Tipps für die Kleinen von einem Großen

Im Kreis seiner jungen Kicker: Bernd Korzynietz.
Im Kreis seiner jungen Kicker: Bernd Korzynietz.
Foto: Karl Gatzmanga / WAZ FotoPool
Bernd Korzynietz, der als Profi mehr als 200 Erst- und Zweitliga-Spiele absolviert hat, fängt als Trainer ganz unten an - bei der U8 der SG Wattenscheid 09.

2-3-1 - so lautet derzeit das favorisierte Spielsystem von Bernd Korzynietz. Was sich im ersten Moment nach einer Abwehrvariante im Handball anhört, ist in Wirklichkeit die Grundformation, mit welcher der ehemalige Bundesligaprofi sein Team samstags auf den Platz schickt. Korzynietz ist Trainer der U8 der SG Wattenscheid 09. Und hier wird bekanntlich auf halbem Feld mit sechs Feldspielern plus Torwart gespielt.

„Es macht mir wahnsinnig viel Spaß mit den Kindern zu arbeiten. Es ist schön zu sehen, wie man durch kleine Tipps große Fortschritte erzielen kann“, sagt der 33-Jährige, der seit 2010 in Wattenscheid wohnt. Im selben Jahr hatte Korzynietz seine Karriere als Profi-Fußballer beendet. Zuvor hatte der ehemalige U21-Nationalspieler zwischen 1999 und 2008 in mehr als 200 Erst- und Zweitligaspielen für Borussia Mönchengladbach und Arminia Bielefeld auf dem Rasen gestanden. Nach sechs erfolglosen Monaten beim späteren Meister VfL Wolfsburg holte Bochums Ex-Trainer Peter Neururer den rechten Außenverteidiger im Januar 2009 nach Duisburg.

Korzynietz zog um ins Ruhrgebiet und blieb, auch wenn seine eigene Karriere im Sommer 2010 beendet war. „Wir sind hier familiär verwurzelt und fühlen uns pudelwohl“, sagt der Vater dreier Kinder, der einst von Ewald Lienen vom Stürmer zum Defensivspieler umgeschult wurde. Der gebürtige Würzburger plante um, machte die Trainer-Lizenzen B und A und fasste bei der Sportagentur „Soccertalk“ in Frankfurt Fuß. Als Spielerberater arbeitet er mit Jugend- und Lizenzspielern westdeutscher Vereine.

Obwohl Bernd Korzynietz deshalb viel unterwegs ist, hält er sich drei Termine in seinem straffen Zeitplan stets frei: Montags und donnerstags trainiert er nämlich zwischen 16.30 und 18 Uhr mit der Wattenscheider U8 an der Berliner Straße, im Winter geht’s in die Halle. Und samstags um 12 Uhr wird in der Regel das wöchentliche Meisterschaftsspiel angepfiffen. Immer mit dabei: Sohn Jaden. Der Siebenjährige spielt seit November 2009 für die SG 09 und wird seit der letzten Saison von seinem Vater trainiert.

Als sportliches Vorbild nennt der kleine Blondschopf Marco Reus, Fernando Torres und – selbstverständlich – „meinen Papa“. Auch Korzynietz‘ zweiter Sohn, Steven, ist bereits in jungen Jahren am Ball. Der Fünfjährige spielt für die Mini-F der SG 09. Tochter Fay, mit vier Jahren die Jüngste im Hause Korzynietz, bleibt dagegen häufig in der Rolle des größten Fans ihrer Brüder – bis jetzt.

Nicht selten kann sie dabei Siege bejubeln. Denn im Gegensatz zu anderen Wattenscheider Jugendmannschaften verlief die Saison der U8 bisher „zufriedenstellend“, so Korzynietz. Nach sieben Spielen steht 09 mit sechs Siegen und einem Unentschieden nur deshalb auf dem dritten Tabellenrang, weil der Zweite, TuS Heven, bereits zwei Spiele mehr absolviert hat. Spitzenreiter SF Altenbochum hat sogar drei Spiele mehr auf dem Konto. Von den insgesamt elf Teams in der Liga sieht Coach Korzynietz, der von seinem Co-Trainer Lars Bierend und Teamkoordinator Martin Kretschmer „hervorragend unterstützt“ wird, seine Mannschaft am Ende in einem Zweikampf mit Altenbochum um den Titel. Jedoch fügt „Kozze“, wie er früher von seinen Fans genannt wurde, hinzu, „dass der Spaß immer an allererster Stelle steht und wir dank der Mitarbeit und der Unterstützung der Eltern ein super Klima in der Mannschaft haben“.

Sein erstes „richtiges“ Jobangebot als Trainer hat Korzynietz vor einiger Zeit abgelehnt. Bei der Besetzung des Trainerstuhls der U19 war er der Wunschkandidat, verzichtete aber unter anderem aus Zeitgründen. Dennoch will Korzynietz „irgendwann einmal ins Trainergeschäft einsteigen“. Dann wird er sich mit 4-4-2 oder 4-2-3-1–Systemen beschäftigen. Bis dahin begnügt er sich mit dem 2-3-1 seiner U8.

 
 

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