Die SG Bochum 31 setzt wieder ganz auf die Talente

Norbert Franke ist seit einer gefühlten Ewigkeit der Mister Schach in Bochum. Der jahrzehntelange Spielleiter der SG Bochum hat viele Höhen und manche Tiefen erlebt. Jetzt steht die erste Mannschaft vor einem kleinen Umbruch. Franke drückt den Kostendruck, der auch dahinter steckt, so aus: „Ich bin ein großer Fan der Jugendarbeit. Deshalb musste ich die Reißleine ziehen.“

Keine Sorge: Die SG 31 spielt weiterhin in der 2. Bundesliga West, wie in den letzten Jahren auch. Der Unterschied: Leistete sich der Klub zahlreiche Topspieler vom Range der Groß- und Internationalen Meister (GM/IM), verzichtet man nun auf diesen Luxus. Schon in den Vorjahren war die SG 31 am Ende der Saison zwar oft Erster oder Zweiter und damit reif für die 1. Bundesliga, verzichtete aber stets auf den Aufstieg. „Die 1. Liga“, sagt Franke, „ist einfach zu teuer.“

Das gilt für die Bochumer seit 1999, als der Klub nach dem Rückzug eines Großsponsors den ganz großen Schnitt vollzog und sich von der 1. Liga verabschiedete. Man hatte die Wahl: Das Geld in eine erstligataugliche Erste zu investieren - oder es in die Jugendförderung zu stecken. Letzteres liegt Franke am Herzen, und damit fährt die SG 31 hervorragend. Die Bochumer wurden für ihre Nachwuchsarbeit schon 2000 belohnt. Leonid Kritz wurde U16-Weltmeister, Ilja Zaragatzki Deutscher U 18-Meister, die U20 und U16 Deutscher Mannschaftsmeister. Mittlerweile sind die Bochumer 14 Mal Deutscher Mannschaftsmeister, 10 Mal Vizemeister und 3 Mal Dritter - das ist Rekord in Deutschland.

In der kommenden Saison wird nun eine ganz junge Mannschaft in der 2. Liga gegen den Abstieg kämpfen. Der Verein hat sich von GM Andrej Orlov sowie den IM Rafael Fridmann, Mikhail Zaitsev und Vyacheslav Klyuner getrennt. Geblieben sind vom routinierten Kern der letzten Jahre nur die SG-Urgesteine Joachim Hengelbrock und Paul Backwinkel sowie die Holländer Willy Hendriks und Etienne Goudriaan. Fest zum Team zählen U20-Talente wie Florian Stricker und Moritz Rempe. Und zwei ganz junge Hoffnungsträger: Der 12-jährige Ruben Köllner ist Deutscher U 12-Meister und spielt ab dem 18. Oktober in Georgien um die U12-WM. Der 14-jährige Fatih Baltic hat bereits mehrere IM und GM geschlagen und gibt am Sonntag sein Debüt. Zum Saisonstart spielt die SG 31 auswärts beim SV Hofheim.

 
 

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