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Helena Fromm wirbt für das Sauerland

25.05.2012 | 11:00 Uhr
Helena Fromm wirbt für das Sauerland
Helena Fromm beim Training.

Arnsberg.   Derzeit kämpft Helena Fromm bei der Weltmeisterschaft der Studenten im Taekwondo für Deutschland. Doch die Olympionikin aus Oeventrop übernimmt immer mehr die Rolle einer Botschafterin des Sauerlands.

Der Wagen ist nicht mehr im Bestzustand. Gerade erst war wieder eine Reparatur fällig. 1000 Euro musste Helena Fromm dafür hinblättern. Würde sie ihr Auto am Trainingsgelände eines Fußball-Bundesligisten abstellen, dann fiele sie damit auf: Ein viel benutzter Kleinwagen stände in einer Reihe mit glänzenden Luxus-Karossen der Profi-Spieler.

So ähnlich ist es auch mit ihrem Sport. Helena Fromm betreibt Taekwondo. Das macht sie so gut, dass sie Deutschland bei den Olympischen Spielen in London vertreten wird. Zurzeit hält sie sich in Südkorea auf. Dort kämpft sie bei den Weltmeisterschaften der Studenten für Schwarz-Rot-Gold.

Ein Treffen mit Hermann-Josef Hoffe

Obwohl sie sehr erfolgreich ist, kann sie sich keinen neuen Wagen leisten und erst recht nicht Automobile, wie sie die Fußballer steuern. Wer einer Randsportart angehört, und mittlerweile gibt es neben dem Fußball nur noch Randsport, muss sich auf eine zähe Suche nach Geldgebern begeben, um die Kosten für seinen Sport aufzubringen.

Helena Fromm hat dabei Hermann-Josef Hoffe getroffen. Der Diplom-Betriebswirt aus Schmallenberg wollte mit ihr eigentlich nur ein Interview für Woll führen, das von ihm herausgegebene „Magazin für Sauerländer Lebensart“. Man fand sich sympathisch und jetzt ist er ihr Manager und versucht, Sponsoren für sie aufzutreiben. Hoffe, Mitglied bei Borussia Dortmund, sagt über seinen schwierigen Auftrag in der Zange von Bundesliga, Nationalelf und Champions League optimistisch: „Fußball ist faszinierend. Aber in den Nischen steckt für kleinere und mittlere Firmen viel eher eine Chance, mit Sponsoring etwas zu erreichen.“

Helena Fromm (rechts) in Iserlohn.

Er kennt sich aus. Auch, weil er genau hingeschaut hat, als er lange Zeit mit Werner Köster zu tun hatte. Das ist eine der vielen Sauerland-Verbindungen, die Hoffe sorgsam pflegt. Werner Köster ist der einstige Bild-Sportchef aus Hüsten, der die Schwimmerin Franziska van Almsick zur Werbe-Millionärin machte. Es war eine andere Zeit, sie ist lange vorbei. Heute fließt das Kapital aus den Marketing-Töpfen der Wirtschaftskonzerne in den Fußball, weshalb Männer wie Hoffe und Frauen wie Helena Fromm ganz bodenständig denken. Sie schauen sich in ihrer direkten Umgebung um. Dabei sind der Schmallenberger und die Oeventroperin auf die Initiative Homebase Sauerland gestoßen. Ein Projekt, von Studenten ins Leben gerufen, das sich zum Ziel gesetzt hat, der Region junge Fachkräfte zuzuführen. Zu den Partnern der Initiative zählen Top-Unternehmen wie Falke, Wepa, Kusch oder Warsteiner. Helena Fromm ist jetzt Botschafterin für Homebase Sauerland, die ihr im Gegenzug hilft, Geldgeber zu akquirieren. „Sie ist eine tolle Sauerländer Sportlerin“, sagt Hoffe, „und sie repräsentiert das Sauerland in der ganzen Welt. Sie passt ideal.“ Helena Fromm kommentiert: „Ich lebe seit 24 Jahren in Oeventrop, bin hier geboren, das Sauerland ist meine Heimat“.

Bevor sie nach Seoul abflog, hat sie sich mit dem Fotografen Heiner Köpcke auf eine kleine Tour begeben. Es entstanden Bilder in Oeventrop, Arnsberg und an der Fachhochschule in Meschede. Motive, die in den nächsten Wochen rausgehen werden an die Magazine und Zeitungen.

„Die hat was“

Köpcke, der früher ebenfalls mit Werner Köster arbeitete, ist ein Fachmann mit exzellenten Kontakten. Über Helena Fromm sagt der Hamburger knapp: „Die hat was.“ Köpcke ist erfahren im Geschäft, er fotografierte Boris Becker an seinem 18. Geburtstag mit Kuchen und Kerzen in London, den Fußballer Felix Magath 1983 in Kenia bei einer Reise mit dem Hamburger SV, vor seiner Kamera posierten schöne Hauptdarstellerinnen des Sports wie Maria Riesch oder Katarina Witt.

Nun also Helena Fromm. Ihre mediale Präsenz hat zugenommen, noch bevor Köpcke auf den Auslöser drückte. Die FAZ am Sonntag widmete ihre fast eine ganze Seite, Sky will mit ihr in der Trainingshalle in Iserlohn auf die Matte, aus München hat ein Boulevardblatt angefragt und als die Deutschen kürzlich ihre Olympia-Kleidung vorstellten, spazierte Helena Fromm über den Laufsteg in der Messe Düsseldorf - sie war von der Deutschen Olympischen Gesellschaft als Model angefragt worden.

Eine Medaille sollte her

Es ist einiges im Gange und es wird noch mehr in Gang kommen, je näher Olympia rückt. Hoffe allerdings denkt nicht kurzfristig. Er plant über die Entscheidungen in London hinaus. Viel wird jedoch von diesen Entscheidungen abhängen. Bei den Spielen in Peking verpasste Helena Fromm den Platz unter den ersten Drei, in London sollte eine Medaille her, um das Interesse weiter hoch zu halten.

Klaus Theine


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