In Feierlaune waren nur noch die VIP-Fans

Zeigte eine solide Leistung gegen Lotte, ein Torerfolg blieb ihm und seiner Mannschaft jedoch verwehrt: Concordias Rene Löhr (rot), hier im Achtelfinale gegen den SC Wiedenbrück.Foto:Klaus Pollkläsener
Zeigte eine solide Leistung gegen Lotte, ein Torerfolg blieb ihm und seiner Mannschaft jedoch verwehrt: Concordias Rene Löhr (rot), hier im Achtelfinale gegen den SC Wiedenbrück.Foto:Klaus Pollkläsener
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Nach dem Aus in Lotte bleiben aber viele positive Erinnerungen. Lottes Coach bescheinigt der Concordia eine „starke Leistung“. Heipertz ein wenig niedergeschlagen

Bochum. Was wird wohl aus der Verbandspokal-Viertelfinalniederlage des Bezirksliga-Spitzenreiters Concordia Wiemelhausen gegen den vier Klassen höher spielenden Regionalligisten VfL Sportfreunde Lotte in Erinnerung bleiben? Die sensationellen Siege über die Regionalligisten Wattenscheid 09 und SC Wiedenbrück, die dem vermeintlichen Underdog den Weg ebneten fürs Viertelfinale?

Oder werden es die zahlreichen Bochumer Zuschauer sein, die das angekündigte „Rambazamba“ ihres Sportlichen Leiters Uwe Gottschling wahrlich erfüllten, und ihren Verein trotz der teilweise deutlichen Übermacht des Gegners bis weit nach Ende des Spiels lautstark anfeuerten? Es wird wohl beides sein.

Der Torwart des Teams, Falk Klüppel, brachte die Emotionen der Mannschaft kurz nach dem Abpfiff auf den Punkt: „Hier gespielt zu haben, war fast wie ein Traum. Ich möchte diesen Moment jetzt einfach noch ein bisschen genießen. Die Unterstützung aus unserer Kurve war unglaublich“, sagte der erschöpfte Keeper, an dem sich die Lotter einige Male die Zähne ausbissen.

Die Standards waren es jedoch letztlich, die dem bis dato seit 27 Pflichtspielen ungeschlagenen Club das Genick brachen. Dabei warnte Trainer Jürgen Heipertz noch kurz vor der Partie geanu davor: „Die sind bei Ecken und Freistößen brandgefährlich. Wir dürfen nur wenige davon zulassen“, betonte er in der Abschlussbesprechung, die in einem idyllisch gelegenen Cafe im Tecklenburger Land stattfand.

Zwar wurde die Idylle fast zum Verhängnis, weil dem großen Bus ständig Hindernisse wie dicke Äste den Weg versperrten. Doch dank eines geschickten Busfahrers kam die Mannschaft dennoch rechtzeitig im Stadion an. Die Partie verloren schließlich, wie berichtet, die Bochumer - den zahlreichen mitgereisten Fans war dies jedoch nicht anzumerken.

Auf die Frage, wie er sich fühlen würde nach der ersten Pflichtspielniederlage seit seinem Trainerantritt im vergangenen Juli, reagierte Heipertz trotz der sonstigen Erfolge in der Meisterschaft und dem Kreispokal ein wenig niedergeschlagen: „Es fühlt sich nicht gut an und ich bin schon ein wenig enttäuscht. Wir hatten zu Beginn starke Möglichkeiten, in Führung zu gehen und haben sehr gut gekämpft. Die Leistung des Schiedsrichters war leider überhaupt nicht gut, zwei Toren der Lotter sind klare Fehlentscheidungen vorausgegangen“, kritisierte Heipertz. „Die Niederlage war letztlich aber dennoch verdient, Lotte hat sich einfach cleverer angestellt als wir“, musste er sich dennoch eingestehen.

Auch der Trainer des Regionalligisten, Ismail Atlan, bescheinigte Wiemelhausen „eine starke kämpferische Leistung“. „Sie haben sich mit Händen und Füßen gewehrt, ein großes Kompliment an diesen Bezirksligisten“, sagte Atlan.

Auf der Rückfahrt im Teambus merkte man den Spielern die Niederlage letztlich doch an - in Feierstimmung waren eigentlich nur die VIP-Fans, die im unteren Teil des Longliners lautstark das historische Event feierten.

„Irgendwann ist der Traum einfach mal ausgeträumt. Wir nehmen trotzdem viel Positives aus diesem Spiel mit. Ein riesen Lob an alle Fans und alle Betreuer, die dieses Event unvergesslich gemacht haben“, resümierte der Kapitän des Teams, Michael Siemienowski.

 
 

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