Mediation soll die Streitigkeiten schlichten

Momentan noch hüllenlos: Das Wiesentalbad. Im Vordergrund sieht man bereits den Standort für das Technikhäuschen der Traglufthalle, die im Herbst erstmals errichtet werden soll.
Momentan noch hüllenlos: Das Wiesentalbad. Im Vordergrund sieht man bereits den Standort für das Technikhäuschen der Traglufthalle, die im Herbst erstmals errichtet werden soll.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool
SV Blau-Weiß Bochum: Im Rechtsstreit um die Traglufthalle über dem Wiesentalfreibad treffen sich die Parteien Ende September zum verwaltungsgerichtlichen Schlichtungsverfahren.

Das ‘Okay’ seiner Mitglieder hatte Bochums großer Schwimmverein Blau-Weiß eingeholt. Inzwischen ist das Wiesentalbad auch baulich für die für Herbst geplante Errichtung der Traglufthalle zur Winternutzung seiner Wasserfläche vorbereitet. Die nötige Technik, Außenhülle und Zubehör sind angeschafft.

Allerdings hatte bereits in der Einspruchsfrist nach Erteilung der Baugenehmigung Dr. Michael Sattler, Rechtsvertreter des Projektgegners und Wiesental-Anwohners, eine Anfechtungsklage beim zuständigen Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen eingereicht.

Nach einem Ortstermin der bearbeitenden Kammer schlugen die Richter nun eine gerichtliche Mediation zur Schlichtung vor. Ab dem 24. September werden dabei die Stadt Bochum als Bauherr, der Verein und die klagende Partei zusammenkommen. „Wir hoffen auf eine einvernehmliche Lösung“, sagt der Blau-Weiß-Vorsitzende Andreas Wächter.

Dabei sollen Kompromisse angestrebt werden. Zur Debatte stünde etwa die Lärmbelastung der Nachbarschaft durch Trainingszeiten in den späten Abendstunden oder auch die Zufahrtsregelung zur am Bad befindlichen Gastronomie, erläutert dazu Dr. Sattler von der Gegnerseite. Die Geräuschkulisse, wenn bis 22 Uhr trainiert würde und dann noch bis 23 Uhr Sportler da wären, sei eben eine erhebliche Belastung seines Mandanten.

Derweil betont der Blau-Weiß-Vorsitzende, dass die zum Teil heftigen Streitigkeiten zwischen dem Nachbarn und Vereinsmitgliedern der Vergangenheit angehören sollen („Die Vorkommnisse, die das Verhältnis so zerrüttet haben, lagen auch weit vor meiner Zeit.“). Wächter zum Auseinandersetzungspunkt Lärm: „Ich habe mir auch an anderen Standorten Traglufthallen angesehen. Wir sind zuversichtlich, dass sich die Belastung bei der eingesetzten Technik nicht nennenswert erhöhen wird.“ Gleichwohl wolle man aber auch die Gegenseite anhören und ernst nehmen.

„Wir wollen das jetzt positiv angehen und setzen auf eine erfolgreiche Mediation“, sagt Sport- und Bäderamtsleiter Klaus Retsch. Die Interessen der Stadt vertritt bei den Terminen Justiziar Andreas Mruck. Ein Fachmitarbeiter von der Sportverwaltung soll außerdem mit zu Rate gezogen werden, so Retsch.

Kommt es dagegen zu keiner Einigung, fällt die Entscheidung zurück an die Kammer des Verwaltungsgerichts. Die laufende Klage hat allerdings keine aufschiebende Wirkung. Ein Baustopp für die Traglufthalle vor dem Gerichtsentscheid ist nicht möglich. Zum 1. Oktober endet die Sommersaison im Vereinsbad im Grünstreifen von Weitmar. Danach soll sich die elastische Dreifach-Hülle erstmals mit Luft füllen.

 

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