Gulden erhöht seinen Wert

Spielt für die U17 Norwegens und den VfL Bochum: Henrik Gulden.
Spielt für die U17 Norwegens und den VfL Bochum: Henrik Gulden.
Foto: WAZ FotoPool
Einen norwegischen Jugendnationalspieler hat der VfL Bochum in seinen Reihen: Henrik Gulden trägt Blau und träumt Rot.

Jan Åge Fjørtoft dürfte neben Jørn Andersen wohl der bekannteste Norweger in der Bundesligageschichte sein. Der ehemalige Spieler von Eintracht Frankfurt sitzt jeden Samstag in illustrer Viererrunde beim Pay-TV-Sender sky und lässt die Fernsehzuschauer an seinem fußballerischen Fachwissen teilhaben.

Fachwissen und dazu eine geballte Ladung Führungsqualität besitzt auch Fjørtofts Landsmann Bjørn Gulden. Der ehemalige Zweitligaspieler (1. FC Nürnberg/4 Spiele/1 Tor) ist heute geschäftsführender Direktor der Schuhmarke Deichmann in Essen und galt im Frühjahr 2011 als potenzieller Nachfolger von Bernd Hoffmann, dem damaligen Vorstandsboss des Hamburger SV. Gulden zieht die Fäden im Hintergrund großer Unternehmen, sein Sohn Henrik tut das auf dem Fußballplatz - und zwar in Bochum.

Der frischgebackene norwegische Juniorennationalspieler ist in der U17 des VfL Bochum auf der Spielmacherposition oder im linken Mittelfeld zu Hause. In dieser Spielzeit zwar noch torlos, sei er für den Bundesligisten aber „als Vorbereiter fast unersetzlich“, so sein Trainer Christian Britscho. Außerhalb des Platzes verfüge Henrik Gulden, der ausschließlich den norwegischen Pass besitzt, zudem über „die typische skandinavische Gelassenheit“ kombiniert mit einer „guten Portion Humor“, was ihn nach Aussage seines Trainers zu einem „sehr angenehmen Typ“ macht.

Gut zehn Jahre nach der Einführung des Euros hat Bochum also einen starken Gulden norwegischer Prägung. Und der kann in den nächsten Jahren für den VfL sehr wertvoll werden. Am 8. Februar debütierte er für die norwegische U17-Nationalmannschaft beim Vier-Länder-Turnier im spanischen La Manga gegen die Slowakei (0:0). Auch in den Partien gegen Schweden (2:3) und Tschechien (1:3) kam der 16-Jährige zum Einsatz. „Wir haben zwar kein Spiel gewonnen, aber es hatt Riesenspaß gemacht“, hofft der Gymnasiast auf weitere Nominierungen. „Unser Trainer Bård Flovik war von meiner Leistung überzeugt, das gibt mir Selbstvertrauen.“

Geboren im norwegischen Drammen unternahm Henrik Gulden seine ersten fußballerischen Versuche bei den Sportfreunden Niederwenigern in Hattingen. Nachdem es den Blondschopf für eine Saison nach Schwarz-Weiß Essen verschlugen hatte, spielt er nun bereits seit 2006 für den VfL. Seine sportlichen Ziele kann Gulden klar definieren. „Mit dem VfL möchte ich in dieser Saison Dritter werden, den Sprung in die U19 schaffen und weiter Bestandteil der Juniorenauswahl sein.“ Sein Abitur wolle er zudem machen, was danach geschehe müsse man sehen, so der fließend norwegisch sprechende Gulden, dessen jüngere Zwillingsbrüder Scott und Noah für die U13 des VfL aktiv sind.

Andere Hobbys als den Fußball hat Henrik Gulden in Deutschland nicht. Selbst die von Eltern und Lehrern gern gehörte Antwort „lesen“ verkneift er sich. Wenn er Schulferien hat und es der Spielplan zulässt, ist er mit der Familie so oft es geht in Norwegen. „Im Sommer kann ich dort Angeln und im Winter Skifahren“, benennt der schmächtige Offensivspieler einige Vorzüge des Königreichs. Sein Lieblingsverein dürfte nur ausgewiesenen Fußballexperten ein Begriff sein. Denn Strømsgodset IF wurde in der letzten Saison Achter in der norwegischen Liga.

Im deutschen Profifußball hat es ihm neben dem VfL Bochum der FC Bayern München angetan. Aber nur „weil ich die Trikots so schön fand“, sagt Gulden schmunzelnd.

 
 

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