Es geht zum „heißesten Team der Liga“

Christian Meister
Alt bekannte Korbanlagen: Der 28-jährige Cham Korbi, hier im Bochumer Orange gegen Citybasket Recklinghausen,  kennt Dortmunds größte Sporthalle aus dem Effeff. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool.
Alt bekannte Korbanlagen: Der 28-jährige Cham Korbi, hier im Bochumer Orange gegen Citybasket Recklinghausen, kennt Dortmunds größte Sporthalle aus dem Effeff. Foto: Monika Kirsch / WAZ FotoPool.
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Sagt AstroStar-Coach Kai Friedrich vor der Partie bei seinem Ex-Klub SV Derne. Herbstmeisterschaft oder erst mal nur Dritter – es geht um eine Menge für Bochums Basketballer.

Nach der ersten Saisonniederlage hat Kai Friedrich keinen Grund, den Gegner vom Samstagabend „klein“ zu reden. Dabei ist dieser klein – doch dazu später mehr. Bochums Basketballer treten heute (noch) als Spitzenreiter beim drittplatzierten SV Derne im Dortmunder Brügmann-Block an (Sprungball: 19.30 Uhr).

„Derne ist aktuell die heißeste Mannschaft in der 1. Regionalliga“, spielt Bochums Headcoach auf die Serie seines Ex-Klubs und einige aussagekräftige Zahlen an: Achtmal in Serie haben die Dortmunder nun gewonnen. In Iserlohn und Haspe – wahrlich keine heurigen Hasen – durchbrachen sie dabei außerdem die 100-Punkte-Schallmauer.

Der SVD stellt mit dem Amerikaner Timothy Smith (Schnitt: 24,7 Punkte) den besten Werfer der Liga. Und mit Tim Schönborn den besten Schützen mit deutschem Pass 21,3). „Das wird eine noch schwerere Aufgabe als gegen Recklinghausen“, mutmaßt deshalb Friedrich. Zumal der ein oder andere Derner zuletzt über sich hinauswuchs. Nils Isermann etwa traf gegen Iserlohn und Schalke sieben von elf Dreier-Versuche. „Und er ist sonst nicht gerade ein Spezialist dafür“, sagt Friedrich.

Es geht um viel für die Astros nahe des Dortmunder Stadtzentrums. Ein Sieg zum Hinrundenabschluss – und die Herbstmeisterschaft wäre unter Dach und Fach, dazu die Derner schon mal etwas abgeschüttelt. Bei einer Niederlage geht es runter auf Rang drei; noch dazu wären damit schon mal die ersten beiden direkten Vergleich gegen die Konkurrenz in den Sand gefahren.

„Das ist unsere zweite Chance. Und zweite Chancen sollte man sich besser nicht entgehen lassen“, fordert Bochums Team-Manager Hans-Peter Diehr. Die erste Möglichkeit, alleine auf dem Plateau zu stehen, hatten Bochums Korbjäger mit dem 95:100 nach Verlängerung gegen Recklinghausen vergeben. „Da hatte Recklinghausen einen Sahne-Tag. Nun brauchen wir einen“, so Diehr.

Es ist auch ein besonderes Spiel in Dortmund, weil es eben der Stammklub von Kai Friedrich ist. Sein Vertrag wurde damals nicht verlängert, eine Enttäuschung für Friedrich. Zudem schnürten Cham Korbi, Markus Klotz und bis zum letzten Jahr Dennis Kortmann in Derne die Schuhe.

Die Recklinghäuser waren klein besetzt, ärgerten das Südpark-Team besonders in der ersten Hälfte mit vielen Distanztreffern. „Und die Dortmunder jetzt sind ja noch kleiner!“, warnt der Trainer. Also müssen die Astros etwas aus ihren haushohen Längenvorteilen machen. Ein klarer Aufruf an die Center. „Daneben müssen wir zu unserer Defensivstärke zurückfinden und den Tempobasketball der aggressiven Dortmunder Mannschaft unterbinden“, sagt „H.-P.“ Diehr.

Eine Serie ist am Samstagabend auf alle Fälle Geschichte: Denn die Astros konnten bis jetzt auswärts alles abräumen. Der SV Derne wiederum, nach ihrem vollzogenen Team-Umbau und nicht so guten Prognosen so etwas wie das Überraschungsteam bis hierhin, gewannen alle Heimpartien in der Brügmann-Halle.