Eine verrückte Saison liegt hinter der U17 des VfL Bochum

Torschütze und Vorbereiter: U17-Nationalspieler Görkem Saglam und der griechische Auswahlspieler Evandelos Pavlidis klatschen sich ab.
Torschütze und Vorbereiter: U17-Nationalspieler Görkem Saglam und der griechische Auswahlspieler Evandelos Pavlidis klatschen sich ab.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Lange hat der Vizemeister gegen den Abstieg spielen müssen. Schließlich gab es für die U17 des VfL Bochum mit dem Gewinn des Westfalenpokals noch ein versöhnliches Ende.

Am Sonntag hat sich die neue U17 des VfL Bochum zu einem ersten Kennenlernen versammelt, richtig los geht es aber erst am 13. Juli, wenn Christian Britscho zum offiziellen Trainingsauftakt bittet. Noch ein paar Tage Pause tun sicher allen gut, denn eine turbulente Saison liegt hinter den VfL-Talenten: Am Ende konnten die Bochumer den Westfalen-Pokal feiern, mussten um den Klassenerhalt aber bis zum Ende zittern. So etwas hat auch der langjährige U17-Trainer noch nicht erlebt: „Es war eine lehrreiche Saison.“

Die Bochumer starteten als Vizemeister in die Spielzeit. Der Kader wurde umgekrempelt, doch mit den U17-Nationalspielern Erdinc Karakas und Görkem Saglam – im Vizemeisterjahr schon als Jungjahrgänge dabei - schienen die B-Junioren gut aufgestellt, um wieder oben mitzuspielen. Die Bochumer starteten gut, mit einem 3:0-Heimsieg gegen den MSV Duisburg, legten dann einen Sieg in Mönchengladbach nach.

Gül und Kader fehlten

Schnell zeigte sich aber, dass vor allem zwei Spieler aus dem Vizemeisterteam fehlten: Abwehrchef Gökhan Gül und Torschützenkönig Cagatay Kader, die im Sommer zu den A-Junioren aufgerückt waren. In der Defensive häuften sich die Fehler, in der Offensive blieben zu viele Möglichkeiten ungenutzt. „Es haben einige Mosaiksteinchen nicht gepasst“, beschreibt Britscho.

Als dann auch noch Saglam und Karakas im Oktober zur U19 hochgezogen wurden, verloren die Bochumer endgültig den Halt. Bis zur Winterpause gelangen nur noch gegen die späteren Absteiger Viktoria Köln und Euskirchen Siege, plötzlich stand der VfL unten drin.

Im neuen Jahr wurden Gül, Karakas und Saglam wieder zur B-Jugend zurückbeordert, um die Klasse mit aller Macht zu halten. Außerdem verpflichtete die U17 mit Evangelos Pavlidis einen griechischen U17-Nationalspieler, der sofort einschlug und sechsmal in neun Partien traf. Das Bochumer Spiel gewann an Stabilität, doch trotz eines gelungenen Starts gegen Gladbach (3:0) wollte der Knoten auch in der Rückrunde nie so richtig platzen. Weitere Siege holte der VfL wieder nur gegen Euskirchen und Köln sowie gegen Paderborn.

Der VfL überzeugte zwar spielerisch, hielt sich aber nur mit Unentschieden - sieben an der Zahl - knapp über dem Strich. Bis zuletzt war die halbe Liga in den Abstiegskampf verwickelt, der VfL musste bis zum vorletzten Spieltag zittern, feierte dann mit einem Remis in Münster den Klassenerhalt.

Gefeiert wurde nur mit angezogener Handbremse, denn abseits des Ligatrubels hatten die Bochumer im Pokal für Furore gesorgt. Nach dem „Liga-Finale“ stand mit dem Pokalfinale für den VfL plötzlich doch noch ein Highlight an. Auf ihrem Weg ins Endspiel hatte die Britscho-Elf unter anderem den späteren Deutschen Meister Dortmund und Schalke aus dem Weg geräumt, im Finale hieß der Überraschungsgegner Paderborn. Völlig losgelöst siegte der VfL mit 4:0.

Was in der Liga nicht gelang, klappte im Pokal umso besser:. „Wir haben immer gesagt, der Pokal ist egal, solange der Klassenerhalt nicht klar ist. Vielleicht haben wir gerade deswegen dort so befreit aufgespielt. Im Pokal hat die Mannschaft ihre wahre Qualität gezeigt.“

Und damit eine turbulente Saison versöhnlich beendet.

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