Wattenscheid 08 holt Punkt beim Spitzenreiter

Mehr Dynamik legten die Spieler des VfB Günnigfeld (links Pascal Homberger) an den Tag. Weitmars Marc Jansen kann in dieser Szene nur zuschauen.
Mehr Dynamik legten die Spieler des VfB Günnigfeld (links Pascal Homberger) an den Tag. Weitmars Marc Jansen kann in dieser Szene nur zuschauen.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Der SC Weitmar lässt beim 1:3 gegen Günnigfeld Kampfgeist vermissen. Linden patzt in Wanne, Concordia Wiemelhausen fertigt den TuS Heben mit 4:0 ab.

VfB Günnigfeld -
SC Weitmar 45 3:1 (1:1)

VfB Günnigfeld: Lorek – Herberholz (55. Erdmann), Bazylin, Homberger, Gruner (72. Ismail) – Kaczmarek, Grallert, Reiser – J. Winschewski, Striewe, Foth (87. Herden)
SC Weitmar 45: Witt – Heidari (84. Vitt), Hubert, Lohmann (17. Sundermann), Verres – Knezovic (70. El Lahib), Feistner, Neumann, Sterkau – Jansen, Kokoschka
Tore: 0:1 Knezovic (9.), 1:1 Striewe (24.), 2:1 Reiser (54.), 3:1 Erdmann (80.)

Die 90 Spielminuten an der Kirchstraße hinterließen zwei gänzlich unterschiedlich aufgelegte Trainer. Während VfB-Coach Thomas Baron sich über den nunmehr auch rechnerisch perfekten Klassenerhalt freuen durfte, sah sein Pendant Axel Sundermann eine schwache Leistung seiner Mannschaft, die mit der Niederlage nicht nur wieder auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschte, sondern dem Abstieg einen Schritt näher gekommen sein dürfte. Nach dem Sieg in der Vorwoche gegen den Tabellenführer aus Lünen sind die Sundermann-Schützlinge damit äußerst unsanft wieder auf dem harten Boden der Realität gelandet.

Dabei hatte Weitmar zunächst allen Grund zur Freude. Die 45er fanden gut in die Begegnung hinein und gingen durch einen Schuss von Mishel Knezovic auch nicht unverdient in Führung. Kamil Kokoschka hatte die Vorarbeit geleistet. „Dann aber ging es mit uns stetig bergab. Spätestens mit dem Ausgleich hat sich das Spiel gewendet“, gab Sundermann zu. Nicolai Striewe traf nach 24 Minuten mit einem Linksschuss zum 1:1.

Günnigfeld mit mehr „Biss“

Dennoch hätte Weitmar durchaus noch einmal in Führung gehen können. Marcel Sterkau traf nur die Querlatte, der Nachschuss von Kamil Kokoschka wurde kurz vor der Linie abgeblockt und den zweiten Nachschuss setzte Marc Jansen endgültig über die Querlatte (50.). „Wir haben einfach mehr gebissen und mehr in das Spiel investiert“, lobte Baron die Einstellung seiner Mannschaft genauso sehr, wie sich Sundermann ärgerte: „Günnigfeld hat uns gezeigt, wie Abstiegskampf geht. Das darf uns in unserer Situation nicht passieren. Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen.“

Nach einer Flanke von Nicolai Striewe auf den zweiten Pfosten war es Kevin Reiser vorbehalten, das Leder zum 2:1-Führungstreffer für Günnigfeld für die Linie zu drücken.

Kein Aufbäumen mehr

Wer nun noch einmal ein Aufbäumen der Gäste erwartet hatte, sah sich getäuscht. Nach feiner Kombination aus der eigenen Hälfte konnten die Gastgeber durch den eingewechselten Timo Erdmann sogar noch auf 3:1 erhöhen.

„Bei uns waren am Sonntag zu viele Spieler neben der Spur. Da fehlte es schon an der Körpersprache. So holt man in der Landesliga keine Punkte“, musste Sundermann völlig enttäuscht zugeben.

Concordia Wiemelhausen – TuS Heven 4:0 (3:0).
Concordia Wiemelhausen: Brödner – Schmidt, Falatik, Freitag, Leone – R. Löhr, M. Schreier – Wozniak (69. Hammernick), Vogel (54. Pesch), Groß – Drzymalla.
Tore: 1:0 M. Schreier (17.), 2:0 M. Schreier (40., 11m), 3:0 M. Schreier (42.), 4:0 M. Schreier (72.).

