Das Ende einer Ära: Westfalenparklauf wird abgesagt

Der Florian — nicht nur im Westfalenpark ist der Dortmunder Fernsehturm aus jedem Winkel zu sehen.
Der Florian — nicht nur im Westfalenpark ist der Dortmunder Fernsehturm aus jedem Winkel zu sehen.
Foto: Katrin Figge/WNM
Einer der traditionsreichsten Läufe des Landes findet nicht mehr statt: der Dortmunder Westfalenparklauf. Das vermeldeten die Organisatoren.

Dortmund. Es war zunächst nur ein Gerücht, nun ist es Gewissheit: Dortmund verliert mit dem Westfalenparklauf "Rund um den Florian" eine der ältesten Laufveranstaltungen Deutschlands. Im vergangenen Jahr liefen die Teilnehmer somit zum 50. und wohl auch letzten Mal über die Ziellinie.

Läufer, die sich vor einigen Tagen noch für die Veranstaltung am 19. November 2016 angemeldet hatten, bekamen per Mail die lapidare Mitteilung, dass der Lauf abgesagt sei. Über die Hintergründe gab es keine Informationen. Das hat sich nun geändert, denn die bisherigen Organisatoren haben nun auf der Homepage Stellung genommen.

Die ursprünglichen Organisatoren Horst Merz und Peter Middel hatten geplant, die Veranstaltung ab der 51. Auflage in andere Hände zu geben. Mit Max Lennardt hatten sie einen Nachfolger gefunden, doch ein berufsbedingter Umzug machte diesen Plan zunichte. Ein weiterer Nachfolger fand sich offenbar nicht. Die Absage des Laufs sei somit "unausweichlich", wie es auf der Website heißt.

Laufaktion bei Nacht und Nebel

Mehr als 20.000 Läuferinnen und Läufer waren in den vergangenen 50 Jahren am Start und hatten maßgeblichen Anteil daran, dass Dortmund eine der Läufer-Hochburgen im Land geworden ist. Dabei ähnelten die Ursprünge des Westfalenparklaufs eher einer Guerilla-Aktion oder zivilem Ungehorsamn. In den 60er-Jahren suchte ein kleiner Haufen laufverrückter Dortmunder nach einer geeigneten Strecke und guckte sich ausgerechnet den Westfalenpark aus. Bei Nacht schlichen sie sich - ohne Eintritt zu bezahlen - in den Park, absolvierten ihre Joggingrunden und ließen den Wachposten, der ihnen mit der Zeit auf die Schliche gekommen war, im wahrsten Sinne des Wortes alt aussehen.

LaufblogDoch der Wachmann lernte dazu und schaffte sich einen Hund an, vor dessen körperlichen Fähigkeiten die Läufer irgendwann kapitulieren mussten. Sie wurden dem Park-Leiter zum Rapport vorgeführt. Doch statt einer saftigen Strafe erhielten die Männer um Peter Middel das Angebot, ihren liebgewonnenen Lauf ab sofort nicht mehr heimlich, sondern hochoffiziell durchzuführen. So fand 1966 die erste Auflage des Laufs statt.

Hoffnung auf neues Konzept

Möglicherweise ist das Aus für den Lauf jedoch nur vorübergehend. "Auch weiterhin möchten wir eine Laufveranstaltung für die Dortmunder Laufszene auf die Beine stellen", schreiben Middel und Herz. Zusammen mit dem Verein TSC Eintracht Dortmund arbeiten sie demnach daran, ein Orga-Team für ein "modernes Laufkonzept" auf die Beine zu stellen.

Es wäre wirklich schön, wenn der Lauf nur eine kurze Ausszeit nähme. da ich noch nicht allzu lange als Läufer aktiv bin, war ich erst einmal im Westfalenpark am Start. Bei der Jubiläumsausgabe war ich leider krank. Doch der Westfalenpark ist ein hervorragendes und vor allem anspruchsvolles Laufrevier, das eine Veranstaltung verdient hat. Die Organisatoren des Phoenixsee-Halbmarathons haben nicht ohne Grund die Streckenführung ihres Laufs so verändert, dass die Läufer den Westfalenpark passieren müssen. Auch der Color Run führte seine Teilnehmer durch den Westfalenpark.

 
 

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