Ein Doppelschlag für die Moral

Fasste sich aus 18 Metern ein Herz und setzte damit den Rat des Trainers um: Eren Taskin (li.).
Fasste sich aus 18 Metern ein Herz und setzte damit den Rat des Trainers um: Eren Taskin (li.).
Foto: WAZ FotoPool
Wer weiß, vielleicht wächst ja in dieser so wichtigen Abstiegskampf-Endphase der laufenden Regionalliga-Saison noch mal ein neuer Teamspirit heran bei der SG Wattenscheid 09.

FC Hennef -
SG Wattenscheid 09 1:2 (1:0)

SG 09: Boss - Tobor, Clever, Klinger, Kacinoglu - Saka (65. Jacobs), Mbona - Taskin, Avci, Kaplan (75. Schmitt) - Kaya (85. Haar)

Tore: 1:0 Notz (41.), 1:1 Saka (47.), 1:2 Taskin (48.)

Wer weiß, vielleicht wächst ja in dieser so wichtigen Abstiegskampf-Endphase der laufenden Regionalliga-Saison noch mal ein neuer Teamspirit heran bei der SG Wattenscheid 09. Der wegen des Schalker Sieges überlebenswichtige 2:1 (0:1)-Erfolg der 09er beim Tabellenletzten FC Hennef 05 kam auch, oder wohl eher: vor allem wegen einer großartigen Moral der Mannschaft von Trainer Farat Toku zustande. Dafür verantwortlich: Ein, wie Toku es beschrieb, „intensives, emotionales“ Kurz-Trainingslager in der Sportschule Hennef von Samstag auf Sonntag.

Dabei sei man aber nicht im Klettergarten gewesen oder habe sich gegenseitig aufgefangen, sondern habe vor allem viele Dinge in Gesprächsrunden aufgearbeitet und sei dadurch zusammengewachsen. „Die Ruhe, die wir dort hatten, war total wichtig“, meinte Farat Toku, dessen Team zuletzt ja auch tatsächlich anstrengende Wochen mit viel internem Trubel hinter sich hat: „Ich bin froh, dass der Verein uns das ermöglicht hat.“

Dank des Erfolgs in Hennef steht Wattenscheid 09 nun weiter mit einem Punkt Vorsprung auf die Schalker U 23 auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz. „85 Prozent Ballbesitz“ habe sein Team gehabt, sagte Toku und erklärte, dass sich die Tabellensituation auch auf dem Platz widerspiegelte: „Wir haben Fußball gespielt, Hennef hatte keinen Plan.“

Doch auch solche Spiele können zu Geduldsspielen werden. Allein in der ersten Halbzeit hatte Wattenscheid 09 drei Hochkaräter. Doch Ridvan Avci traf nur den Pfosten, Eren Taskin und Nino Saka scheiterten knapp – und nach einem laut Farat Toku „zweifelhaften“, aus Schiedsrichtersicht aber von Avci verschuldeten Foulelfmeter stand es 0:1 (41.).

Geht’s noch bitterer?
Wohl kaum, und das sagten sich auch die Wattenscheider. Farat Toku erklärte nach der Partie, er habe in der Pause den Willen seiner Mannschaft gespürt: „Das Wichtigste war der Glaube. Die Jungs waren optimistisch, weil wir so dominant waren. Ich habe den Jungs gesagt, wir müssen ruhig bleiben.“

Vielleicht war es dann einfach das Glück des Tüchtigen, das für den Doppelschlag in der 47. und 48. Minute sorgte. Erst schoss Saka aus elf Metern ein, kurz darauf zog Eren Taskin aus 18 Metern ab und besorgte das 2:1. „Endlich mal“, jubelte Toku, „ich fordere diese Art von Abschluss seit Wochen. Umso erfreulicher, dass Eren es gemacht hat, den Mut dazu hatte, Verantwortung zu übernehmen.“

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