Es geht auch um das Miteinander

Gute Fahrt: Diese acht Radler im Start-/Zielbereich auf dem Schulhof des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums waren schon unterwegs.
Gute Fahrt: Diese acht Radler im Start-/Zielbereich auf dem Schulhof des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums waren schon unterwegs.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Es ist gerade mal 11 Uhr vormittags, als schon die ersten, offensichtlich besonders fixen Radler auf dem Schulhof des Heinrich-von-Kleist-Gymnasiums eintrudeln. „Ah ja, das sind die Frühaufsteher“, sagt Martin Schepers von den Radsportfreunden Bochum und lacht. Sein Klub hatte am Sonntag die Rad-Rundfahrt „Övert Platte Land“ organisiert und die Radler, die gewiss nicht alle schon um 8 Uhr morgens los gefahren sind, wieder in Empfang genommen an der Heinrichstraße.

Rund 830 Breitensportfans hatten teilgenommen an dieser Fahrt, die natürlich völlig ohne Wettkampfcharakter über die Bühne geht. Am Sonntag selbst gab’s sogar noch einige Nachmeldungen von sportiven Menschen, die sich bei dem Klassewetter kurzfristig entschlossen hatten, eine der angebotenen Touren abzufahren.

Und das Prinzip dahinter ist auch denkbar einfach: Die Radsportfreunde hatten vier Routen mit verschiedenen Längen angeboten. Gerade Familien mit Kindern würden sich hauptsächlich für die kürzeste Strecke über „nur“ 28 Kilometer entscheiden, erklärt Schepers, der im Klub die Position des Kassierers inne hat. Desweiteren gibt’s Durchschnitts-Touren über 45 sowie 72 Kilometer, die Hartgesottenen indes zieht es auf die 111 Kilometer lange Strecke, die bis nach Dorsten-Lembeck führt.

Als „landschaftlich sehr schön“ stuft Schepers die Auswahl bei der nunmehr 18. Ausgabe ein, „ich wäre gerne selbst mitgefahren“. Weil Schepers aber im Organisationsteam dabei ist, konnte er diesmal nicht in die Pedale treten. Ohnehin waren die 70 Mitglieder der Radsportfreunde ja beinahe allesamt fest eingespannt in den Ablauf. Die einen standen am Grill, die anderen am Waffeleisen – oder eben an Kontroll- und Verpflegungsstellen in Oer-Erkenschwick, Datteln oder Suderwich.

Und wenn man die Atmosphäre in der Mensa des Gymnasiums mal ein wenig auf sich wirken lässt, merkt man: Derlei Touren fördern nicht nur den Breitensport, sondern auch die Geselligkeit und das soziale Miteinander. Die Breitensportler kennen sich von ungezählten Rundfahrten, und so bilden sich schnell Grüppchen, die sich gut gelaunt bei einem Kaffee unterhalten. Klar, dass die Erlöse dieses pro Jahr einmal stattfindenden Events einen der größten Posten in der Vereinskasse ausmachen.

„Wir haben diesmal wirklich sehr, sehr viel Glück mit dem Wetter“, sagt Martin Schepers und atmet dabei tief durch: Denn Regen wäre wohl nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für die Radsportfreunde selbst ein echter Stimmungskiller gewesen.

Gegen 14, 15 Uhr waren am vergangenen Sonntag dann auch die Letzten eingetrudelt, für Schepers und seinen Vorsitzenden Thilo von Könemann war das der Startschuss, sich auf die kommende Rundfahrten zu freuen – bei denen dann wieder aktiv mitgeradelt wird. An fast jedem Wochenende bietet momentan ein Verein aus der Umgebung spannende Routen an: auf, das ist wichtig, befestigten und verkehrsarmen Wegen. Einzige Bedingung: Die Teilnehmer müssen mit einem Rennrad unterwegs sein.

Wer es ein bisschen wilder mag und ein Mountainbike hat, kann an CTF-Touren teilnehmen. Schepers: „Da geht’s dann durch Wälder und Pampa.“

 
 

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