LDKC im Erfolgsstrom

Foto: Monika Kirsch
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Dahlhauser Verein freut sich über die ambitionierten Nachwuchs-Sportler, die bereits einige Medaillen bei den Westdeutschen Meisterschaften erringen konnten.

Eimer, Seifenlauge, Putzschwämme; alles angeschleppt von ein paar Teenagern. Nein, sie sind nicht beim Zivildienst, sie helfen auch nicht Oma beim Schrubben. Mit den Putzutensilien setzten sie sich an ihre Boote und pflegen sie blitzblank. Die Jungen und einige Mädchen sind nämlich Kanuten des Linden-Dahlhauser Kanu-Clubs.

„Es ist schön zu sehen, dass sich die Jugendlichen so viel Zeit für ihren Sport nehmen und auch schätzen, was sie vom Verein gestellt bekommen“, sagt Philipp Karnstein. Der 25-jährige Sportstudent der Ruhr-Universität ist der Trainer der Nachwuchs-Athleten.

Sportwart Klaus Janzen weiß, dass sich so eine professionelle Einstellung zum Kanu-Rennsport erst in den letzten zwei Jahren wieder in Dahlhausen eingestellt hat: „Nach einer etwas längeren Durststrecke im Rennsport sind wir froh, jetzt wieder vorne mitfahren zu können.“ Tatsächlich zählt der LDKC derzeit wieder 50 aktive Rennsportler. Mit Philipp Karnstein haben die Dahlhausener einen jungen, motivierten Trainer eingestellt, der gute Aufbauarbeit mit dem Nachwuchs leistet. Die ersten Erfolge hat das Nachwuchsteam bereits bei den Westdeutschen Meisterschaften eingefahren. Die LDKC-Kanuten errangen insgesamt 13 Medaillen. „Der Erfolg hat sich doch relativ schnell eingestellt“, sagt Karnstein, der von der Entwicklung seiner Schützlinge sichtlich überrascht ist. Das Gespann um Benedikt Steinbrink, Steven Galeski und Lasse Ullrich wird in der kommenden Woche bei der Deutschen Meisterschaft in Köln an den Start gehen (24. bis 29. August am Fühlinger See).

„Wenn alles gut läuft, dann können die Jungs drei bis vier Medaillen holen“, spekuliert Karnstein.

Doch auch Akteure, die bisher noch nicht die absoluten Spitzenplätze erringen konnten, stehen vor ihrem baldigen Durchbruch. „Selina Lieber, Piet Fleisga, Simone Fleisga (alle Kajak), Leonhard Gör und Jerome Sommer (Canadier) haben in der vergangenen Saison große Sprünge gemacht“, so Karnstein.

Das Erfolgsrezept scheint aber nicht nur im Training der Rennsportler zu liegen, sondern auch im Gesamtkonzept des Vereins. Pressesprecher Uwe Martini berichtet von sieben Drachenboot-Teams, die jeweils mindestens 20 Teilnehmer haben. „Viele Eltern unserer Nachwuchs-Kanuten sind jetzt zum Drachenboot-Training dazu gestoßen. Sie bringen ihre Kinder zum Training und sind in der Zeit dann selbst auf dem Wasser. Nach dem Training nehmen sie ihre Kinder wieder mit nach Hause“, so Martini. „Für uns ist es wichtig, dass sich die Familien wohlfühlen und sich mit dem Verein identifizieren können.“

Der plötzliche Aufschwung hat allerdings auch seine negativen Effekte. „Der Kraftraum“, ein ungefähr 30 Quadratmeter großer Kellerraum, zugestellt mit alten und selbstgezimmerten Geräten, „ist keine adäquate Trainingsstätte für unsere Leistungssportler“, so Karnstein. Janzen ergänzt: „Für diese Anzahl an Athleten fehlen uns an gewissen Stellen derzeit einfach noch die Kapazitäten. Wir können nicht jedem sein eigenes Boot kaufen oder alle mit Hightech-Ausrüstungen ausstatten.“

Davon lassen sich die Sportler des Linden-Dahlhauser Kanu-Clubs aber nicht entmutigen, sondern wollen weiterhin mit Erfolgen von sich reden machen.