Der Abend der Außenseiter

Wieder dabei: Wiemelhausens Leistungsträger Rene Löhr
Wieder dabei: Wiemelhausens Leistungsträger Rene Löhr
Foto: WAZ-FotoPool
Wiemelhausen empfängt im Westfalenpokal Regionalligist RW Ahlen. Hordel tritt beim Westfalenliga-Topteam SC Hassel an - und freut sich auf ein Wiedersehen mit seinen Ex-Spielern.

Es ist der Abend der Außenseiter in der zweiten Runde des Fußball-Westfalenpokals. Landesligist Concordia Wiemelhausen empfängt den Regionalligisten RW Ahlen. Und auch der TuS Hordel hofft beim Westfalenliga-Aufstiegsaspiranten SC Hassel auf eine - deutlich kleinere - Überraschung.

Wiemelhausen - RW Ahlen (19 Uhr, Glücksburger Straße). Drei-Klassen-Unterschied. Dazu die Formschwäche, die man im Profifußball wohl schon als Krise bezeichnen würde. Nach einer Bezirksliga-Saison ohne Niederlage, nach einem starken Saisonstart auch eine Klasse höher, nach 32 Spielen ohne Pleite unter Trainer Jürgen Heipertz ist das hochgelobte Wiemelhausen auf Talfahrt. Drei Remis. Zwei Niederlagen. Zuletzt ein 0:2 gegen den SC Obersprockhövel. Heipertz vermisste „den Glauben“. Und die „hundertprozentige Leidenschaft“, die Wende zu erzwingen. Mit Einsatz, mit Feuereifer. „Viele haben sich es nicht mehr zugetraut, das Spiel noch zu drehen“, sagt er. „Jeder kann einen schlechten Tag erwischen, das ist normal. Aber wir müssen von der ersten bis zur letzten Minute Gas geben.“

Das gilt erst Recht im Pokal, gegen Ahlen. Die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen ist ebenfalls aufgestiegen, rangiert mit zehn Punkten aber nur auf Rang 16. Jüngst gab es ein 2:5 gegen Wattenscheid 09, zuletzt gönnte man sogar Schlusslicht FC Wegberg-Beeck den ersten Saisonpunkt (1:1).

Coach Antwerpen, einst beim VfB Günnigfeld an der Linie, beo-bachtete Wiemelhausen am Sonntag beim 0:2 gegen Obersprockhövel - vielleicht ist das eine Chance. Wenn Concordia wieder sein wahres Gesicht zeigt, das eines gut sortierten, spielstarken Aufstiegs-Favoriten in der Landesliga - und wenn Ahlen den Gastgeber womöglich ein wenig unterschätzt. „Vielleicht ist es ganz gut so, krasser Außenseiter zu sein“, sagt Heipertz, dessen Team in der vergangenen Saison ja zum „Pokalschreck“ mutierte und zwei Regionalligisten aus dem Wettbewerb warf: erst Wattenscheid, dann Wiedenbrück. Erst im Viertelfinale war Schluss gegen den späteren Pokalsieger Sportfreunde Lotte.

Personell sieht es wieder besser aus: Die Leistungsträger Rene Löhr und Matthias Kaiser kehren in die Startelf zurück. Weiterhin fehlen wird unter anderem Stammtorwart Falk Klüppel.

Hordel hat „nichts zu verlieren“

SC Hassel - TuS Hordel (19 Uhr, Lüttinghofstraße, Ascheplatz). Personell ist alles im Lot beim TuS, wo man sich auf ein Wiedersehen freut: In Hassel spielen die im vergangenen Sommer gewechselten Ex-Leistungsträger Dawid Ginczek, Patrick und Kevin Rudolph. Bisher mit großem Erfolg: Sieben Siege, ein Remis, 27:6 Tore bedeuten Platz eins in der Westfalenliga-Staffel 1. Hordel ist in der Parallelgruppe Fünfter mit 13 Punkten, spielt mal furios, mal chaotisch.

In Hassel, sagt Trainer Marcel Bieschke, habe man „nichts zu verlieren“ - und wolle mit der bestmöglichen Elf idealerweise gewinnen. Fraglich ist lediglich der Einsatz von Peter Elbers. Motivationsprobleme gibt es nicht. Bieschke: „Der eine oder andere will unseren Ex-Spielern natürlich lieber nach einem Sieg einen Spruch drücken als einen gedrückt zu bekommen.“

 
 

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