Der Regen stoppt die Läufer nicht

Kurz nach dem Start war die Hoffnung noch groß, trockenen Fußes durchzukommen. 
Kurz nach dem Start war die Hoffnung noch groß, trockenen Fußes durchzukommen. 
Foto: Funke Foto Services
Trotz eines Unwetters gab es viele zufriedene Gesichter nach dem Stadtwerke-Halbmarathon durch die Bochumer City.

Der Sieger des Halbmarathons im Juni in Duisburg hat sich auch am Sonntag in Bochum durchgesetzt: Maciek Miereczko vom VfB Erftstadt Multisport spurtete nach 1:12:39 Stunden als Erster über die Ziellinie an der Viktoriastraße, kurz vor seinen ärgsten Verfolgern Frank Merrbach (Friedrichroda, 1:12:55), David Schönherr (LSF Münster, 1:13:02) und Matthias Büchel (Tusem Essen, 1:13:46). Damit sind bei den Zeiten zwar nicht die Rekorde wie im vergangenen Jahr gepurzelt, die Organisatoren waren aber vor allem glücklich darüber, dass alle Sportler heil im Ziel ankamen. Denn zum Ende des Halbmarathons entlud sich ein großes Unwetter über der Innenstadt.

Es war 11.37 Uhr, als der große Regen kam. Plötzlich goss es wie aus Kübeln, donnerte und blitzte es – da schreckten selbst die mutigsten Läufer auf. „Wir hoffen, das Gewitter zieht an uns vorbei“, hatte Sebastian Kraus vom Organisator TV Wattenscheid kurz vorher noch gesagt und sich darüber gefreut, dass der Lauf nahezu ohne negative Zwischenfälle verlief. Es kam anders, doch weil es bis zum Zielschuss ohnehin nur noch acht Minuten waren, quälten sich die letzten Läufer durch und kamen - wenn auch klitschnass - noch im Ziel an.

Die besten Läufer waren da schon länger durch. Der Erste Miereczko gehörte ohnehin zu den Favoriten, er war als Träger des Gelben Trikots ins Rennen gegangen. Im Rahmen des Dextro Energy Revier Cups werden die Ergebnisse der Halbmarathon-Läufe in Duisburg, Bochum und Dortmund (3.10.) zusammengezählt, um einen Ruhrgebiets-Gesamtsieger zu ermitteln. Als Sieger von Duisburg und Bochum hat Miereczko nun beste Chancen, sich diesen Titel zu sichern. Seine Verfolger aber haben ebenfalls nicht nachgelassen. Schönherr war in Duisburg Zweiter, Büchel Dritter. In Dortmund wird die Entscheidung fallen.

Aus Bochumer Sicht gefiel Patrick Stelmaszyk vom USC (7. Platz, 1:15:38), ebenso wie Manuel Meyer vom TV Wattenscheid (11.) und Jan Toepper von der LGO (12.). Auch von der Aktion Canchanabury, die in knallpinken Shirts für Aids-Waisen angetreten sind, platzierte sich ein Läufer vorne: Moritz Dammann wurde Neunter (1:18:07 Stunden).

Bei den Frauen startete Angela Moesch mit dem Gelben Trikot des Ruhr-Cups. Die Läuferin der LG Deiringsen und Siegerin von Duisburg musste in Bochum aber Stefanie Limberg (LC Solbad Ravensberg, 1:25:23) ziehen lassen, die zwei Minuten schneller war. Dritte wurde Birgit Schönherr-Hölscher (Triathlon Witten, 1:29:16) – die Mutter des Dritten der Männer.

Der Halbmarathon-Staffellauf ging bei den Männern wie im vergangenen Jahr an den TV Wattenscheid (1:16:01) mit Leander Czech, Finn Merten, Moritz Schiller und Marc Benecken, die sich klar vor der BSG Vogelsang durchsetzten. Bei der Frauen-Staffel brach die Laufgruppe von „Setlog & Friends“ die Dominanz des TV 01. Marie Winse, Clara Braun, Rebecca Pachur und Emily Düster schafften es in 1:32:32 Stunden ins Ziel und damit gute sieben Minuten vor zwei Wattenscheider Teams und dem der Aktion Canchanabury. Im Mixed gewann das Team Äppelwoi (1:28:20: Waschkowitz, Wedekind, Stoffers, Grabolle) vor dem TV 01 und UniverCity Bochum.

TV WATTENSCHEID ZIEHT POSITIVES FAZIT

Trotz des Unwetters zogen die Veranstalter vom TV Wattenscheid ein positives Fazit. „Es war insgesamt ein gelungener Halbmarathon“, befand Sebastian Kraus vom Organisationsteam: „Das Wetter hat zwischendurch verrückt gespielt, aber im Großen und Ganzen sind wir zufrieden.“ Mit insgesamt 2890 Athleten wurde der Teilnehmerrekord zwar nicht gebrochen, aber ein ordentliches Feld geboten.

Der Halbmarathon ging samt seiner Staffelläufe trotz des Regens wie geplant zu Ende, der Zehn-Kilometer-Lauf konnte nach dem Gewitter mit einer Viertelstunde Verspätung starten – nur die Schüler- und Bambini-Läufe mussten schließlich abgesagt werden. „Wir hatten eine erneute Gewitterwarnung und wollten die Kinder nicht um jeden Preis auf die Strecke schicken. Das tut mir leid für die Kids, weil auch kurz danach wieder die Sonne rausgekommen ist, aber die Sicherheit ist für uns da ganz klar das Wichtigste gewesen“, erklärt Kraus.

Der Zehn-Kilometer Lauf erfreute sich größter Beliebtheit, hatte mit 650 Teilnehmern rund doppelt so viele wie im Vorjahr. Gewonnen hat bei den Männern Christoph Hilger vom TV 01 (36:01) und bei den Frauen Sinthuya Vairavanathan vom USC Bochum (42:10).

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