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Der Cloudcrusier von On: Ein Mix aus Dynamik und Komfort

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Der Cloudcruiser on On Running.
Die Schuh-Schmiede On Running hat ein Marathon-Modell herausgebracht, den Cloudcruiser. Das erste Urteil unseres Laufbloggers: Es wird kompliziert.

Dortmund. 

Vor einigen Monaten hatte ich beim schweizer Schuh-Hersteller On Running nach einem Testpaar gefragt, weil ich die Sohlenkonstruktion einfach zu ausgefallen fand, um sie nicht am eigenen Leib zu testen. Das Ergebnis des damaligen Tests: Der Cloudsurfer ließ mich einen flotten Halbmarathon laufen. Doch das Laufgefühl war insgesamt etwas zu hart, um den Schuh auch bei einem Marathon zu tragen.

Offenbar hatten die Schuh-Konstrukteure bei On den gleichen Gedanken. Denn inzwischen gibt es mit dem Cloudcruiser einen Schuh, der – so das Werbeversprechen – Asphalt weich macht und auch für schwere Läufer geeignet sein soll. Das hört sich nach dem perfekten Schuh für mich an, also habe ich abermals bei On angefragt und wieder ein Testpaar bekommen.

Erster Einsatz beim Halbmarathon

Kurz nachdem ich das Paar erhalten hatte, stand der Halbmarathon in Bochum auf meinem Lauf-Programm. Also beshcloss ich, die Schuhe ins sprichwörtliche kalte Wasser zu werfen. Am Samstag unternahm ich einen kleinen Probelauf, bei dem die Schuhe in der Tat andeuteten, dass sie Asphalt-Spezialisten sein könnten. Sie passten so gut, dass ich beschloss, sie am Sonntag beim Halbmarathon einzusetzen. Sicherlich ein gewagtes Unterfangen, aber ich betrachtete den Halbmarathon auch als gute Gelegenheit, die Schuhe einzulaufen, falls ich sie tatsächlich drei Wochen später beim Berlin-Marathon tragen wollen sollte.

Vom Start weg präsentierte sich der Cloudcruiser an meinen Füßen als Rennmaschine. Weiche Landung, harter Abstoß. Wie schon beim Cloudsurfer hatte ich auch bei diesem Modell das Gefühl, dass der Schuh für mehr Kniehub und somit für weniger Bodenkontakt sorgt. Es scheint wichtig zu sein, über die Ferse zu laufen, allerdings ohne dabei allzu direkt aufzutreffen. Die „Clouds“, also die Luftpolster, aus denen die Sohle besteht, sind stabiler und dicker konstruiert als beim Cloudsurfer und sorgen so in der Tat für ein weicheres Laufgefühl und eine spürbare, aber nicht übertriebene Dämpfung. Der Schuh ist kein Wohlfühlschuh, sondern wirkt sehr sportlich.

21,1 Kilometer später kam ich mit einer für mich guten Zeit von einer Stunde und 56 Minuten ins Ziel. Von Müdigkeit in den Beinen keinen Spur. Ich weiß nicht, ob es am Schuh, an der geballten Ladung Spaghetti vom Vortag oder am guten Trainingszustand lag – ich bin mir aber sehr sicher, dass der Schuh einen großen Anteil am guten Körpergefühl hatte. Ich glaube auch, wenn ich den Schuh sofort ausgezogen hätte und in ein anderes Paar geschlüpft wäre, würde ich hier jetzt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus kommen. Doch ich ließ ihn an und schlenderte noch ein bisschen zwischen den Getränkeständen hin und her. Außerdem hatte ich bei der Suche nach meinem Auto leichte Orientierungsschwierigkeiten, so dass ich etwa 15 bis 20 Minuten durch die Bochumer City irrte. Und genau diese kleine Odyssee hat mir eine Blase an der Ferse und eine Druckstelle unterm Knöchel beschert.

Denn wie schon der Cloudsurfer ist der Cruiser ein Laufschuh, kein Gehschuh. Je langsamer ich mit dem Schuh gehe, desto instabiler und härter wirkt er. Erst beim Laufen, entfaltet er seine Wirkung.

Zwischenfazit: Gemischte Gefühle

Das erste Fazit fällt wegen der Blase und der Druckstelle noch gemischt aus – nach Füßen getrennt.

Linker Fuß: Ein toller Schuh! Schnell, hart, sportlich und doch absolut für die Langstrecke geeignet.

Rechter Fuß: Die Hölle auf Gummisohlen! Ja, er läuft sich gut und ist sehr schnell. Aber was ist das für ein Schuh, der sich nicht liebevoll an den Fuß schmiegt? Aua!

Ich gebe dem Cloudcruiser aber noch eine Chance. Unsere Beziehung ist kompliziert. Aber wenn der rechte Schuh doch noch halten sollte, was der linke verspricht, dann wird es doch noch was mit uns.