Nach Rauswurf: SG Wattenscheid lehnt Einigung ab

Felix Groß
Erschien auch vor Gericht: Christoph Jacob (li), Vorsitzender der SG Wattenscheid 09.
Erschien auch vor Gericht: Christoph Jacob (li), Vorsitzender der SG Wattenscheid 09.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Im Zivilverfahren um den Vereinsausschluss von Christian Knippschild, einem Mitglied der SG Wattenscheid 09, ist gestern vor dem Amtsgericht Bochum noch kein Urteil gefallen.

Es wird erst am kommenden Donnerstag um 10 Uhr verkündet. Zuvor hatten sich die Streitparteien nicht gütlich einigen können. Aber der Reihe nach.

Knippschild, seit 2005 Klubmitglied und seither auch in verschiedenen Funktionen als Ehrenamtlicher (unter anderem als Stadionsprecher) tätig, war gegen den Verein vorgegangen, nachdem der Ehrenrat der SG Wattenscheid 09 ihn wegen „vereinsschädigenden Verhaltens“ am 18. Juli ausgeschlossen hatte, so die Begründung des Rates. Unter anderem soll Knippschild im sozialen Netzwerk „Facebook“ im Internet beleidigende Posts gegen den 09-Vorsitzenden Christoph Jacob abgesetzt haben. Auch Jacob erschien gestern persönlich vor Gericht.

Es geht um die Teilnahme an der Jahreshauptversammlung

In dem einstweiligen Verfügungsverfahren allerdings stand hauptsächlich die Frage im Vordergrund, ob Wattenscheid 09 bei dem Ausschluss Knippschilds satzungsgemäß vorgegangen ist. Die Facebook-Posts oder „Gefällt mir“-Klicks unter verschiedenen Statements werden erst im Hauptsacheverfahren ein Thema sein. Zunächst geht es Knippschild nämlich primär darum, an der Jahreshauptversammlung des Vereins am 20. August teilnehmen und somit dort sein Stimmrecht wahrnehmen zu können – deshalb stand diese Art von Schnellverfahren auf dem Gerichts-Plan.

Und die bald anstehende Hauptversammlung ist auch einer der Gründe, warum die Richterin eine gütliche Einigung ins Auge fasste. Ihr Vorschlag: Knippschild sollte bis zum Hauptverfahren seine Mitgliedsrechte erhalten, eben damit er an der Versammlung teilnehmen kann. Die SG 09 stimmte diesem Vorschlag aber nicht zu, signalisierte keinerlei Vergleichsbereitschaft.

Der Vorwurf der Klägerseite lautete zuvor, dass der Ehrenrat ohne eine Beauftragung von Aufsichtsrat und Vorstand gehandelt habe, obwohl dies in der Satzung vorgeschrieben ist. Daraufhin legte Vereinsanwalt Dr. Rouven Bodenheimer der Richterin ein entsprechendes Schriftstück vor, datiert auf den 20. Juni. Dessen Glaubwürdigkeit zweifelte Kläger-Anwalt Oliver Allesch an, der weiterhin argumentierte: „Der Wunsch auf die Teilnahme an einer Jahreshauptversammlung ist existenziell. Das ist schließlich das höchste Organ eines Vereins.“ Bodenheimer und Jacob allerdings sahen das nicht so und lassen es deshalb drauf ankommen.

Fortsetzung folgt am Donnerstag.