Podest-Premiere für Geueke/Gamm beim Weltcup in Winterberg

Falk Blesken
Riesiger Jubel: Die Sauerländer Robin Geueke (rechts) und David Gamm schreien die Emotionen heraus.
Riesiger Jubel: Die Sauerländer Robin Geueke (rechts) und David Gamm schreien die Emotionen heraus.
Foto: Ralf Rottmann
Einen besseren Ort hätten sich Robin Geueke und David Gamm nicht aussuchen können, um erstmals in ihrer Weltcup-Karriere auf das Podest zu fahren. Beim Heim-Weltcup in Winterberg wurde das Sauerland-Doppel Zweiter – und sprach darüber.

Winterberg. Ausgerechnet in Winterberg, ausgerechnet auf ihrer Heimbahn rasten die Rennrodler Robin Geueke und David Gamm zum ersten Mal in ihrer Weltcup-Karriere auf einen Podestplatz. Hinter den Siegern Toni Eggert/Sascha Benecken (1:25,905 Minute) jubelte das Doppel des BSC Winterberg nach zwei Läufen beim Weltcup-Auftakt über den zweiten Platz (1:26,287). Das Sauerland-Doppel, das nach dem ersten Lauf auf Rang drei gelegen hatte, profitierte dabei von einem Patzer des deutschen Top-Doppels Tobias Wendl/Tobias Arlt am Start des zweiten Laufs. Dadurch rutschten Wendl/Arlt auf Platz drei ab (1:26,426). Nach dem Rennen nahmen sich Robin Geueke (24) und David Gamm (21) Zeit für ein Gespräch.


Herr Geueke, Herr Gamm, haben Sie im Vorfeld damit geliebäugelt, dieses Mal in Winterberg den ersten Podestplatz Ihrer Karriere im Weltcup feiern zu dürfen?

Robin Geueke: Kein bisschen. Das Training war schwer. Die Bahn war nicht so schnell wie heute zum Wettkampf. Das hat es nochmal anspruchsvoller gemacht. Wir haben unseren Heimvorteil ein bisschen genutzt, aber dass es so kommen würde... Das ist einfach megageil!

Gab es während des Wettkampfes den einen Moment, an dem Sie gedacht haben: Heute geht es für uns auf das Podium?

Geueke: Im zweiten Lauf bei der Einfahrt zur Kurve 14. (grinst)

David Gamm: Ja, dort wusste ich auch, dass nicht mehr viel passieren kann – in der letzten Kurve. (grinst auch) Zu dem Zeitpunkt war uns klar, dass es ein guter Lauf war und dass eine gute Zeit herausspringen würde. Eine bessere Bahn für unsere erste Podestplatzierung hätten wir uns echt nicht aussuchen können.

War die Zielsetzung für diese Saison, konstant unter die Top Sechs bis Acht zu fahren, ein wenig Understatement? Geueke:

Nein, nein. Wir haben in der vergangenen Saison unsere damals zweitbeste Platzierung auch hier in Winterberg geholt. Es ist vielleicht wirklich ein Heimvorteil für uns, hier zu fahren. Platz zwei heißt deshalb auf gar keinen Fall, dass wir überall auf das Podium fahren werden. Natürlich haben wir heute gesehen, was wir können, wenn wir zweimal geradeaus runterfahren. Ich hoffe auch, dass wir unsere Leistung bestätigen können – aber wir müssen weiter hart arbeiten.

Gamm: Jetzt geht es außerdem für drei Wochen nach Amerika. Auf den Bahnen sind wir nicht ganz so erfahren und eine neue ist für uns auch dabei. Man sieht, dass wir mit dem neuen Schlitten vorne mitfahren können, aber ein Selbstläufer wird das trotz des heutigen zweiten Platzes nicht.

Wie haben Sie als zu dem Zeitpunkt Führende den zweiten Lauf von Wendl/Arlt erlebt? Haben Sie die Daumen gedrückt, dass die mitlaufende Zeit auf dem Monitor rot unterlegt bleibt?

Gamm: Wir haben uns im Auslauf noch etwas über unseren Lauf gefreut, deshalb haben wir gar nicht mitbekommen, was für ein Malheur Wendl/Arlt am Start passiert ist. Für sie war das echt ärgerlich, für uns aber sehr erfreulich, natürlich. Das ist schon sehr cool, vor unseren Fans, unseren Familien und Freunden Zweiter zu werden.

Wie feiern Sie Platz zwei und das erste Weltcup-Podium Ihrer Karriere?

Geueke: Das wissen wir noch nicht.

Gamm: Wir haben ja am Sonntag mit der Sprint-Staffel auch nochmal ein Rennen. So ganz können wir die Sau deshalb nicht rauslassen.

Geueke: Ein Radler und eine Apfelschorle sind aber drin. (lacht)