SG 09: Ein Punkt könnte reichen

Wenn man nicht weiß, wohin mit seiner Freude, greift man sich eben einen Balljungen.
Wenn man nicht weiß, wohin mit seiner Freude, greift man sich eben einen Balljungen.
Foto: FUNKE Foto Services

Natürlich war Farat Toku an Christi Himmelfahrt in Verl. Ein „sehr kampfbetontes Spiel“ habe der Trainer der SG Wattenscheid 09 gesehen zwischen Verl und den Sportfreunden Lotte an diesem sonnigen und für die Pokalteilnehmer eminent wichtigen vergangenen Donnerstagnachmittag. Letztlich gewann Lotte das Westfalenpokal-Finale, zieht damit in die erste DFB-Pokalhauptrunde ein. All’ das stand aber erst nach 120 Minuten fest. Lotte, das mit der Bestbesetzung angetreten war, wird ganz schön dicke Beine haben.

Und: Lotte ist der nächste Gegner der SG Wattenscheid 09 (Anstoß So., 14 Uhr, connectM-Arena).

Vorteil 09? „Nein“, sagt Toku, das muss Toku natürlich sagen. „Die werden definitiv nichts abschenken. Die sind erfahren, topfit.“ Im Understatement war Toku schon immer ganz gut, im Traineramt kann er sich in dieser Saison schon ein kleines Denkmal in Wattenscheid setzen. Nach dem 5:1-Sieg gegen die Kölner U 23 am letzten Sonntag haben sich die Wattenscheider wieder zwei Punkte vor die Abstiegsränge gekämpft, Uerdingen auf den ungeliebten 15. Platz geschoben. Verliert Uerdingen im großen Borussia-Park gegen Tabellenführer Gladbach II und holt Wattenscheid einen Punkt beim Siebten Lotte, ist der Klassenerhalt so gut wie geschafft, denn auch das Torverhältnis ist seit dem letzten Spieltag deutlich in Richtung der 09er ausgeschlagen.

Psychologischer Vorteil SG 09? „Nein“, sagt Toku wieder – oder muss er das wieder sagen? – „wir konzentrieren uns von Spiel zu Spiel, wir wissen um die Situation und wollen nicht verkrampfen. Alle sagen: Wenn ihr gewinnt, passiert das und das. Aber da müssen wir die Kirche im Dorf lassen.“

Andererseits waren die Vorzeichen – nur aufs Mentale und Tabellarische bezogen, denn personell sieht es nicht sehr gut aus (s. Infokasten) - tatsächlich selten so gut wie vor diesem vorletzten Spieltag. Nach dem Kantersieg gegen Köln gab’s endlich mal minutenlangen, ehrlichen, warmen Applaus der Wattenscheider Fans. Das dürfte bei dieser Mannschaft, die schon viel mitgemacht hat in dieser Saison, runtergehen wie Öl. Nach der Achterbahnfahrt in puncto Lizenz, die man nun doch bekommt, ist auch hier alles geklärt.

Nun muss Wattenscheid nur noch die kampfstarken Lotter niederringen. „Sie haben vorne sehr starke Leute. Wenn sie den Ball gewinnen, schalten sie sehr schnell um“, sagt Toku: „Wir wollen aber selber Akzente setzen, unser Spiel durchbringen – und nicht auf andere Ergebnisse spekulieren.“

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