstrainer könnte er sich auch vorstellen. Mal sehen, was kommt, wenn auf Prosper endgültig „Schicht im Schacht“ ist.

Bis dahin wird fleißig weiter gekocht und ausprobiert. Ein Burger ist übrig geblieben. „Den nehm ich morgen mit zur Schicht“, sagt Molitor. Sohle sieben, 1159 Meter tief – auch da kann man genießen.

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