Vom „Bananenwurf“ zum Topklub

Wer hat nicht schon mal im Keller oder bei Freunden gedartet? „Im Keller“ aber, sagt Kai Westermeyer vom 1. DSC Bochum, „kommt man nur bis zu einem bestimmten Punkt. Die Feinheiten lernt man erst im Verein.“ So wie beim 1. DSC, dem größten Dart-Verein im Stadtgebiet. Drei Teams hat der DSC: Die erste Mannschaft spielt in der 1. Bundesliga. Die „Zweite“, in der auch Westermeyer und Kumpane „Andy“ Kröckel werfen, peilt gerade den Aufstieg aus der dritthöchsten Klasse, der Regionalliga, an. In der Bezirksklasse tritt „die Spaßtruppe“ des DSC an.

In Bochum kann man noch kleiner anfangen. In der „Stadt-Liga“ treten Kneipen-Teams in einer losen Liga gegeneinander an, können sich ohne Vereinsmitgliedschaft im Wettkampf entwickeln. „Ein gutes Sprungbrett“, sagt Westermeyer. Auch der DSC hat bei seiner Gründung 1982 klein angefangen - als „1. DC Bananenwurf“. Heute ist der Club unter anderem vierfacher Deutscher Meister, vereint Nationalspieler wie Hobbysportler unter einem Dach und richtet einmal jährlich mit den „Bulls German Open“ eines der größten Dart-Turniere der Welt in Bochum aus.

Die Einnahmen durch die „Bulls German Open“ sind für den Verein überlebenswichtig. Im Liga-Alltag halten sich die Sponsoren zurück. Selbst in der Bundesliga verirren sich eher selten Zuschauer zu den Partien. Dazu kommen 2 500 Euro Spritkosten im Jahr für fünf Auswärts-Spieltage, bei denen auch nicht mehr los ist.

Dass der Dart-Sport in Deutschland, die Liga, jenseits der Phil Taylors, so gut wie keine Beachtung findet? Es sorgt nur noch für ein Schulterzucken. „Wir sind unter uns, man gewöhnt sich eben dran“, sagen sie.

Dabei macht auch beim Nachwuchs das schwache Image den Dart-Vereinen zu schaffen. Obwohl der DSC einer der bekanntesten Clubs Deutschlands ist, gibt es selbst hier ein Nachwuchsproblem. „Neueinsteiger gibt es kaum“, sagt Westermeyer. Von den 15 neuen Mitgliedern im vergangenen Jahr ist keiner ein Anfänger. Größtenteils kommen die Talente von Außen – wie Jugendnationalspieler Hendrik Dane. Mit Vater Peter reist er zu Spielen aus Lippstadt an. „Dart ist oft ein Familiending“, betont Westermeyer, der vermutet, dass viele „sich nicht trauen. Da muss auch der Verband besser an die Leute herangehen.“

Westermeyer würde sich holländische Verhältnisse wünschen. Dort gehört Dart zum Schulsport, denn auch Rechnen ist gefragt. Gewöhnlich wird bei einer Dart-Partie von 501 auf null Punkte runtergespielt. Das Ziel ist es, genau null Punkte zu erreichen. Die Profis fangen ab 300 an, zu rechnen. „Das ist doch eine super Sache für Kinder. Da wird die Konzentration gefördert“, so Westermeyer.

Für Neueinsteiger hält der Dartsport keine hohen Kosten bereit. Zur persönlichen Ausstattung gehören nur gute Pfeile, und die gibt es schon ab 30 Euro. Die Wahl der Darts kann allerdings zur Wissenschaft werden. Wie schwer ist der Pfeil, welchen Luftwiderstand hat er? „Jeder hat seine eigene Philosophie. Eigentlich ist das Kopfsache. Es liegt nicht an den Darts, ob man trifft oder nicht“, sagt Westermeyer und lädt ein: „Am Besten ist: vorbeikommen und ausprobieren.“

Trainiert wird donnerstags (19.30 Uhr) im Haus Frein. Mehr Infos: www.dscbochum.de.

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