Ruths Silbermedaille in Rieti: „Das war schon richtig geil“

Eigentlich, dachten der Wattenscheider Sprinter Maximilian Ruth (19) und seine Staffelkollegen Robert Polkowski, Bastian Heber sowie Sebastian Schürmann, dass nach dem Vorlauf bei der U 20-Europameisterschaft im italienischen Rieti alles klar gewesen sei. Mit der drittbesten Zeit hatte sich das 4 x 100 m-Quartett sicher in 40,16 Sekunden für das Finale qualifiziert – doch dann, eine halbe Stunde später, legten Frankreich und Italien, ebenfalls ambitionierte Medaillenanwärter für den Endlauf, Protest ein.

Ruth war da schon wieder im Hotel, bekam von der Kurzzeit-Disqualifikation nichts mit. Frankreich hatte der DLV-Staffel vorgeworfen, dass ein Sprinter bereits vor der Vorwechselzone losgelaufen sei. Diesen Vorwurf konnten die Offiziellen dank Videoaufnahmen ebenso entkräften wie jenen der Italiener. Die hatten den Deutschen zur Last gelegt, dass ein Staffelläufer eine „verbotene“ Linie betreten haben soll.

Ruth hatte das, wie gesagt, „erst später mitgekriegt“, hatte aber gleichwohl „viel Wut im Bauch. Wir wollten zeigen, was wir können und waren alle doppelt motiviert.“

Wenngleich die Wechsel „nicht ganz stimmig“ waren, weil man im Vorfeld nicht allzu oft gemeinsam trainiert hatte, sprang am Ende trotzdem die Silbermedaille ‘raus. Für die 400 Meter brauchte das Quartett 39,96 Sekunden, landete vor Frankreich und Italien. Überraschungssieger wurde Polen. „Das war schon richtig geil“, war Ruth nach der Ankunft auf deutschem Boden gestern immer noch „total happy“.

Nun wartet noch die U 20-DM auf den Wattenscheider Sprinter, der sich seit seinem Wechsel zum TV 01 über die 100 Meter-Distanz schon um zwei Zehntel steigern konnte. In Rostock startet Ruth definitiv mit der 4 x 100 m-Staffel, ist sich aber noch nicht im Klaren darüber, über welche Distanzen er allein startet. „Vielleicht nur 100 Meter, vielleicht nur 200 Meter, vielleicht auch beides – mal schauen, wie ich mich fühle“, so der gebürtige Wittener.

 
 

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