Der „Methusalem“ der Liga spielt in Bochum

Spielte schon für den Klub, als es die VfL AstroStars noch gar nicht gab: Patrick Abraham.
Spielte schon für den Klub, als es die VfL AstroStars noch gar nicht gab: Patrick Abraham.
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Er gehört momentan nicht zur Starting Five, trotzdem ist Patrick Abraham ein wichtiger Teil im Kader der VfL AstroStars. Bereits im neunten Jahr trägt er das Bochumer Trikot .

Er gehört momentan nicht zur Starting Five, doch trotzdem ist Patrick Abraham ein wichtiger Teil im Kader der VfL AstroStars. Bereits im neunten Jahr trägt er das Bochumer Trikot und hat dabei den Werdegang des Teams als Aufbau- und Flügelspieler maßgeblich mitgeprägt. Zwar warf ihn ausgerechnet in der ersten Zweitliga-Saison eine schlimme Verletzung weit zurück, doch der 33-Jährige hat sich anschließend zurückgekämpft und will in Zukunft noch mehr Akzente setzen.

Als Patrick Abraham nach Bochum kam, gab es die AstroStars noch gar nicht, da hieß sein neuer Klub noch BG Südpark. So lange ist er schon hier und hat damit seine Vereinstreue hinlänglich bewiesen. „Dass ein Spieler über so viele Jahre am Stück für denselben Klub spielt, zeigt, wie sehr er sich mit dem Verein identifiziert“, sagt Hans-Peter Diehr, der Manager der VfL AstroStars.

Bewerbung kam per E-Mail

Dabei hat es wahrlich nicht an Angeboten für Abraham gemangelt. Jeder Verein aus der Umgebung hatte ein Auge auf ihn geworfen. „Aber ich habe mich in Bochum sofort wohlgefühlt“, verrät der gebürtige Ostwestfale, der sich 2007 per E-Mail um einen Platz beim Vorläuferverein der AstroStars beworben hatte. „Auf einmal war er beim Training“, erinnert sich Diehr und erzählt dann, wie es weiter ging: „Ich wusste um seine Qualitäten, deshalb habe ich sofort gesagt: Bleib’ doch hier. Er ist geblieben und wurde zu einem Baustein unseres Erfolges.“

„Paddy“ wechselte also vom TV Salzkotten zur BG Südpark. Die spielte damals in der 1. Regionalliga. Ein seriöses und familiäres Umfeld waren ebenso wichtige Faktoren für Abraham wie die sportlichen Ambitionen des Klubs: „Wir haben uns von Jahr zu Jahr gesteigert. Mich hat es gereizt, Teil der Mannschaft zu sein und etwas mitzuentwickeln.“

Es entwickelte sich etwas – und das gipfelte im März 2013 im lang ersehnten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Mit einem 85:72-Erfolg beim FC Schalke 04 machten die AstroStars den Aufstieg perfekt. Bester Mann im entscheidenden Spiel: Patrick Abraham. Der Kapitän führte sein Team, übernahm Verantwortung und machte satte 22 Punkte. Vielleicht war es sogar sein stärkstes Spiel im Bochumer Dress.

Obwohl Abraham damals immer wieder gesundheitlich angeschlagen war, sagt er heute: „Das Aufstiegsjahr war mein bestes Jahr.“ Dem Höhepunkt folgte acht Monate später der Tiefpunkt. Im Heimspiel gegen die Hertener Löwen riss am 23. November 2013 die Achillessehne. Die schlimme Verletzung setzte ihn ein komplettes Jahr außer Gefecht.

Nun revanchierte sich der Verein für Abrahams Treue und stand zum verletzten Kapitän. Im November 2014 meldete er sich zaghaft in der 2. Liga zurück, ab Januar 2015 ging es aufwärts. „Nach der Weihnachtspause zog Patrick im Training an. Er hatte nach der langen Phase, in der er sich herangekämpft hatte, einfach einige freie Tage gebraucht“, schaut VfL-Coach Kai Schulze zurück.

Trotz anstrengender Doppelbelastung aus Basketball und seinem Beruf als Projektingenieur der Verfahrenstechnik ist Patrick Abraham bei jedem Training dabei. „Paddy ist ein echter Musterprofi und auf dem Feld ein absoluter Teamplayer“, lobt ihn Manager Diehr in höchsten Tönen. Auch Coach Schulze zollt Abrahams Kämpferqualitäten großen Respekt: „Körperlich ist er wieder bei 100 Prozent. Wir sind sehr glücklich mit ihm.“

Musterprofi und Teamplayer

Abraham selbst hat festgestellt: „Ich kann der Mannschaft helfen und arbeite in jedem Training daran, dass es noch besser wird und ich das Niveau ins Spiel transportieren kann.“ Zuletzt hatte er wieder wichtige Spielanteile und gute Szenen. Das hat zusätzliche Motivation freigesetzt, so dass „Mr. Zuverlässig“ ankündigt: „Mein bestes Spiel dieser Saison wird noch kommen.“

Eine Ansage, die den Biss des antrittsschnellen Routiniers unterstreicht. Dabei war allein schon sein Comeback auf diesem Niveau aller Ehren wert. Denn Patrick Abraham ist nicht nur der dienstälteste Akteur der AstroStars, sondern mit 33 Jahren zudem der älteste Spieler der Pro-B-Nordstaffel. Auch deshalb zieht man bei den AstroStars den Hut vor ihm: Alle Achtung, Abraham!

 
 

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