Besonders Alexei Popyrin beeindruckt

War nach schwachem Start klar besser: Alexei Popyrin (rechts) und Finalgegner Patrik Rikl (Tschechien).
War nach schwachem Start klar besser: Alexei Popyrin (rechts) und Finalgegner Patrik Rikl (Tschechien).
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Beim U18-Weltranglistenturnier des THC im VfL Bochum holte sich der junge Australier Alexei Popyrin sowohl den Titel im Einzel als auch den im Doppel.

Nach einer Woche Tennissport auf Weltklasseniveau fand am Samstag das vom THC im VfL Bochum ausgerichtete ITF-U-18-Weltranglistenturnier seinen Abschluss. Bereits am Freitagnachmittag standen sich die besten Doppel im Finale gegenüber. Deutlich setzten sich Alexei Popyrin (Australien) und Vitali Shcherba (Ukraine) gegen Jack Mingjie Lin und Benjamin Segouin (beide Kanada) durch. Mit 6:1 und 7:5 konnte das Duo verdient seinen Pokal entgegen nehmen.

Bei den Mädchen zeigten die Rumäninnen Georgia Andreea Graciun und Oana Gravila eine sehr starke Partie und erspielten sich gegen Raquel Pedraza (USA) und Karman Kaur Thandi (Indien) den Turniersieg (6:3, 7:5).

Auch in den Einzel-Finals wurde dem Publikum noch einmal sehenswertes Tennis geboten. Nach seinem Erfolg im Doppelfinale sicherte sich der 16-Jährige Popyrin den zweiten Sieg. In drei spannenden Sätzen besiegte er den Tschechen Patrik Rikl (2:6, 6:3, 6:2). Dabei sah es zunächst so aus, als würde Rikl mühelos dem Titel entgegen streben. „Dann hatte man jedoch den Eindruck, dass er sich bereits am Ziel gesehen hat“, so Präsidentin Inge Briegert. Dies wusste Popyrin auszunutzen und erkämpfte sich im zweiten und dritten Satz den Sieg.

Für eine Überraschung sorgte indes das Finalspiel der Juniorinnen. Gegen die als „Lucky Loser“ ins Hauptfeld gerutschte Lara Salden (ITF-Platz 346) galt die Kanadierin Vanessa Wong (ITF-Platz 132) als klare Favoritin. Doch Salden nutzte ihre Außenseiterchance und schlug ihre Gegnerin souverän in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:2. „Die Endspiele waren wirklich hervorragend“, freute sich Briegert über die Leistungen aller Finalisten.

„Es hat alles geklappt und wir haben die Woche wirklich gut gemeistert“, sagte die erleichterte Inge Briegert am Samstagnachmittag und sprach allen Helfern ihren Dank aus. Nachdem die Verantwortlichen zu Wochenbeginn die Spiele wegen des Regens in die Halle verlegen mussten, spielte das Wetter seit Mittwoch wieder mit. „Bei der Siegerehrung kam dann aber noch mal sturzbachartiger Regen vom Himmel – der scheint aber dieses Jahr einfach dazugehört zu haben“, schmunzelte die Präsidentin.

In der deutschen Turnierserie war Bochum nach Offenbach und Berlin die dritte Station für die jungen Tennistalente, die, so Briegert, ausschließlich positives Feedback an den Ausrichter gaben. Auch der Veranstalter selbst scheint zufrieden zu sein und will im nächsten Jahr die dritte Auflage des Turniers am Bochumer Quellenweg stattfinden lassen.

111 Teilnehmer aus 29 Nationen, viele hochklassige aber doch eher unbekannte Akteure, die ihr Können zeigten. Da stellt sich die Frage, ob ein Turnier mit Spielern aus der Region nicht interessanter wäre. Dazu hat die Grande Dame des Bochumer Tennis folgende Sichtweise: „Ein Weltranglistenturnier hat natürlich ein ganz anderes Niveau, als ein Ranglistenturnier mit Spielern aus der Umgebung. Ich sehe solch’ ein Turnier als Bereicherung für die Stadt Bochum, in der der Fußball eine weitaus präsentere Rolle hat. Die Zuschauer waren begeistert, und ich hoffe, dass das Turnier im nächsten Jahr weiter publik gemacht wird und somit einen größeren Bekanntheitsgrad erlangt. Aber wir werden im Präsidium auf jeden Fall über ein umgebungsbezogenes Turnier nachdenken.“

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