Jubel in Harpen, Ärger bei SW Wattenscheid 08

Ist selten bespielbar: Der Platz an der Dickebankstraße von SW Wattenscheid 08.
Ist selten bespielbar: Der Platz an der Dickebankstraße von SW Wattenscheid 08.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Welche Plätze werden wann saniert, neu gebaut, geschlossen? Nach der Entscheidung der Stadt gab es Jubel und Ärger. Ein Überblick mit Stimmungen.

Am liebsten hätten sie eine Laola noch direkt im Sitzungssaal gestartet: Als die Entscheidung einstimmig gefallen war, wurde aus den angespannten Mienen bei den Verantwortlichen des TuS Harpen schnell ein zufriedenes Lächeln. Sie waren extra zur Sitzung des Sportausschusses gekommen, um persönlich zu erfahren, was mit ihrer Anlage Am Steffenhorst geschehen soll.

Nun ist die Sanierung auf der Liste des Sportstättenentwicklungsplans ganz oben gelandet, und auch die anderen Prioritäten wurden festgelegt. Endgültig steht der Beschluss, wenn der Rat der Stadt am 17. März zustimmt. Wann die Maßnahmen genau starten, das hängt allerdings noch von der Bewilligung der Fördermittel Anfang April ab.

„Riesige Erleichterung.“

„Als wir davon erfahren haben, das war ganz wunderbar – aber auch völlig berechtigt. Wir haben lange dafür gekämpft“, sagt Harpens Vorsitzender Peter Noch: „Für den Verein ist das eine riesige Erleichterung, wir waren in der Existenz bedroht. Lange hätten wir das nicht mehr stemmen können.“ Der TuS trug seine Heimspiele seit geraumer Zeit am Nachwuchsleistungszentrum des VfL aus, Zuschauereinnahmen und Sponsorengelder gingen so immer weiter zurück. „Ein Vereinsleben findet kaum noch statt“, so Noch, der nun auf Besserung hofft.

Neun Prioritäten wurden zunächst festgelegt. Nach der Platzanlage Steffenhorst stehen für je 300 000 Euro die Sanierung der Aschefelder an der Nörenbergstraße und Am Hessenteich an. „Am liebsten sollte sich die Stadt das Geld für die Sanierung sparen und uns einen Kunstrasenplatz ermöglichen. Wir würden auch einen Teil selbst finanzieren wollen“, sagt Holger Kastner, Vorsitzender des SV Langendreer 04, der am Hessenteich mit insgesamt 23 Mannschaften trainiert.

Bei derartigen Vorschlägen ist die Stadt durchaus gesprächsbereit, auch andere Vereine überlegen sich, diesen Weg zu gehen. Definitiv wird Langendreer demnächst eine neue Spielfeldbeleuchtung bekommen, um den Spielbetrieb zu sichern.

Mit Kunstrasen ausgestattet werden die Anlage an der Wohlfahrtstraße (Priorität 4), am Hustadtring (6), bei Waldesrand Linden (7), an der Hasenwinkeler Straße (8) und am Sportzentrum Westenfeld (9). Kostenpunkt: 700 000 Euro. „Das ist ganz wichtig für uns. Den letzten richtigen Spielbetrieb hatten wir hier im vergangenen November. Wir hoffen, dass es noch in diesem Jahr losgeht“, sagt Ralf Dören, Vorsitzender der Teutonia Ehrenfeld an der Wohlfahrtstraße. Lindens Geschäftsführer Oliver Borgböhmer ist da vorsichtiger: „Der Verein leidet unter der Situation, vor allem die Jugendarbeit. Aber wir müssen abwarten, wann die Gelder bereit stehen.“ Auch in Westenfeld glauben sie erst an den Kunstrasenplatz, wenn die Bagger anrollen. „Wir hoffen schon Jahrzehnte darauf und wären in der Liste gerne weiter vorne. Wir wissen, dass es für viele Vereine eine unglückliche Situation ist“, so Westenfelds Vorsitzende Irene Röhling.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Auf Priorität fünf steht die Anlage an der Dickebankstraße, allerdings nur mit einer Sanierung des Ascheplatzes. „Die Stadt hat uns hängen lassen“, meint Dittmar Jacobi, Geschäftsführer bei SW Wattenscheid 08: „Ein neuer Ascheplatz bringt uns nicht nach vorne. Wenn sich nichts ändert, gehen wir platt.“ Seit Oktober konnte der Landesligist nur ein Heimspiel austragen, drei Jugendmannschaften sind schon abgemeldet worden. Im Entwicklungsplan der Stadt ist allerdings festgehalten, dass sich bei Bedarf die Prioritäten ändern können. Jacobi: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Auch Platzschließungen wurden beschlossen. Die ersten sollen unverzüglich nach dem Entscheid des Stadtrates am 17. März erfolgen. Betroffen sind: Am Hausacker, Auf der Heide, Berliner Straße, Höntroper Straße, Wattenscheider Hellweg/Auf dem Esch, Ümminger See und Heinrichstraße, wo nach der bald abgeschlossenen Sanierung des Kunstrasens der Rasenplatz geschlossen wird.

Einige der Plätze werden nicht mehr sportlich genutzt, bei den anderen wird in Absprache mit den Vereinen nach Alternativen gesucht. Betroffen sind unter anderem der SC Polonia, der FC Italia (Ümminger See) oder der SV Teutonia Riemke (Am Hausacker).

 
 

EURE FAVORITEN