Nico Pickert will dem Wasser ganz nah’ sein

Investiert viel in seinen Sport: Canadier-Fahrer Nico Pickert vom LDKC.
Investiert viel in seinen Sport: Canadier-Fahrer Nico Pickert vom LDKC.
Foto: Ute Freise
Stolz war Nico Pickert, als er für den DKV bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Portugal starten durfte - auch wenn es mit dem angepeilten Platz unter den Top Ten nicht klappte.

„Stolz“, antwortet Nico Pickert auf die Frage, was er gefühlt habe, als er das erste Mal für Deutschland bei einer Weltmeisterschaft antreten durfte. Im nächsten Satz darüber schwingt jedoch auch etwas Enttäuschung mit. „Mein Ziel war es unter die Top Ten zu kommen“, gibt das Talent des Linden-Dahlhausener Kanu-Clubs (LDKC) zu. Am Ende wurde es aber „nur“ der 18. Platz für den 17-Jährigen, der im Jungjahrgang startete.

Das hatte mehrere Gründe, wie Nico ausführt. „Der Wind kam von rechts, das ist für Kanuten, die auf der rechten Seite ins Wasser einschlagen, ein Nachteil.“ Zudem fährt er mit seinem 14 Kilogramm schweren Canadier lieber die Mittelstrecke über 1000 Meter, bei der WM fuhr er aber die 200 Meter lange Kurzstrecke.

Das eine oder andere Turnier wird der Schüler der Frida-Levy-Gesamtschule in Essen aber sicher noch für Deutschland fahren dürfen, denn mit 17 Jahren ist sein Entwicklungsprozess lange noch nicht abgeschlossen, wie der Sportschüler selber sagt. Danach werde Nico die Nationalmannschaft als Ziel ins Auge fassen. „Vorher möchte ich bei den Junioren aber noch eine Medaille über 1000 Meter gewinnen“, verschwendet der Dritte der Olympic Hope Games über 1000 Meter nicht viele Gedanken an allzu ferne Ziele.

Wechsel vom KC Wiking zum LDKC

Braucht er auch nicht, seitdem der gelegentliche Hobbyfußballer 2013 vom KC Wiking Bochum zum LDKC gewechselt ist. „Hier bin ich glücklich. Die Trainingsbedingungen sind top und mit Thomasz Wylenzek habe ich einen Trainer, der seine vielen Erfahrungen gut weitergeben kann.“ Die ambitionierte Trainingsgruppe des früheren Weltmeisters besteht aus vier aufstrebenden Talenten, die nahezu jeden Tag trainieren. „Acht Trainingseinheiten in der Woche sind schon hart, da bleibt nicht viel Freizeit neben der Schule.“ Große Probleme scheint der Bochumer damit jedoch nicht zu haben. „Die meisten Freunde habe ich im Sport, und an meinem freien Samstag entspanne ich dann oft nur.“

Entspannung bedeutet für ihn in gewisser Weise aber auch das Kanufahren. „Ich mag es, dem Wasser so nah’ zu sein.“ Geweckt wurde die Leidenschaft bei Nico Pickert, als der Vater eines Mitschülers ihn und andere Klassenkameraden mal zum Kanufahren mitnahm. „Da hat es mich das erste Mal begeistert, und nun mache ich das seit neun Jahren Tag für Tag.“

Dennoch konzentriert sich der Elftklässler nicht nur auf den Sport. Nach dem Abitur möchte er zur Bundespolizei. „Ich betreibe Kanufahren zwar schon fast professionell, aber davon leben kann man leider nicht.“ Auch wenn der Aufwand weit über ein Hobby hinausgeht.

 
 

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