Herdringens Sieg fällt zu hoch aus

Stefan Knepper

Sundern.  Fußball paradox im Röhrtalstadion. Die Bezirksliga-Fußballer des TuS Sundern haben vor rund 100 Zuschauern mit 1:5 (0:1) gegen den Aufsteiger SV Herdringen verloren. Das hört sich krass an, aber der TuS hatte durchaus das Zeug, Herdringen ernsthafter in Bedrängnis bringen zu können.

Der TuS, der kurzfristig auf Stammkeeper und Kapitän Marc Kinnbacher (Oberschenkelverletzung) verzichten musste, erarbeitete sich durch Denis Voca (28.), Marc Osebold (29., 42.) und Fabian Schulte (45.) vorzügliche Einschussmöglichkeiten. Doch es sprang nichts Zählbares heraus, auch weil Herdringens Keeper Hubertus Schulte einen Sahnetag erwischt hatte und mehrfach exzellent parierte. Die 1:0-Führung für Herdringen fiel praktisch aus dem Nichts. Die TuS-Abwehr ging in dieser Szene halbherzig zur Sache und der Ball fiel direkt vor die Füsse von Omar Rabah, der das Leder aus kurzer Distanz in den linken Winkel hämmerte. Der Spielverlauf war zu diesem Zeitpunkt auf den Kopf gestellt.

Gleich nach dem Wiederanpfiff setzte Timo Wieberg den Ball an den rechten Außenposten. Von dort sprang das Spielgerät ins Feld zurück. Bezeichnend für die Chancenverwertung des TuS. Der SV Herdringen sorgte dann innerhalb von 15 Minuten für die Vorentscheidung. Vincenzo Rossi (57.) markierte mit tatkräftiger Unterstützung von TuS-Keeper Nico Mirwald das 2:0, Marcel Kern (63.) erhöhte auf 3:0 und Florian Meyer (72.) erzielte nach feiner Vorarbeit von Marcel Kern das 4:0. Nachdem Timo Wieberg in Unterzahl den Ehrentreffer für Sundern zum 1:4 (81.) markiert hatte, sorgte Marcel Kern für den fünften Herdringer Treffer (90.).

Kurz nach dem 2:0 für Herdringen hatte der 21-jährige Nico Mirwald die Rote Karte (59.) gesehen und musste den Platz verlassen. Mirwald hatte als „letzter Mann“ Marcel Kern bei einem Konter vor der Strafraumgrenze mächtig aus der Bahn geworfen. Für Mirwald stand dann Raphael Humpert im Tor.

„Das Ergebnis ist definitiv zu hoch. Die 1:0-Führung für uns war glücklich. Nach dem 2:0 lief unser Spiel“, sagte Klaus Strojnowski, Trainer des SV Herdringen. In kämpferisch Hinsicht sei, so Strojnowski, Sundern überzeugend gewesen. „Wir hatten eine Vielzahl von Chancen, gerade in der ersten Halbzeit. Eklatant ist nicht nur, dass wir nicht das Tor treffen, sondern auch, dass der letzte Pass zum Tor nicht so genau ist“, führte TuS-Trainer Andreas Mühle aus.