Beharrlichkeit führt zum Erfolg

Nicht nur die Drachenboot-Fahrer trainieren bei jedem Wetter.
Nicht nur die Drachenboot-Fahrer trainieren bei jedem Wetter.
Foto: WAZ FotoPool
Nach trüben Zeiten hat sich der Linden-Dahlhausener Kanu-Club wieder beharrlich nach oben gearbeitet: mit neuen Leuten und Ideen.

Dafür, dass der Regen am Tag der Präsentation der vereinseigenen Boote in Strömen auf einen Unterstand am Vereinsgelände des Linden-Dahlhausener Kanu-Clubs prasselt, sieht Ralf Höfgen ganz schön gelassen, entspannt, gut gelaunt aus. Aber warum auch nicht? Es ist ja nicht so, dass der Verein sich verstecken müsste mit seiner Bilanz der letzten zehn Jahre.

Damals gab’s nämlich eine große Zäsur, es lief, so Höfgen, „ganz, ganz schlecht“. Vereinsleben und Zusammenhalt waren ermattet, auf dem großen Klubgelände gab’s gefühlt fast mehr Wohnwagen als Boote. „Der Grillstand war auch noch ganz gut besucht“, meint Höfgen mit etwas Galgenhumor: „Nur sportlich lief es eben nicht.“

Heute ist das ganz anders, und Höfgen, der Vorsitzende, hat mit seinem Team einen großen Anteil daran. Als Konsequenz aus dem mehr oder weniger dahin siechenden Vereinsleben trat der damalige Vorstand zurück, eine neue Delegation mit Höfgen an der Spitze trat ihren Dienst an – und krempelte viel um. „Wir sind mit einer speziellen Konzeption auf die Siegerstraße gekommen“, erklärt der 63-Jährige. Und um zu wissen, worauf er mit diesem Satz abzielt, muss man nur mal seinen Blick über das Gelände schweifen lassen. Dann kann man nämlich zahlreiche Werbetransparante erblicken: Kontinuierlich wurden Sponsoren gewonnen, weil öffentliche Zuwendungen oder Mitgliedsbeiträge allein eben nicht mehr reichen, wenn man erfolgreich sein möchte.

Noch dazu landeten die Linden-Dahlhausener im sportlichen Bereich mit dem Diplom-Sportlehrer Phillip Karnstein einen Volltreffer. „Er hat hier jahrelang phänomenale Aufbauarbeit geleistet“, würdigt Höfgen den Mitte 2013 abgewanderten Trainer, der den Rennsport-Bereich maßgeblich aufpoliert hat, für zahlreiche Erfolge auf nationaler Ebene gesorgt hat. Der Rennsportbereich bleibt weitgehend „reserviert für Schüler und Jugendliche“. Denn glücklicherweise verpasste der LDKC auch den noch immer populären Drachenboot-Trend nicht. „Dabei kommt es auf das Wir-Gefühl an, das passt zu uns. Bis zu 20 Mann müssen in so einem Boot aufeinander abgestimmt sein“, erklärt Höfgen. Im Drachenboot ist eine „komplett andere Technik gefragt“, da man im Sitzen fährt und das Paddel deutlich kürzer ist als im Rennsport.

2007 ging der Verein ein hohes finanzielles Risiko ein, um auch diese Sparte mit vernünftigem Material auszustatten, schaffte sich für 25 000 Euro einen Anhänger, zwei Boote und Zubehör an – „ohne zu wissen, ob wir die überhaupt voll kriegen“, so Höfgen. Aber das Risiko zahlte sich aus, der Klub zählt mittlerweile 300 Mitglieder, eine so große Bandbreite (Rennsport, Drachenboot, Wanderfahrer) können nur wenige Vereine bieten.

Und weil sich Erfolg, hervorgerufen durch professionelle sowie beständig gute Arbeit, irgendwann herum spricht, hat der LDKC bereits den nächsten Kracher an Land gezogen. Olympiateilnehmer Thomas Wylenczek verstärkt die Trainergilde. „Wir haben jetzt ein bestimmtes Level erreicht“, sagt Höfgen und fügt selbstbewusst an: „Wir gehen davon aus, dass es nur weiter nach oben gehen kann.“

Na, dann lassen wir uns mal überraschen: Mitte Juni findet die Drachenboot-DM statt, im August sind die Rennsportler dran.