Lindener sind mit Wylenzek auf Gold-Tour

Medaillensieger: v.li. Sophie Fleißgarten, Leonhard Röhr, Nico Pickert, Pitt Fleißgarten, Trainer Tomasz Wylenzek.
Medaillensieger: v.li. Sophie Fleißgarten, Leonhard Röhr, Nico Pickert, Pitt Fleißgarten, Trainer Tomasz Wylenzek.
Foto: Ute Freise
Bei den Deutschen Meisterschaften im Kanurennsport in Hamburg räumt der Nachwuchs des Linden Dahlhausener Kanu Clubs unter dem neuen Trainer Thomas Wylenzek ordentlich ab. 14 Medaillen holten die LDKC-Talente, überragend war Nico Pickert.

Tomasz Wylenzek war und ist in Kanu-Kreisen ein Begriff. Das Canadier-Ass hat sich zu aktiven Zeiten einen Namen gemacht. Als Olympiasieger von Athen 2004 im Zweiercanadier mit dem Leipziger Christian Gille und als Silber- und Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von Peking (ebenfalls mit Gille). Und natürlich als mehrfacher Weltmeister. Nun ist er auf dem besten Weg, sich auch als Trainer etwas aufzubauen. Beim Linden-Dahlhausener Kanu-Club (LDKC).

Vor dem Hintergrund, den doch eher brach liegenden Kanurennsport wieder zu aktivieren, war Wylenzek zu Jahresbeginn von einem LDKC-Vorstandsmitglied angesprochen worden. Denn er hatte schon mehrfach sein Interesse bekundet, als Nachwuchstrainer etwas von dem zurückgeben zu wollen, was er als Aktiver erfahren hat. Und da in seinem Heimatverein, der Kanusport-Gemeinschaft Essen, seiner Ansicht nach für einen Anfänger wie ihn schon viel zu professionell gearbeitet wird, kam ihm die Anfrage aus Dahlhausen gerade recht. Und eine offensichtlich fruchtbare Fusion zustande, wie sich nun aktuell bei den Deutschen Kanurennsport-Meisterschaften auf der Dove-Elbe in Hamburg-Allermöhe gezeigt hat.

Denn die Canadier-Truppe des LDKC räumte so richtig ab und trat mit 14 Medaillen die Heimreise an; davon sieben Goldene.

Doch Wylenzek betont, dass dies nicht allein sein Trainerverdienst ist. Denn er teilt sich den ehrenamtlichen Job mit Matthias Kremer; beide arbeiten 2 bis 3 Mal wöchentlich mit den Aktiven. Vier Deutsche Meistertitel, das hatte Wylenzek im Vorfeld für viele verwegen erklärt. Aber selbst er war doch überrascht, wie gut es gelaufen war. „Niemand, auch ich nicht, hätte vor der DM mit so einer Ausbeute gerechnet. Zu Jahresbeginn sind wir von Null angefangen. Und nun dies. Einfach der Wahnsinn“, erklärte er, vom tagelangen Anfeuern noch heiser.

In ihren Reihen hat das Trainergespann Wylenzek/Kremer gleich zwei Rohdiamanten – Nico Pickert und Leonhard Röhr sowie Pitt und Sophie Fleißgarten, denen die Zukunft gehören könnte. Gerade Nico Pickert legte eine Meisterschaft hin, die ihresgleichen sucht. Dabei ging der 16-jährige Jugendliche auch in der höheren Juniorenklasse erfolgreich an den Start.

Im Einercanadier der männlichen Jugend, Altersklasse 16, hieß der Deutsche Meister über 200m, 1000m und abschließend auch über 5.000m jeweils Nico Pickert. Eine optimale Ausbeute. Stark, dass über 1.000m Leonhard Röhr als Vizemeister für einen Doppelerfolg sorgte. Gemeinsam erhöhten sie ihre Goldbilanz im Jugendzweier über 500m um einen weiteren Titel. Im siegreichen NRW-Vierercanadier über 500m saßen Pickert und Röhr gemeinsam mit Torben Daetermann von KC Wiking Bochum und Aaron Wiedermann aus Schwerte. In der höheren Juniorenklasse erkämpfte sich Nico Pickert ferner im 200m-Einer- und NRW-Zweier zwei Bronzemedaillen. Und mit dem Wikinger Torben Daetermann sicherte sich Leonhard Röhr im 5000m-Zweier noch eine Vizemeisterschaft.

Dass Wylenzek und Kremer vollauf begeistert waren, versteht sich von selbst. „Ich versuche, all meine Erfahrung aus meiner aktiven Zeit einzubringen. Und fühle mich wieder wie im Wettkampf. Die Jungs setzen alles super um. Das hier war eine tolle Bestätigung für uns alle“, sagte der völlig geschaffte und strahlende Tomasz Wylenzek.