Zenkner: Eine „Legende“ tritt ab

Ein extrem emotionaler Moment stand am Ende der Play offs um die Deutsche Billard-Mannschaftsmeisterschaft: Wolfgang Zenkner, Billard-„Urgestein“ aus dem Süden der Republik, gab seinen Rückzug aus der Mehrkampf-Bundesliga und von internationalen Wettbewerben bekannt.

Nach der Siegerehrung, bei der er mit dem Team der Billardfreunde Weitmar 09 die Silbermedaille erhielt, ergriff Zenkner das Wort. Er beglückwünschte dem Meister DBC und bedankte sich für ein gut ausgerichtetes Turnier, das er in der Partie gegen Thomas Nockemann hätte entscheiden können. Dass nicht nur seine Nerven in diesem Finale blank lagen, war offenkundig. Er bedauerte offen, dass er den möglichen Sieg verzockt habe. „Es geht einfach nicht mehr“, sagte Zenkner mit belegter Stimme. „Meine Zeit ist abgelaufen.“ Er sei mit seinen 61 Jahren in einem Alter, in dem man aufhören dürfe. Vielleicht werde er noch Billard-Lehrgänge für die DBU geben, falls er dort gebraucht werde. Möglich sei auch, dass er für seinen Heimatclub, den BSV München, noch Dreiband spiele.

„Wenn es euch Ernst ist mit dem Klassik-Billard“, mahnte er CEB-Generalsekretär Helmut Biermann und DBC-Vizepräsidentin Yvonne Kampmann , „dann müsst ihr für die dringend notwendigen Veränderungen in der DBU sorgen.“ Er meinte vor allem, dass Dreibandspieler auch Technik in einem anderen Verein spielen dürfen – und umgedreht. Dies ist bisher nicht möglich, blockiert die klassischen Disziplinen.

Nicht nur Zenkner hatte Tränen in den Augen. Lang anhaltender Applaus honorierte die Offenheit und die Lebensleistung den Studienrats, der in vielen Jahren und mit großen Leistungen nicht weniger als 26 nationale und zwei WM-Titel sammelte. Seit der Saison 2007/08 spielt der Kaufbeurer für Weitmar, dessen Vorsitzender Volker Richter ihm öffentlich Dank abstattete. „Er hatte schon mal angedeutet“, so Richter, „dass es ihm zu viel wird. Er sagte, dass diese Entscheidung schon bei der EM in Brandenburg gefallen sei.“

 
 

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