Lukas Kampa: über Bochum zu den European Games

Lukas Kampa war bei der WM der beste Zuspieler.
Lukas Kampa war bei der WM der beste Zuspieler.
Foto: dpa
In Bochum bereitete sich die deutsche Volleyballnationalmannschaft mit dem Ex-Telstar-Spieler Lukas Kampa auf die Europeans Games in Baku vor. Ein Gespräch.

Ein deutsches Volleyball-Länderspiel in Bochum? Das gibt es selten. Aber Lukas Kampa hat es möglich gemacht, auch wenn die so genannten „Trainingsspiele“ gegen die Slowakei nur inoffiziell waren. „Ja, es ist richtig“, gesteht Kampa etwas zurückhaltend: „Wir haben die Vorbereitung auf die European Games in Aserbaidschan wegen der Geburt meines Sohnes hier absolviert.“

Der gebürtige Bochumer ist froh, dass die Nationalmannschaft ihm das ermöglicht hat. Zudem spiegelt es auch die Wertschätzung des 28-Jährigen innerhalb des Teams wider, der nur noch selten in seiner Heimatstadt ist. „Außer an Geburtstagen bin ich kaum noch bei meiner Familie in Bochum. Meine Frau wohnt zwar mit mir in Polen, aber meine Freunde und Familie wohnen alle noch hier“, sagt Kampa.

Der ehemalige Spieler des VfL Telstar Bochum pflegt noch enge Beziehungen zu seinem Ex-Klub. So spielt sein Bruder David aktuell im Verbandsliga-Team des VfL. Und der Kontakt zu seinen ehemaligen Mitspielern, besonders zu Holger Kaesler, sei nie abgerissen, erzählt der deutsche Topspieler.

Vertrag in Radom bis 2016 verlängert

Nur allzu gern unterstützt er da den Bau eines Beachvolleyballplatzes seines Ex-Vereins mit der Verlosung eines signierten Nationalmannschaftstrikots. „Der Platz bietet im Sommer eine Freizeitmöglichkeit mehr“, freut sich der ehemalige Schüler der Graf-Engelbert-Schule. „Außerdem spiele ich selbst gerne Beachvolleyball.“

Heimat war in den letzten Jahren jedoch schwierig zu definieren für den aktuellen Zuspieler des polnischen PlusLiga-Teams Cerrad Czarni Radom. Nach mehreren Stationen in Deutschland gelangte der Sympathisant des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum über Italien, Russland und die Ukraine 2014 ins 1.100 Kilometer entfernte Radom, wo er seinen bisherigen Einjahresvertrag bis 2016 verlängert hat. „Im Land des Weltmeisters und in einer der besten Ligen der Welt zu spielen, das ist der Lohn für jahrelange harte Arbeit“, freut sich Kampa.

Diese harte Arbeit hat sich schon 2014 bei der Weltmeisterschaft in Polen ausgezeichnet, als der 121-malige Nationalspieler zum besten Zuspieler des Turniers gewählt wurde. „Diese Auszeichnung war nur der Höhepunkt einer ausgezeichneten Teamleistung, die mit dem dritten Platz gekrönt wurde“, stellt der Olympia-Fünfte von 2012 die Mannschaft in den Vordergrund. Das Erhalten der Sportehrenmedaille des Landes NRW bestätigt nur die gesteigerte Wahrnehmung des Volleyballs in Deutschland, auch wenn der Bochumer feststellt, dass „der Sport in der Öffentlichkeit trotzdem kaum präsent ist“.

Daran wollen er und seine Mitspieler am besten so schnell wie möglich etwas ändern. Dazu bieten die Mitte Juni stattfindenden ersten European Games in Baku die nächste Möglichkeit. „Polen, Russland und Italien gehören zwar zu den Favoriten, aber durch unsere Erfolge haben wir uns in die erweiterte Weltspitze gespielt“, gibt der Stammzuspieler „natürlich“ eine Medaille als Ziel aus.

EM-Titel im Oktober ist ein Ziel

Aber auch den EM-Titel im Oktober dieses Jahres in Bulgarien und Italien sowie vor allem die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro sind Ziele.

In Baku trifft das deutsche Team in der Vorrunde auf Russland (Sonntag, 14. Juni., 17 Uhr), die Slowakei (16. Juni, 13.30 Uhr), Bulgarien (18. Juni, 6 Uhr), Italien (20. Juni, 19 Uhr) und Belgien (22. Juni, 8 Uhr; Sport1 berichtet).

TRIKOTVERSTEIGERUNG FÜR BEACHVOLLEYBALLFELD

Die deutsche Mannschaft ist berreits in Baku in Aserbaidschan gelandet. Ob die Teams bei der Eröffnungsfeier am 12. Juni mit in das Stadion einlaufen, ist noch nicht klar. Ihr erstes Spiel bei den erstmals ausgetragenen European Games, bei denen es in 30 Sportarten auch um Qualifikationspunkte für die Olympischen Spiele geht, bestreitet die Männermannschaft um Lukas Kampa am

Um den geplanten Beachvolleyballplatz in Hamme bauen zu könen, ist der VfL Telstar Bochum auf Spenden angewiesen. Als Anreiz dafür wird ein vom ganzen Team signiertes Nationalmannschaftstrikot unter allen Spendern verlost, das im Rahmen der Trainingsspiele gegen die Slowakei im Sportzentrum Westenfeld Holger Kaesler, stellvertretend für Telstar, von Lukas Kampa überreicht wurde.

Mehr Infos dazu soll es bald auf der vereinseigenen Facebook-Seite geben: www.facebook.com/TelstarBochum.

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