Hordel gegen 08: Eine „Humba“ in Grün

Bastian Angenendt
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Hordel ist Meister. 1:1 gegen Wattenscheid 08 reicht der DJK. Coach Wagener: „Geiler ging’s nicht“.

Am Ende musste Frank Wagener leiden. Erst stürzte sich eine Horde wild gewordener Hordeler in Fußballtrikots auf ihn. Dann fielen ihm die Gemäßigteren in Scharen um den Hals. Es wird dem Trainer der DJK TuS Hordel allerdings eine liebe Mühe gewesen sein. Schließlich waren es nur die Nachwehen des 1:1 (0:0) gegen SW Wattenscheid 08 im Endspiel um den Landesliga-Titel und somit auch der Beginn der DJK-Meistersause. Dementsprechend kommentierte Wagener: „Geiler ging’s nicht.“

In der Tat hatte der große Aufstiegs-Showdown gehalten, was er versprach. „Es wird sehr laut werden“, hatte Wattenscheids Teammanager Peter Schöne unter der Woche gemutmaßt – eine maßlose Untertreibung. Wer nicht gut eine Stunde vor Anpfiff der Partie an der Hordeler Heide aufschlug, hatte ein echtes Problem. Nicht, um die Gesänge, Rasseln und Megaphone am TuS-Sportplatz zu hören. Parken jedoch, Rangieren und unbehelligt Rüberschlendern zum Kassenhäuschen - das war nicht drin. Die Tribüne in Hordel: Eine Wand aus Schwarz-Weiß und Grün. Ausnahmezustand, Fußballfest. Oder einfach: „unglaublich“, wie Hordels sportlicher Leiter Peter Both angesichts der weit über 1000 Zuschauer meinte. Und um es vorwegzunehmen: Gelangweilt ging aus dieser Menge niemand nach Hause.

Fußballerisch blieb in den ersten 30 Minuten eigentlich nur eine Frage offen: Wie lange wollen die dieses Tempo noch gehen? Zwar blieb die erste Hälfte Torchancen weitgehend schuldig – Alex Wagener für Hordel (7.) und Michael Krawczyk für Wattenscheid (21.) vergaben die einzigen wirklichen Gefahrenmomente per Distanzschuss. Aber in Sachen Intensität, Engagement und taktischer Disziplin durfte sie als Paradebeispiel gelten. Keine Spur von dem „bisschen Nervosität“, die Hordels Max Wagener angesichts der Kulisse in seinem Team ausgemacht hatte. Zu alledem die tabellarisch bedingte Spannung. Das 0:0 zur Pause – beileibe keine Nullnummer.

Selbst als die Spannung kurz nach der Pause einen Dämpfer erlitt, hatte gut die Hälfte der Anwesenden Grund zu jubeln: Serdar Bastürk zirkelte einen Freistoß auf den Kopf von Max Wagener – 1:0 (56.). Doch Wattenscheid antwortete rasch: 08-Kapitän Markus Nowak drückte den Ball nach einer Ecke über die Linie (62.). Der Nowak, der bereits in Hinspiel den Siegtreffer für sein Team erzielt hatte und der in dieser Saison nur gegen Hordel traf. Mehr als der Auftakt für Wattenscheider Anrennen war sein Tor diesmal aber nicht. Schwarz-Weiß drückte. Erst recht, als Max Wagener nach Foul an 08-Toptorjäger René Giertulla „Gelb-rot“ sah (82.). „Wir waren aber nicht zwingend genug“, musste Wattenscheids Coach Ede Buckmaier eingestehen.

Abpfiff, Riesenjubel bei der DJK, eine „Humba“ in Grün. Der Auftakt für eine Party, die so schnell nicht zu Ende gehen wird. Schließlich geht bereits heute morgen der Flieger für die Saison-Abschlussreise.

Und dennoch blieb bei Frank Wagener eine Sorge. Im Hinblick auf den Mittwoch, wenn der TuS-Trainer seinen Schützlingen hinterher reist aufs sonnige Mallorca: „Ich hoffe, dass mich mein Sohn dann noch erkennt.“