25 Minuten in der 1. Liga

Pacal Notthoff.
Pacal Notthoff.
Foto: WAZ
Der Fußballer begann bei Blau-Weiß Fuhlenbrock und spielte viele Jahre für den MSV Duisburg

Bottrop..  Kurzzeitig, genau 25 Minuten lang, schnupperte Pascal Notthoff in der Saison 1981/82 Erstligaluft. MSV-Trainer Kuno Klötzer schickte den A-Jugendspieler, der zuvor in der Zebra-Nachwuchstruppe überzeugt hatte, im Schicksalsspiel gegen die Düsseldorfer Fortuna aufs Feld. Es nutzte aber nichts mehr – der MSV verlor, stieg ab – doch der Kicker mit Bottroper Wurzeln blieb Duisburg treu. Wehmütig denkt der ehemalige Duisburger Fußballer, der unlängst seinen 50. Geburtstag feierte, in diesen Tagen an seinen alten Verein.

Der Weg zum MSV

Im WM-Jahr 1974 stieß Pascal Notthoff zu Blau-Weiß Fuhlenbrock. Kein Wunder, denn seine Familie lebte bereits seit Jahrzehnten im Schatten der Ludgeri-Kirche. „Für mich gab es nur einen Verein, und der hieß Blau-Weiß Fuhlenbrock“, erzählt Pascal „Pasi“ Notthoff mit einem Lächeln. Damals wurde der BWF-Nachwuchs von Heinz Kröse trainiert. Mit der Jugend der Blau-Weißen ging es dank „Pasi“ immer aufwärts. Die Elf stieg damals sogar in die Niederrheinliga auf. Einer der schweren Gegner hieß damals MSV Duisburg.

„In einer wichtigen Begegnung hatte ich es mit Dietmar Schacht zu tun. Dem zog ich in diesem Spiel zweimal den Ball durch die Hosenträger“, erinnert sich der 1963 geborene Kicker. Die Zebras waren begeistert und lockten den Fuhlenbrocker nach Duisburg. Hier bildete er bald zusammen mit Roland Wohlfahrt und Dietmar Schacht das starke Rückgrat der Nachwuchs-Zebras.

Auch nach dem Abstieg der Meidericher aus der ersten Liga blieb Pascal Notthof in Duisburg und absolvierte hier bis 1986 135 Spiele, in denen er 35 Tore schoss.

In dieser Zeit begann der junge Kicker auch mit dem Lehramtsstudium. Seine Fächer: Geografie und Sport. Doch irgendwann gab er auf, weil die fußballerische Belastung einfach zu groß wurde. „Pasi“ wollte schließlich zurück in die Erstklassigkeit. Aber bald merkte er: Die Gelenke machen nicht mit. Trainer Ewald Lienen hatte ihn zuvor gewarnt: „Denke auch an deine Gesundheit“.

An zwei ehemalige Zweitligaspieler erinnert sich Pascal Notthoff besonders – an Bernd Thiele, den kleinen, eisenharten Abwehrspieler von Hannover 96 (vorher Schalke 04), und an Torhüter Jupp Koitka, der von 1984 bis 1886 wieder einmal für SG Wattenscheid spielte. „Bernd Thiele hat mich einmal in einer Begegnung ganz rüde gefoult. Gegen ihn zu spielen war sehr unangenehm. Dem Jupp habe ich fast in jedem Spiel, manchmal sogar nach vorheriger Ansage, ein paar Eier ins Nest gelegt“, erzählt der Ex-Kicker, der von 1986 bis 1988 am Tivoli in Aachen spielte.

Berühmte Weggefährten

In seiner Duisburger Zeit gab es noch eine Besonderheit: Einmal stand er sogar bei einem Meisterschaftsspiel gegen die Stuttgarter Kicker zusammen mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Patrik in der Mannschaft: „Wir haben damals sogar gewonnen“, berichtet der Ex-Fuhlenbrocker, der für die Nationalmannschaft der Bundeswehr drei Länderspiele absolvierte. Mit der Militärelf, hier waren unter anderem „Kobra“ Jürgen Wegmann (RWE, Bayern, Schalke, BVB), Hans-Jörg Criens (Mönchengladbach) und Teddy de Beer (BVB) seine Mitstreiter, absolvierte er als Sportsoldat Spiele gegen Togo, Portugal und Dänemark. Zusammen mit Klaus Augenthaler, Peter Briegel, Pierre Littbarski und Erwin Kostedde drückte der Fuhlenbrocker später noch einmal die Schulbank. Am Ende wurde ihnen die Trainer- A-Lizenz überreicht. „Ich entschloss mich aber, nicht Fußball-Lehrer zu werden. Denn dann hätte ich vermutlich meiner Familie zu viel zugemutet, eigentlich bin ich ja auch ein bodenständiger Typ,“ betont Notthoff.

Für die Printenstädter absolvierte Pascal Notthoff innerhalb von zwei Jahren 51 Spiele, in denen er vier Tore schoss. Dann wechselte er zum Wuppertaler SV. Hier begann der in Osterfeld lebende Kicker seine dreijährige Ausbildung zum Speditionskaufmann. Innerhalb von drei Jahren zog sich der Bottroper hier 78 Mal das WSV-Trikot über, um dann noch einmal zu den MSV-Amateuren zu wechseln.

Positive Erinnerungen

Detlef Piersig bot ihm damals die U23 des Vereins mit weiteren Aufstiegsmöglichkeiten an, doch „Pasi“ lehnte ab und trainierte dafür eine Zeit lang den FC Rhade. „Aber mein Beruf als Speditionskaufmann bei einem großen Oberhausener Unternehmen und mein Job als Fußballtrainer gingen nicht unter einen Hut. Nur ab und zu sehe ich mir jetzt Begegnungen im Amateurbereich an oder beobachte für Lippstadt 08 mal Spieler.“ An seine Zeit in Duisburg, Aachen und Wuppertal denkt der Ex-Fuhlenbrocker gerne zurück und lobt Trainer wie Kuno Klötzer, Dieter Tartemann und Luis Zacarias. „Die haben mich geformt“, erklärt der Fuhlenbrocker.

Wenn er aus dem Haus tritt, fliegen ihm schon mal kleine, weiße Bälle um die Ohren , denn die Familie Notthoff wohnt seit Jahren am Rande der Jacobi- Volksgolfanlage. Doch Golfer will der ehemalige Knipser aus dem Fuhlenbrock trotzdem nie werden.

 
 

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