Letzter Festakt zu einer „astronomischen“ Saison

Mannschaft und Cheerleader im Sektregen. Mit einem Plakat bedankten sich die Spieler bei den Fans.
Mannschaft und Cheerleader im Sektregen. Mit einem Plakat bedankten sich die Spieler bei den Fans.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Vorführen lassen wollte sich Herford in der letzten Partie zu Bochums Basketball-Meisterstück nicht und ärgerte die Feiergemeinde im zweiten Viertel. Am Ende verteidigten die AstroStars ihre blütenweiße Heimbilanz und kommen auf 23 Siege in 24 Spielen. Der Rest war Jubel und Trubel.

Da war Musik drin: Begonnen hatte der Festakt zum Titel und Aufstieg der AstroStars-Basketballer mit dem geschmetterten „Steigerlied“. Der Hobby-Teambusfahrer Joachim Michaelis sang es in Bergmannstracht, der Großteil der über 700 Zuschauer stimmte ein.

„Stand up - for the Champions“ schallte es zwei Stunden später durch die Rundsporthalle - und der Sekt spritzte. Die Mannschaft nahm die Meisterplaketten des Verbandes entgegen und verließ tanzend nach neun Spielzeiten die 1. Regionalliga in Richtung Zweite Bundesliga. „Ein super stimmungsvoller Abend“, sagte Manager Hans-Peter Diehr und strahlte. Derweil präsentierte Felix Wenningkamp die Liga-Trophäe. „Ich hab schon Schönere gesehen, aber egal“, meinte der Scharfschütze der letzten Partie lachend – und reckte das seltsame Plexiglas-Gebilde für ein Foto in die Höhe.

VfL AstroStars Bochum -
BBG Herford 82:71

Viertel: 27:14; 6:25; 30:15; 19:17

AstroStars: Wenningkamp (17 Punkte/5 Dreier), Möhring (16/4), Howard (16/1), Geske (13), Bals (12), Kortmann (6), Abraham (2), Lange, Rathjen und Schiele.

Gegangen war es in der letzten Partie höchstens noch darum, ob Bochums Korbjäger die lupenreine Heimbilanz vollenden. Und das schien schon nach wenigen Spielminuten sicher. Niklas Geske zog mehrfach unbehindert zum Korb, Wenningkamp und Jan Möhring trafen Dreier. Der Meister lag gleich mit 20:6 vorne.

Erst da entschieden sich die mit drei Litauern und einem Amerikaner spielenden Herforder, dass sie wenig Lust haben, nur Staffage bei den Feierlichkeiten zu sein. Weil den AstroStars nun jegliche Konzentration abhanden kam, „wir vorne die Bälle reihenweise weggeschmissen haben und hinten Korbleger kassieren“, beschrieb es Kai Friedrich, musste der Trainer in der Pause sogar laut werden. Denn die Ostwestfalen hatten, darunter ein 22:2-Lauf, die Führung übernommen. „Viele Zuschauer sind das erste Mal da, und es sind auch Sponsoren gekommen“, appellierte Bochums Coach eindringlich.

Das fand Gehör. Bobo Bals versenkte in der 25. Minute ein Drei-Punkt-Spiel zum 49:46. Ryon Howard traf per Sprung rückwärts. Und die letzten Minuten des dritten Abschnitts gehörten Wenningkamp. Der 24-Jährige brachte in kurzer Folge gleich drei Distanztreffer durch den Ring. Den letzten zum 63:54 spektakulär, im Fallen fast auf dem Hosenboden.

Es folgten noch ein paar Tricks und Pass-Stafetten, wobei nicht alles gelang. Doch auch das war nun egal. Die Fans feierten die wirklich „astronomische“ Saison in den letzten vier Minuten mit stehenden Ovationen auf den drei Tribünenseiten. Ein tolles Bild und ein schöner Vorgeschmack auf die mögliche Zweitliga-Stimmung.

Es folgte die Aufstellung zur Ehrung. Mit dabei auch Cham Korbi (nach OP auf Krücken), der im Winter beruflich nach Frankfurt abgewanderte Babak Adib und Markus Klotz, für den nach anhaltenden Bandscheibenproblemen die Basketball-Karriere beendet ist.

Während Dennis Kortmann den Trainer hochleben ließ, schnitt Patrick Schiele als Andenken ein Netz vom Ring. Freibier und Jugend-Auszeichnungen folgten im Foyer. Später dann startete Michaelis (Diehr: „Einfach ein herausragender Sänger“) den Partybus. Der brachte den Meister erst zum Essen, bevor die Mannschaft im „Riff“ aufgelaufen sein soll.

Fotostrecke unter: www.waz.de/sport-bo

 
 

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