Für die SG 09 geht es jetzt um Alles

Dieses Bild würden heute wohl alle Wattenscheider Fans gern sehen: Sascha Tobor jubelt hier mit Necirwan Mohammad und Güngör Kaya.
Dieses Bild würden heute wohl alle Wattenscheider Fans gern sehen: Sascha Tobor jubelt hier mit Necirwan Mohammad und Güngör Kaya.
Foto: FUNKE Foto Services

Wenn Farat Toku heute um 13.55 Uhr ein letztes Mal die Kabinentür im Lohrheidestadion schließt, wie wird er seine Regionalliga-Fußballer der SG Wattenscheid 09 – so unmittelbar vor dem Abstiegskampf-Showdown gegen den SC Wiedenbrück dann heiß machen? Mit Voodoo-Zauber? Mit rohem Fleisch? Mit emotionalen Ansagen? Nein, nein. „Da werde ich nicht mehr viel sagen müssen“, meint Toku: „Jeder kann doch die Tabelle lesen. Wir haben alles in der Hand. Alle sollten deshalb genug Eigenmotivation mitbringen können.“

Eine bemerkenswert lockere und für Toku irgendwo auch typische Aussage. Um 14 Uhr ist heute ja Anpfiff im Lohrheidestadion, und die (gute) Wattenscheider Ausgangsposition im Fernduell mit dem KFC Uerdingen ist schnell umrissen. Wattenscheid 09 ist um zwei Punkte, zehn Tore und somit einen Tabellenplatz besser. Ein Punkt gegen den Tabellenzehnten Wiedenbrück müsste Wattenscheid also im Normalfall zum Klassenerhalt reichen. Uerdingen spielt daheim gegen die auf Rang neun platzierte Düsseldorfer U 23.

Nach einer unglaublich harten Saison grenzt ja allein die Tatsache, dass Wattenscheid den Klassenerhalt überhaupt in eigener Hand hat, an ein kleines Wunder. Oft waren die Wattenscheider in der Rückrunde aber eben da, wenn es wirklich darauf ankam – woraus Toku schließt, dass „die Jungs“ auch diesmal wüssten, „worauf es in so einem Spiel ankommt.“

Zum einen natürlich auf die richtige Balance. Wiedenbrück wird, davon darf getrost ausgegangen werden, nichts abschenken und nicht mit einer Niederlage in den Abstiegskampf eingreifen wollen. Wie geht Toku das Spiel also an? „So, dass wir es gewinnen können“, lässt er sich zunächst kaum in die Karten schauen und wird auch danach nur bedingt konkreter: „Wir wollen nicht ins offene Messer laufen und wie wild auf dem Platz herumrennen. Letztlich reicht mir auch ein 1:0 in der 90. Minute.“

Es ist davon auszugehen, dass Toku auf die Mannschaft bauen wird, die er größtenteils auch in den letzten Wochen auf den Platz geschickt hat. Allerdings sind weiterhin einige Spieler angeschlagen, müssen auf die Zähne beißen. Christ Mbona etwa plagt sich seit längerer Zeit mit Rückenproblemen herum, Necirwan Mohammad schleppt sich auch schon länger durch die Endphase der Saison und ist deshalb ebenfalls fraglich. Mit diesem Problem allerdings ist Wattenscheid nicht allein, auch in Wiedenbrück gibt es personelle Engpässe. So sind die Einsätze von Torwart Marcel Hölscher, Abwehrchef Markus Bollmann und Offensivspieler Kamil Bednarski gefährdet – drei Eckpfeiler der Mannschaft.

Übrigens: Vor knapp über einem Jahr hatte Wattenscheid 09 – damals noch unter André Pawlak – auch schon gegen Wiedenbrück den ersten Klassenerhalt für den Matchball. Seinerzeit hatte es zu einem Remis gereicht.

Wiederholung erwünscht.

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