Mann des Tages an der Glücksburger Straße war Maximilian Schreier, der den Tabellenletzten mit seinen vier Treffern im Alleingang in die Schranken wies.Die ersten beiden Torchancen hatten die Gäste. Doch in der 17. Minute begann nach einer Hereingabe von Patrick Drzymalla die Schreier-Show mit dem Führungstreffer.

Als Drzymalla fünf Minuten vor der Pause im Strafraum von den Beinen geholt wurde gab es folgerichtig Strafstoß, den Schreier souverän verwandelte. Ein Zuspiel von Pascal Groß versenkte Schreier kurz darauf zum 3:0-Pausenstand und zur endgültigen Entscheidung. Mit einem Flachschuss aus 13 Metern nach Pass von René Löhr schnürte Schreier dann in der 72. Minute seinen Viererpack.

„Wir haben zwar nicht gut gespielt, mit dem Sieg und den damit verbunden drei Punkten unsere Arbeit aber erfolgreich erledigt“, fasste Trainer Jürgen Heipertz die 90 Minuten zusammen. Damit dürfte Wiemelhausen der zweite Platz in der Tabelle nicht mehr zu nehmen sein. Vier Spieltage vor Schluss beträgt der Vorsprung auf Rang drei sieben Punkte.

Lüner SV -
SW Wattenscheid 08 0:0

SW Wattenscheid 08: Möller – Tegtmeier, Ceran, Al, Osei-Assibey – Grabienski, Dücker (75. Strehlau), Wassi – Stiller (70. Cece), Majid, Raposinho (50. Seniecel).
Bes. Vorkommnis: Möller pariert Handelfmeter (76.)

„Den Punkt haben wir gerne und vor allem auch völlig verdient mit nach Wattenscheid gebracht“, freute sich 08-Trainer Jürgen Meier nicht nur über das Unentschieden beim Tabellenführer, sondern vor allem auch über eine tadellose Leistung seiner Mannschaft.

„Vor allem in der ersten Halbzeit haben die Jungs toll aufgespielt“, sah Meier im ausgeglichenen ersten Durchgang die besseren Möglichkeiten sogar bei seinem Team. Elchekif Majid scheiterte jedoch am Torhüter und bei Maurice Stillers Schuss aus spitzem Winkel fehlten nur Zentimeter. Auch Lünen hatte bei einer Großchance aus fünf Metern nicht das nötige Zielwasser getrunken. Nach dem Wechsel nahm der Druck des Tabellenführers zu. Wattenscheid zog sich nun etwas zu weit zurück und verursachte zu viele Standardsituationen. Jedoch hatten die 08er mit Christian Möller einen Teufelskerl zwischen den Pfosten, der an diesem Sonntag einfach alles hielt. Selbst bei einem Elfmeter blieb er gegen den Lüner Schützen Sieger und hielt so den einen Punkt für Wattenscheid fest.

SV Wanne 11 -
CSV SF Linden 4:2 (2:2)

CSV SF Linden: Klur – Perez, Rösner, Pemöller, Lopez – de Souza (84. Büdecker), Karpec, Martinez, Adinda-Ougba (70. Bauer) – Pflanz, Mohedano (84. Akyürek).
Tore: 1:0 (1.), 1:1 Pflanz (9.), 1:2 de Souza (23.), 2:2 (38.), 3:2 (50.), 4:2 (87.).
Bes. Vorkommnisse: Rote Karten für Rösner (Notbremse, 67.) und Akyürek (Tätlichkeit, 89.).

Beim Abstiegskandidaten aus Wanne lag Linden nach noch nicht einmal 60 gespielten Sekunden mit 0:1 in Rückstand. Dennoch fand der CSV ins Spiel. Kevin Pflanz schob nur acht Minuten später überlegt zum Ausgleich ein. Flavio de Souza brachte die erneut von Thorsten Sievert gecoachten Lindener mit einem direkten Freistoß aus 20 Metern sogar in Führung. Illias Adinda-Ougba hatte kurz darauf Pech mit einem Lattenschuss.

Kurz vor der Pause konnte Wanne jedoch ausgleichen und lag nach 50 Minuten sogar wieder in Führung. In Unterzahl – Lars Rösner sah nach einer Notbremse die Rote Karte – konnte der CSV das Spiel nicht mehr drehen und musste sogar noch einen weiteren Gegentreffer hinnehmen.

Eine Minute vor dem Abpfiff ließ sich der erst kurz zuvor eingewechselte Burak Akyürek zu allem Überfluss auch noch zu einer Tätlichkeit hinreißen und sah ebenfalls noch die Rote Karte.

 
 

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