Als „Zick-Zack-Matischak“ die Bundesliga begeisterte

Klaus Matischak hatte im Trikot des SV Werder Bremen eine erfolgreiche Zeit. Auch im Spiel gegen den Hamburger SV in der Bremer Meistersaison 1964/65
Klaus Matischak hatte im Trikot des SV Werder Bremen eine erfolgreiche Zeit. Auch im Spiel gegen den Hamburger SV in der Bremer Meistersaison 1964/65
Foto: imago/Kicker
Er war Nationalspieler, Deutscher Meister mit Werder Bremen und er verbuchte einen der schnellsten Hattricks der Bundesliga. In den Geburtsjahren der höchsten deutschen Spielklasse war der Bottroper Klaus Matischak eine Größe. Sein Spitzname ist noch heute geläufig: „Zick-Zack-Matischak“.

Bottrop..  Er war Nationalspieler, Deutscher Meister mit Werder Bremen und er verbuchte einen der schnellsten Hattricks der Bundesliga. In den Geburtsjahren der höchsten deutschen Spielklasse war der Bottroper Klaus Matischak eine Größe. Sein Spitzname ist noch heute geläufig: „Zick-Zack-Matischak“!

Bereits als 19-Jähriger debütierte der Bottroper 1957 in der DFB-Auswahlelf gegen England. Mit einem Tor konnte der junge Mittelstürmer beim 3:2-Sieg der deutschen Amateurauswahl überzeugen. Ab diesem Zeitpunkt ging es steil bergauf für den Bottroper. Zuvor hatte er in der 2. Liga West für den VfB Bottrop gespielt. Trainer Willi Multhaup gewährte ihm in der Saison 1955/56 bereits 23 Einsätze. In seinem letzten Jahr im Jahnstadion (1957/58), steigerte Matischak seine Quote auf 28 Ligaspiele – mit 22 Toren. Er war schnell und wendig – „Zick-Zack“ wurde er deshalb von seinen Mitspielern gerufen.

Von Schalke zu Werder

„Zick-Zack“ – so könnte man auch seine Vereinsvita in den Folgejahren beschreiben. Über den Karlsruher SC und den FK Pirmasens verschlug es das Sturmtalent zur Viktoria in Köln. Hier gab in der letzten Runde der Oberliga-Ära 1962/63 der spätere Meistertrainer Hennes Weisweiler den Ton an. Und „Zick-Zack“ enttäusche seinen neuen Coach nicht. Der Vollblutstürmer schoss 17 Tore. Da Viktoria die Aufnahme in die neue Bundesliga nicht schaffte, verpflichtete Schalke 04 den Bottroper in der Saison 1963/64 für die Sturmmitte.

Auch hier setzte er sich durch. Mit 18 Treffern gehörte er damals zu den erfolgreichsten Torschützen der Liga. Sein Hattrick vom 14. Dezember 1963 beim 4:1 über den 1. FC Saarbrücken (49. bis 57. Minute) zählt noch immer zu den schnellsten der Bundesliga-Geschichte. Da die Rückrunde unter Trainer Georg Gawliczek zusammen mit den Mitspielern Hans Nowak, Willi Schulz oder auch Reinhard Libuda völlig verkorkst verlief und auch die finanziellen Zuwendungen des Vereins nicht nach dem Geschmack des Mittelstürmer waren, zog es ihn nach Bremen.

Die Werderaner planten eine dreiwöchige USA-Reise, da wollte „Zick-Zack“ unbedingt mit. So kam es auch. Klaus Matischak wechselte von der Emscher an die Weser. Eine Entscheidung, die er nie bereut hat.

In Bremen gehörte er bald zu den wichtigsten Spielern. Doch sein Einsatz an der Weser wurde durch Verletzungspausen gebremst. In der Hinrunde der Saison 1964/65 konnte er das Werder-Team nur in sieben Spielen unterstützen. Seine Gesamtbilanz von zwölf Toren in 19 Spielen konnte sich dennoch sehen lassen. Wie auch das Resultat: 1965 wurde er mit Bremen Deutscher Meister.

Bei der Meisterfeier gab es eine Premiere: Matischak und Nationalspieler Max Lorenz ließen sich die erste Meisterglatze der Bundesliga schneiden. Matischak erinnert sich: „Die Wette entstand aus einer Laune heraus. Freiwillig eine Glatze. So etwas gab es nicht. Aber 5000 Mark waren gutes Geld.“

Karriereende nach Bayern-Spiel

Die Verletzungssorgen sollten aber nicht kleiner werden. Im Gegenteil: Für Klaus Matischak bedeutete das Bundesligaspiel am 11. März 1967 beim FC Bayern München das Karriereende – die Knieprobleme waren zu groß. Als „Finanzmanager“ war er dann neben Ligaobmann Rudi Assauer in der Saison 1976/77 in anderer Funktion bei Werder im Einsatz.

Der „Fußballer des Jahres in Afrika 1971“, Ibrahim Sunday, der als 21-Jähriger zum Werder-Kader stieß, erinnert sich gerne an Klaus Matischak. Er wohnte damals mit dem Ex-VfBer zusammen in einer Wohnung. „Klaus lachte viel, zeigte mir die Stadt und brachte mir Deutsch bei. Seine Mutter kochte sehr gut, der Vater hörte mir zu. Klaus’ Eltern machten mich damals glücklich – für einen Nachmittag oder einen Tag, wenn ich nur auf der Ersatzbank saß und Heimweh hatte.“

Matischak trägt Bottrop noch immer im Herzen, lebt heute aber in New York. Er genießt im Big Apple seinen Ruhestand und spielt fleißig Golf.

 
 

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